Stand: 06.10.2016 12:32 Uhr

Sagenumwobener Berg: Der Brocken

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Das Brockenplateau wurde nach der Wiedervereinigung renaturiert. Es gibt dort nun einen Garten, ein Museum und ein Hotel.

Der Harz ist Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, der Brocken mit 1.141 Metern seine höchste Erhebung. Der sagenumwobene Berg, auf dem angeblich Hexen, Gespenster und der Teufel ihr Unwesen treiben, wird im Volksmund auch Blocksberg genannt und ist das Ziel vieler Wanderer. Schon Goethe bestieg ihn vier Mal und setzte dem Berg mit der Walpurgisnacht-Szene in "Faust I" ein literarisches Denkmal.

Die Hexe ist noch heute eine Harzer Symbolfigur und ein beliebter Souvenirartikel. Und jedes Jahr versammeln sich am Abend des 30. April in Thale zahlreiche "echte" Hexen, um mit einem großen Show- und Musikprogramm die Walpurgisnacht zu feiern.

Wechselvolle Geschichte

Schon vor Jahrhunderten war der Brocken ein beliebtes Ausflugsziel. 1736 errichtete der damalige Besitzer, Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, dort eine kleine Schutzhütte, das heute noch stehende "Wolkenhaus". Im Sommer 1800 eröffnete das erste Gasthaus, das in den folgenden Jahren mehrfach erneuert und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Während der deutsch-deutschen Teilung lag der Berg im Grenzgebiet der DDR und war als militärische Sperrzone bis 1989 nicht zugänglich.

Jüngere Geschichte

Der Mauerfall auf dem Brocken

Nach dem Mauerfall warten die Menschen im Harz darauf, den Brocken zu besteigen. Hansjörg Hörseljau ist dabei, als dort am 3. Dezember 1989 das Tor zum Plateau geöffnet wird. Video

Umgestaltung nach der Wende

Nach der Wiedervereinigung wurde das Plateau renaturiert. Unter anderem wurden der Brockengarten mit Hochgebirgspflanzen wie Enzian und Edelweiß wieder eröffnet und das Brockenhaus neu gestaltet. Das Museum ist ganzjährig geöffnet und beherbergt neben einem Café eine Ausstellung über die Geschichte und Magie des Berges. Dazu gehören eine Multivisionsschau, historische Filme sowie Informationen über Naturpark und Hexen. Nebenan liegt die Brockenherberge, das höchst gelegene Hotel-Restaurant Deutschlands.

Extreme Klimabedingungen

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Keine Seltenheit: Wanderer kämpfen auf dem Brocken mit stürmischen Böen.

Der Brocken liegt im Hochharz. So wird das Gebiet bezeichnet, das über 700 Meter hoch ist und sich vom umgebenden Oberharz wesentlich durch sein Klima unterscheidet. Tiefe Temperaturen, hohe Niederschlagsmengen und starke Winde sind für diese Region charakteristisch. Wegen seiner exponierten Lage liegt der Brocken oberhalb der natürlichen Baumgrenze. Hier herrschen extreme Klimabedingungen, die denen auf Island ähneln. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt nur 2,9 Grad. Auf dem Brocken befindet sich auch eine wichtige Wetterstation. Von dort schicken die Beobachter jede Stunde ihre Daten an den Deutschen Wetterdienst. Sie helfen den Meteorologen dabei, das Wetter der nächsten Tage vorauszusagen.

Zu Fuß auf dem Gipfel

Weitere Informationen
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Zu Fuß auf den Brocken

Eine Brockentour ist für viele Wanderer der Höhepunkt ihrer Reise in den Harz. Mehrere Wege verschiedener Länge und Schwierigkeit führen auf den höchsten Gipfel im Norden. mehr

Viele verschiedene Wege führen auf den Brocken. Einer ist der 13 Kilometer lange Heinrich-Heine-Wanderweg. Er beginnt auf dem Marktplatz von Ilsenburg und führt hinauf zum Gipfel. Auch auf den Spuren Goethes lässt sich der Brocken erkunden. Vom Altenauer Ortsteil Torfhaus aus können Wanderer den Gipfel über den Goetheweg erklimmen. Dieser ist 16 Kilometer lang, der Aufstieg dauert etwa sechs Stunden. An schönen Tagen mit Sonne und klarer Luft wird die Mühe mit einer atemberaubenden Fernsicht von bis zu 180 Kilometern belohnt. Das ist aber leider eher selten. In den meisten Fällen erwartet den Besucher Nebel: an durchschnittlich 306 Tagen im Jahr. Oft ist es auf dem Brocken auch sehr stürmisch und in den Wintermonaten liegt natürlich - teils meterhoch - Schnee. Wer den Berg besteigt, sollte deshalb auf jeden Fall die passende Kleidung dabei haben. Oft ist es auf dem Gipfel nämlich empfindlich kalt, an 85 Tagen im Jahr liegt die Temperatur unter null Grad.

Mit der Dampflok auf den Berg

Eine romantische und bequeme Art, den Berggipfel zu erreichen, ist eine Fahrt mit der Brockenbahn. Die alte Dampflok mit Personenwagen bringt Touristen mit der Kraft von 700 PS und 3,5 Tonnen Kohle auf den Berg. Liegt im Winter Schnee, bietet der Blick aus dem Fenster auf die in dickes Weiß getauchten Zweige ein besonders friedliches Bild. Die Harzer Schmalspurbahn startet mehrmals täglich von Wernigerode aus Richtung Brocken. Die Fahrt dauert gut eineinhalb Stunden - von Schierke aus 30 Minuten - und führt mitten durch die herrliche Landschaft des Nationalparks Hochharz mit dem Quellgebiet der Bode.

Tipp

Brockenbahn: Durch den Ostharz zum Gipfel

Die bekannteste Schmalspurbahn im Norden fährt von Wernigerode auf den Brocken. In langen Schleifen dampft sie durch die dichten Wälder des Harzes rund 900 Höhenmeter bergauf. mehr

Auf dem Teufelsstieg über den Brocken

Der Teufelsstieg von Bad Harzburg auf den Brocken gilt als einer der anspruchsvollsten Wanderwege im Harz. Über den Gipfel in gut 1.100 Meter Höhe geht es weiter bis nach Elend. mehr

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 31.01.2017 | 18:45 Uhr

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