Stand: 04.05.2016 11:29 Uhr

Welterbe Wismar: Hafenflair und Backstein

Imposante Backsteinkirchen, schön restaurierte Giebelhäuser und ein geschäftiges Hafenviertel, in dem Ausflugsboote, Fischkutter und Yachten festmachen - so präsentiert sich die altehrwürdige Hansestadt Wismar heute ihren Besuchern. Seit 2002 gehört die Altstadt von Wismar gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund zum Welterbe der UNESCO.

Haus in Wismar

Weltkulturerbe Wismar

Nordtour -

Der UNESCO-Weltkulturerbe-Titel wurde der Hansestadt Wismar 2002 verliehen, weil die Innenstadt seit dem Mittelalter fast unverändert geblieben ist.

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Im Zentrum der lebendigen Altstadt mit ihren zahlreichen schönen Bürgerhäusern liegt der quadratische Marktplatz, einer der größten in Norddeutschland. In der Mitte befindet sich die "Wasserkunst", ein Brunnenbauwerk im Stil der holländischen Renaissance aus dem 17. Jahrhundert, das bis 1897 der Trinkwasserversorgung diente. Fast die gesamte Nordseite des Platzes nimmt das mächtige klassizistische Rathaus in Anspruch. An ihm vorbei führt der Weg über Altböterstraße und ABC-Straße zum so genannten Schabbellhaus. Der prächtige Renaissancebau, in dem das stadtgeschichtliche Museum untergebracht ist, ist wegen Sanierungsarbeiten noch bis voraussichtlich 2017 geschlossen.

An der Grube durch die Altstadt

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Über dem Wasserlauf Grube liegt das sogenannte Gewölbe. Dort konnte das Wasser aufgestaut werden - etwa, um Brände zu löschen.

Beim Schabbellhaus verläuft die Mühlengrube, auch Runde Grube genannt. Sie ist einer der ältesten künstlichen Wasserläufe in einer deutschen Stadt und verbindet den Schweriner See mit der Ostsee. Im Mittelalter diente das Wasser der Grube zum Trinken, Waschen und Löschen und trieb zahlreiche Mühlräder an. Heute bietet sie Besuchern eine gute Orientierung und führt an vielen sehenswerten Gebäuden vorbei bis zum Hafen. Auf der dem Schabbellhaus gegenüber liegenden Seite der Grube erhebt sich mit der Nikolaikirche eine der drei monumentalen gotischen Sakralbauten Wismars. Über die sogenannte Schweinsbrücke mit ihren kleinen, metallenen Schweineskulpturen gelangen Besucher an dieser Stelle über den Wasserlauf.

Gotische Pracht: Die Backsteinkirchen der Altstadt

Neben St. Nikolai prägen der Turm der Marienkirche und die Kirche St. Georgen das Panorama der alten Hansestadt. Die Georgenkirche ist die größte und gleichzeitig die jüngste unter ihnen.

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Die St. Georgenkirche ist die größte der gotischen Kirchen Wismars.

Der im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtete Bau erhebt sich hoch über die Dächer der Altstadt. Der Turm an der Westfassade ist unvollendet. Im Zweiten Weltkrieg wurden St. Georgen und St. Marien weitgehend zerstört. Von der Marienkirche ist bis heute nur der Turm erhalten, St. Georgen wurde nach der Wende wiederaufgebaut. Heute dient die Kirche in den Sommermonaten als Spielstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2014 verfügt St. Georgen außerdem über eine Aussichtsplattform auf dem 36 Meter hohen Turm. Sie ist mit einem Aufzug zu erreichen und bietet einen schönen Blick auf die Stadt und die Ostsee.

Konzerte im früheren Hospital

Konzerte finden auch in der Heiligen-Geist-Kirche in der Lübschen Straße statt. Sie gehörte früher zu einem mittelalterlichen Hospital, das um 1250 gegründet wurde. Das lange Haus, auch Siechenhaus genannt, wurde 1411 erbaut. Der Durchgang zum Kirchenraum war während der Reformationszeit vollständig geöffnet, die Kranken sollten am Gottesdienst teilhaben dürfen. Auch als Herberge für Pilger und Obdachlose wurde der Kirchenraum genutzt. Im 17. Jahrhundert bekam die Kirche den braocken Giebel, die Strebenpfeiler und den Dachreiter mit Laterne und Uhrengaube.

In zwei mittelalterlichen Giebelhäusern in der Nähe (Lübsche Straße 23) befindet sich seit 2014 das Welt-Erbe-Haus. Eine Ausstellung informiert auf mehreren Etagen über Wismars Geschichte und den Weg der Hansestadt zum Welterbe. Sehenswert ist das sogenannte Tapetenzimmer mit wertvollen Papierdrucken aus dem Jahr 1823, die Szenen aus der griechischen Mythologie zeigen.