Stand: 14.10.2016 12:01 Uhr

Föhr - die vielseitige Nordseeinsel

Rund, flach und grün: Föhr sieht ganz anders aus als Amrum und Sylt, die durch ihre längliche Form und große Dünenketten auffallen. Während an den Nachbarinseln ständig Wind und Fluten zerren, ist Föhr durch das vorgelagerte Sylt und Amrum sowie die Halligen ideal vor Sturm und Kälte geschützt.

Eine Bilderreise nach Föhr

Die Lage und der Einfluss des Golfstromes sorgen dafür, dass auf Föhr mildes Reizklima herrscht. Die salzhaltige Luft ist angenehm und gut für Haut und Atemwege. Auf 82 Quadratkilometern erwarten den Inselbesucher große Rapsfelder, 15 Kilometer Sandstrand an der Südküste sowie 22 Kilometer grüne Deiche. Typisch für die Insel sind die fünf großen Windmühlen und die historischen reetgedeckten Höfe.

Seebad Wyk - Das Tor zur Insel

Zentrum und einzige Stadt auf Föhr ist Wyk an der Südostküste. Dort legen die Fähren zum Festland sowie nach Amrum an und ab. Wyk ist eines der ältesten Seebäder Deutschlands. Der Badebetrieb begann bereits 1819. Mitte des 19. Jahrhunderts verbrachte der dänische König Christian VIII. mit seinem gesamten Hofstaat den Sommer in Wyk. Die kleinen gemütlichen Häuschen und prunkvollen Jugendstilvillen erinnern an diese Zeit.

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Ein Paradies für Sonnenanbeter und Familien mit kleinen Kindern: der Strand in Wyk mit großem Flachwasserbereich.

Wyk bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés sowie ein großes Badezentrum mit Wellenbad, Saunen und Wellnessbereich. Die mehrere Kilometer lange Promenade lädt zum Bummeln und Spazierengehen ein. Sie führt zunächst in südlicher und dann in westlicher Richtung bis kurz vor Nieblum und bietet einen faszinierenden Blick auf die Warften der gegenüberliegenden Halligen Oland und Langeneß.

Eine Besonderheit ist die Friesenkirche St. Nicolai im Ortsteil Boldixum aus dem 13. Jahrhundert. Mehrfach erweitert gilt sie ein Beispiel für spätromanische Baukunst und beeindruckt im Inneren durch prachtvolle Holzornamente. Einen guten Überblick über Geschichte und Traditionen der Insel gibt das Friesenmuseum. Der Eingang ist nicht zu übersehen, denn er führt durch ein imposantes Tor aus Kieferknochen eines Blauwals.

Wandern, Radfahren und Reiten

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Mit dem Fahrrad lässt sich die Insel individuell und umweltfreundlich erkunden.

Ob am Strand, auf dem Deich oder im Landesinneren: Für Spaziergänger und Wanderer gibt es auf Föhr viele Möglichkeiten. Eine Wattwanderung - am besten unter fachkundiger Führung - sollten Besucher nicht versäumen, denn sie garantiert interessante Einblicke in Flora und Fauna dieser besonderen Landschaft. Die Schutzstation Wattenmeer bietet geführte Touren an, unter anderem speziell für Kinder. Besonders gut lässt sich Insel mit dem Rad entdecken: gut 200 Kilometer Radwege und fünf ausgeschilderte Touren von 15 bis 42 Kilometer Länge führen zu den schönsten Plätzen. Die längste Strecke führt als Rundweg um die gesamte Insel.

Viele Strecken verlaufen an den Deichen entlang, durch schmucke friesische Dörfer und vorbei an grünen Wiesen. Außerdem ist Föhr mit rund 850 Pferden verschiedener Rassen wie Friesen, Lusitanos, Shetlandponys oder Trakehner ein Paradies für Reiter. Ein besonderes Erlebnis sind die Ausflüge ins Föhrer Watt und die alljährlichen Turniere im Ringreiten, an denen auch Gäste teilnehmen können. Daneben gibt es Reitwege, Pferdepensionen und Reitschulen.

