Stand: 05.05.2014 10:55 Uhr

Lauenburg: Ein Herzogtum aus Wasser und Wald

Im Südosten Schleswig-Holsteins - zwischen Hamburg, der Elbe, Lübeck und der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern - liegt das Herzogtum Lauenburg. Es hat eine lange und bemerkenswerte Geschichte, denn es besteht seit dem 14. Jahrhundert fast unverändert. 1865 gelangt das Herzogtum unter preußische Herrschaft, 1876 erfolgt die Umwandlung in einen Landkreis und die Eingliederung in die preußische Provinz Schleswig-Holstein. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kommen 1937 die Stadt Geesthacht sowie 13 kleinere Gemeinden dazu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Herzogtum ein Kreis des Landes Schleswig-Holstein und trägt seitdem den offiziellen Namen Kreis Herzogtum Lauenburg.

Ein Naturpark inmitten von Seen

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Der Ratzeburger See ist einer der bekanntesten der Lauenburgischen Seen.

Mit 24 Prozent Waldfläche, zahlreichen Seen sowie der Elbe ist das Herzogtum ein beliebtes Naherholungs- und Urlaubsgebiet. Herz der Region sind die Lauenburgischen Seen und der gleichnamige Naturpark. Rund 40 Seen, darunter der Schaalsee und der Ratzeburger See, gehören dazu. Neben Wasser prägen Laub- und Mischwald, Moore, Heideflächen und Grünland die reizvolle und sehr abwechslungsreiche Landschaft, die vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen einen idealen Lebensraum bietet. Im Naturpark liegen die beiden sehenswerten Städte Mölln und Ratzeburg. Sie sind durch die Alte Salzstraße miteinander verbunden.

Ausflusgziel Elbe-Lübeck-Kanal

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Am Elbe-Lübeck-Kanal führt der Radweg "Alte Salzstraße" entlang.

Der Elbe-Lübeck-Kanal schlängelt sich von Süd nach Nord durch das Herzogtum - von Lauenburg an der Elbe bis in die Hansestadt, wo er in die Trave mündet. Im Jahr 1900 wurde der Kanal eingeweiht. Er ist 62 Kilometer lang, hat sieben Schleusen und verläuft in den einstigen Flusstälern von Delvenau und Stecknitz. Dadurch wirkt er nicht wie ein künstliches Bauwerk, sondern wie eine Flusslandschaft - gewunden, lieblich und natürlich.

Da der Kanal heute keine große wirtschaftliche Bedeutung mehr hat, ist er ein schönes Ausflugsziel für Wassersportler, Spaziergänger und Radfahrer. Direkt am Kanal entlang verläuft ein Radweg. Er verbindet nicht nur sehenswerte Orte wie Lauenburg, Siebeneichen und Mölln, sondern verspricht auch viele schöne Naturerlebnisse, etwa bei Witzeeze. Dort liegen östlich des Kanals ehemalige Kiesseen. Mit etwas Glück können Ausflügler dort Vögel wie Haubentaucher, Stockenten, Schell- und Reiherenten beobachten.

Naturschutzgebiet Hohes Elbufer

Die Elbe bildet die südliche Grenze des Herzogtums. Dort liegt die alte Schifferstadt Lauenburg, die einst Residenzstadt der Herzöge war und der Region ihren Namen gibt. Westlich von Lauenburg beginnt das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer. Es ist von zahlreichen Wander- und Spazierwegen durchzogen und reicht bis nach Geesthacht. Die zweite größere Stadt des Herzogtums an der Elbe ist bekannt für ihre riesige Staustufe mit Schleuse und Fischtreppe. Die Anlage staut das Wasser auf vier Meter über Normalnull und begrenzt so den Einfluss der Gezeiten der Nordsee auf die Oberelbe.

Sachsenwald: Auf den Spuren Bismarcks

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Hinter dieser Tür ruht der ehemalige Reichskanzler gleich neben seiner Frau Johanna.

Ein Ort, der mit einem großen Namen der deutschen Geschichte verbunden ist, liegt im Südwesten des Herzogtums. Im Sachsenwald befindet sich das Grab Otto von Bismarcks. Der erste deutsche Reichskanzler bekam den Wald 1871 von Kaiser Wilhelm I. geschenkt und kaufte mehrere Anwesen in dem kleinen Ort Friedrichsruh, wo er auch seine letzten Lebensjahre verbrachte. Seine Nachkommen leben dort noch heute.
Bismarcks Leichnam ruht in einem Mausoleum, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Museum dokumentiert das Leben und Schaffen des Politikers.

Ebenfalls im Sachsenwald lädt der Garten der Schmetterlinge zu einem Ausflug in die Tropen unter Glas ein.

Karte: Ausflugsziel Elbe-Lübeck-Kanal

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.06.2006 | 19:30 Uhr

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