Stand: 10.11.2016 09:25 Uhr

Welterbe Wismar: Hafenflair und Backstein

Imposante Backsteinkirchen, schön restaurierte Giebelhäuser und ein geschäftiges Hafenviertel, in dem Ausflugsboote, Fischkutter und Yachten festmachen - so präsentiert sich die altehrwürdige Hansestadt Wismar ihren Besuchern. Seit 2002 gehört die Altstadt gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund zum Welterbe der UNESCO.

Die Stadt Wismar aus der Vogelperspektive.

Wismar und die Insel Poel

Mein Nachmittag -

Ein Besuch lohnt sich immer, auch in der kalten Jahreszeit: Unsere Reisereporterin Ariane Peters gibt Insider-Tipps zu Wismar und der nahegelegenen Insel Poel.

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Im Stadtkern mit seinen zahlreichen schönen Bürgerhäusern liegt der quadratische Marktplatz, einer der größten in Norddeutschland. In seiner Mitte befindet sich die "Wasserkunst": Ein Brunnenbauwerk im Renaissancestil aus dem 17. Jahrhundert. Bis 1897 diente es der Trinkwasserversorgung der Stadt. Fast die gesamte Nordseite des Platzes nimmt das mächtige klassizistische Rathaus in Anspruch. An ihm vorbei führt der Weg über Altböterstraße und ABC-Straße zum sogenannten Schabbellhaus. Der prächtige Renaissancebau, in dem das stadtgeschichtliche Museum untergebracht ist, ist wegen Sanierungsarbeiten noch bis voraussichtlich 2017 geschlossen.

An der Grube durch die Altstadt

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Über dem Wasserlauf Grube liegt das sogenannte Gewölbe. Dort konnte das Wasser aufgestaut werden - etwa, um Brände zu löschen.

Beim Schabbellhaus verläuft die Mühlengrube, auch Runde Grube genannt. Sie ist einer der ältesten künstlichen Wasserläufe in einer deutschen Stadt und verbindet den Schweriner See mit der Ostsee. Im Mittelalter diente das Wasser der Grube zum Trinken, Waschen und Löschen und trieb zahlreiche Mühlräder an. Heute bietet sie Besuchern eine gute Orientierung und führt an vielen sehenswerten Gebäuden vorbei bis zum Hafen.

Auf der dem Schabbellhaus gegenüber liegenden Seite der Grube erhebt sich mit der Nikolaikirche eine der drei monumentalen gotischen Sakralbauten Wismars. Über die sogenannte Schweinsbrücke mit ihren kleinen, metallenen Schweineskulpturen gelangen Besucher an dieser Stelle über den Wasserlauf.

Gotische Pracht: Die Backsteinkirchen der Altstadt

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Die Georgenkirche wurde erst nach 1990 wiederaufgebaut. Sie war im Krieg stark beschädigt worden.

Neben St. Nikolai prägen der Turm der Marienkirche und die Kirche St. Georgen das Panorama der alten Hansestadt. Die Georgenkirche ist die größte und gleichzeitig die jüngste unter ihnen. Der im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtete Bau erhebt sich hoch über die Dächer der Altstadt. Der Turm an der Westfassade ist unvollendet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden St. Georgen und St. Marien weitgehend zerstört. Von der Marienkirche ist bis heute nur der Turm erhalten, St. Georgen wurde nach der Wende wiederaufgebaut. Heute dient die Kirche in den Sommermonaten als Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2014 verfügt St. Georgen außerdem über eine Aussichtsplattform auf dem 36 Meter hohen Turm. Sie ist mit einem Aufzug zu erreichen und bietet einen schönen Blick auf Stadt und Ostsee.

Konzerte im früheren Hospital

Video
03:51 min

Weltkulturerbe Wismar

07.05.2016 18:00 Uhr
Nordtour

Der UNESCO-Weltkulturerbe-Titel wurde der Hansestadt Wismar 2002 verliehen, weil die Innenstadt seit dem Mittelalter fast unverändert geblieben ist. Video (03:51 min)

Konzerte finden auch in der Heiligen-Geist-Kirche in der Lübschen Straße statt. Sie gehörte früher zu einem mittelalterlichen Hospital, das um 1250 gegründet wurde. Das lange Haus, auch Siechenhaus genannt, wurde 1411 erbaut. Der Durchgang zum Kirchenraum war während der Reformationszeit vollständig geöffnet, die Kranken sollten am Gottesdienst teilhaben dürfen. Auch als Herberge für Pilger und Obdachlose wurde der Kirchenraum genutzt.

In zwei mittelalterlichen Giebelhäusern in der Nähe (Lübsche Straße 23) befindet sich das Welt-Erbe-Haus. Im Inneren informiert eine Ausstellung über Wismars Geschichte und den Weg der Hansestadt zum Welterbe. Sehenswert ist das sogenannte Tapetenzimmer mit wertvollen Papierdrucken aus dem Jahr 1823, die Szenen aus der griechischen Mythologie zeigen.