Schöner Strand und Angebote für Kinder

Ideal ist Föhr für Ferien mit Kindern. Die Brandung bleibt meist schwach und am flachen, feinsandigen Strand gibt es zahlreiche Freizeitangebote speziell für Kinder. Wyk bietet zum Beispiel im Sommer ein umfangreiches Programm - mit Märchenstunde am Strand, Basteln, Puppentheater und vielem mehr.

Echt friesisch - das Dorf Nieblum

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Hübsche reetgedeckte Friesenhäuser mit üppigen Gärten prägen das Ortsbild von Nieblum.

Ein historischer Dorfkern mit urigen Friesenhäuser, schöne Alleen und ein herrlicher Sandstrand: An der Südküste der Insel - zwischen Wyk und Utersum - liegt das Friesendorf Nieblum. Der malerische Ort bietet sowohl Unterkünfte für Urlauber als auch Sehenswürdigkeiten für Ausflügler. Auffälligstes Gebäude ist neben den Friesenhäusern aus dem 18. Jahrhundert, die früher von wohlhabenden Kapitänen bewohnt wurden, die Kirche St. Johannis.

Kirchenkultur
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Kirchenschätze auf der grünen Insel

Auf der Nordseeinsel Föhr stehen mehrere gut erhaltene Gotteshäuser aus dem 13. Jahrhundert. In ihren hellen Kirchenschiffen finden Besucher erstaunliche Kunstschätze. Bildergalerie

Das auch "Friesendom" genannte Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert gebaut und ist das älteste und größte der Insel. Sehenswert im Inneren sind das alte Taufbecken aus Granit, der kostbare Flügelaltar aus dem späten 15. Jahrhundert sowie die Kanzel mit Flachreliefs und niederdeutschen Inschriften. Ein großer, denkmalgeschützter Friedhof mit alten Baumbestand und interessanten Grabsteinen, die zum Teil noch aus dem Barock stammen, umgibt das Gotteshaus.

Sportbegeisterte finden in Nieblum einen Golf- und einen Tennisplatz sowie eine Surfschule.

Kultur: Jazz goes Föhr und Schleswig-Holstein Musik Festival

Literatursommer, Jazz- oder Klassik-Festival: Besonders in den Sommermonaten bietet die Insel ein anspruchsvolles Kulturangebot mit internationalen Beteiligung. Viel Wert legen die Macher von "Jazz goes Föhr" auf die familiäre Atmosphäre, die einen engen Kontakt zwischen Musikern und Publikum ermöglicht. 1998 swingte die Insel zum ersten Mal, seitdem haben dort viele bekannte Künstler gespielt.

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Mit der Fähre geht es bis zu 13 Mal täglich von Dagebüll nach Wyk.

Außerdem ist Föhr jedes Jahr Gastgeber für Konzerte im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Neben den Kirchen St. Nicolai und St. Johannis sowie dem Veranstaltungszentrum in Wyk gibt es hier eine ganz besondere Spielstätte: Die Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei, die normalerweise zwischen Amrum und Föhr pendelt, geht exklusiv für das Festival im Hafen von Wyk vor Anker und wird in einen schwimmenden Konzertsaal umgebaut. Nach der Vorstellung bringt eine kleine Personenfähre das Publikum, das nicht auf der Insel bleibt, zurück nach Dagebüll ans Festland.

Anreise

Die Insel Föhr ist vom Festland aus ab Dagebüll mit der Fähre zu erreichen. Züge fahren direkt zur Mole in Dagebüll. Die Überfahrt dauert etwa 50 Minuten. Während der Saison ist es ratsam, Tickets vorher zu buchen - besonders für die Überfahrt mit Auto. Autourlauber können ihren Wagen entweder in Dagebüll kostenpflichtig unterstellen oder mit auf die Insel nehmen. Auf Föhr lassen sich die meisten Strecken allerdings gut mit dem Fahrrad bewältigen, außerdem verkehren Busse. Möglich ist außerdem die Anreise per Flugzeug ab Husum sowie ab Flensburg.

Karte: Insel Föhr
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour | 15.10.2016 | 18:00 Uhr