Stand: 30.09.2016 12:01 Uhr

Geesthacht: Industriekultur an der Elbe

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Das Wehr staut die Elbe bei Geesthacht und begrenzt so den Einfluss der Gezeiten.

Das Städtchen Geesthacht an der Elbe verbinden viele mit dem Kernkraftwerk Krümmel. Doch nicht nur dieses technische Bauwerk hat den Ruf der Stadt geprägt. Stattliche 142 Kilometer fließt die Elbe von Geesthacht noch, bevor sie in die Nordsee mündet. Die Auswirkungen von Ebbe und Flut reichen jedoch bis zu der südöstlich von Hamburg gelegenen Stadt. Um den Einfluss der Gezeiten auf die mittlere und obere Elbe zu begrenzen und die Bedingungen für den Schiffsverkehr zu verbessern, wurde ab 1957 ein riesiges Stauwehr gebaut. Es hält den Wasserpegel der Elbe oberhalb der Stadt konstant bei etwa vier Metern über Normalnull. Schiffe können das Hindernis in einem Schleusenkanal mit zwei rund 250 Meter langen Schleusenkammern umfahren.

Eine große Treppe für die Fische

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Die Fischtreppe in Geesthacht ist die größte in Europa.

Für Fische bleibt die Staustufe ein großes Hindernis. 2010 wurde daher eine 550 Meter lange und 45 Meter breite Fischtreppe errichtet, die eine kleinere alte Treppe ersetzt. Sie erleichtert insbesondere kleineren Fischen wie Stichling und Stint den Weg in den Oberlauf der Elbe. Biologen und Fischereiökologen haben rund 40 verschiedene Fischarten an der Treppe gezählt.

Oldtimer auf Schienen

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Die Lok "Karoline" ist alt, aber trotzdem noch gut in Schuss - als Museumsbahn.

Historische Gebäude gibt es in Geesthacht, das zum Herzogtum Lauenburg gehört, nur wenige. Nachdem bereits 1928 ein Großbrand die Altstadt schwer beschädigt hatte, wurde sie im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Dafür befindet sich in einem Lokschuppen beim Bahnhofsgebäude eine Sehenswürdigkeit der Industriekultur: Dort macht "Karoline" Besuchern Dampf. Die Lok von 1945 gehört zu einer Baureihe, die für die Dänische Staatsbahn zum Einsatz auf großen Rangierbahnhöfen entwickelt wurde. Seit 1980 ist "Karoline" im Besitz der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn. Mehrmals im Jahr geht es ganz stilecht in historischen Waggons vom Geesthachter Bahnhof zum Bahnhof Bergedorf Süd oder nach Krümmel.

Alfred Nobel erfand in Geesthacht das Dynamit

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In einem alten historischen Fachwerkgebäude, dem Krügerschen Haus, informiert die Stadt Geesthacht über ihre Geschichte. Exponate und Filme dokumentieren das Leben der ersten Siedler und die Besetzung der Stadt am Ende des Zweiten Weltkrieges. Auch ein vielfach unbekanntes Kapitel der Stadtgeschichte wird hier behandelt: In Geesthacht erfand Alfred Nobel das Dynamit und gründete seine erste Sprengstofffabrik, die den Grundstein seines Vermögens bildete. Über das Wirken des Schweden an der Elbe informiert das Industriemuseum Geesthacht.

Teil der Stadtgeschichte von Geesthacht ist auch das Kernkraftwerk Krümmel. Der Siedewasserreaktor war ab 1984 in Betrieb und unter anderem wegen mehrerer Störfälle umstritten. 2011 wurde er endgültig stillgelegt. Doch es wird noch bis 2036 dauern, bis alle radioaktiven Stoffe umgelagert und das Atomkraftwerk komplett abgebaut ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schleswig-Holstein Magazin | 03.10.2016 | 19:30 Uhr

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