Stand: 03.09.2015 10:52 Uhr

Schmuckes Ostseebad - Boltenhagen

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Ein Nachbau eines historischen Badekarrens erinnert an die Geschichte Boltenhagens.

Bevor im Nordwesten Mecklenburgs die ersten Badegäste Urlaub machten, war Boltenhagen ein verträumtes Fischerdorf. Das änderte sich Anfang des 19. Jahrhunderts, als die ersten Urlauber den viereinhalb Kilometer langen feinen Sandstrand für sich entdeckten. Dort, wo heute Strandkörbe stehen, parkten einst hölzerne Badekarren.

Schmucker Ortskern und schöne Promenade

Im Sommer können Touristen regelmäßig Veranstaltungen im Kurpark besuchen.

Boltenhagen konnte über die Jahre hinweg sein typisches Erscheinungsbild eines klassischen Seebades bewahren: Viele alte Ferienvillen, hübsche Pensionshäuschen im Stil der Bäderarchitektur und schilfgedeckte Hallenhäuschen prägen den Ortskern. Mit Rathaus, Kurpark und Promenade bildet er eine geschlossene Einheit. In den Nebenstraßen sind nach der Wende viele neue Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen entstanden. Im Gegensatz zu einigen "Bettenburgen" im westlichen Teil der Lübecker Bucht stehen in Boltenhagen keine Hochhäuser, stattdessen fügt sich alles harmonisch ins Ortsbild ein.

Direkt hinter den Dünen verläuft die Strandpromenade. Dort reihen sich kleine Cafés und Geschäfte aneinander. Viele Häuschen an der Promenade und im Küstenwald stammen noch aus der Gründerzeit, wurden also etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Kaum ein Haus überragt die Baumkronen, sodass sie vom Wasser aus nicht zu sehen sind.

Familienfreundlicher Badestrand

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Feiner Sand und ein seichter Übergang ins Wasser machen Boltenhagen als Badeort so beliebt.

Am dem langen, feinen Sandstrand gibt es keine Steine, dafür aber einen seichten Übergang ins Wasser. Die Bucht bietet natürlichen Schutz vor hohen Wellen und ist daher sehr gut für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Am kurtaxenpflichtigen Strand entlang können Urlauber zur Steilküste wandern. Sie ist mit einer Höhe von 30 Metern nach Rügens Kreidefelsen die zweithöchste Steilküste an der deutschen Ostsee.

Auf dem Wasser unterwegs

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Die fast 300 Meter lange Seebrücke stammt aus dem Jahr 1992. Ihre Vorgängerin war im Winter 1941/42 zusammengebrochen.

Besonders empfehlenswert ist ein Spaziergang über die 290 Meter lange Seebrücke. Von dort aus starten auch Schiffe zu Rundfahrten durch die Boltenhagener Bucht oder zu Ausflügen nach Wismar, Travemünde und zur Insel Poel. Wer mit dem eigenen Boot nach Boltenhagen kommt, kann an einem der knapp 300 Liegeplätze im modernen Yachthafen Weiße Wiek im Ortsteil Tarnewitz festmachen. Zwei größere Hotelkomplexe direkt am Wasser richten sich jeweils an Wellnessurlauber und an Familien. Der Hafen ist auch Ausgangspunkt für Angelfahrten auf einem Fischkutter und Touren zu einer Seehundsbank.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / mareTV / 03.09.2015 / 20:15 Uhr