Sendedatum: 03.03.2019 18:05 Uhr

Zur Sache: Voll auf Speed

von Michael Frömter

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In Schleswig-Holstein registriert die Polizei immer mehr Drogendelikte.

Was die Zahl der Drogendelikte in die Höhe treibt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Das Landeskriminalamt geht davon aus, dass die Drogenstatistik durch verstärkte Ermittlungen der Polizei gestiegen ist. Je mehr Kontrollen, desto mehr registrierte Delikte. Besorgte Eltern hingegen befürchten, dass der Drogenkonsum insgesamt zugenommen hat. Ein Grund für dieses subjektive Gefühl sind Berichte von Partygängern, wonach es beispielsweise in Clubs und Diskotheken bunte Pillen für relativ wenig Geld zu kaufen gibt. In den vergangenen zwei Jahren registrierte die Polizei jeweils fast 1.000 Verstöße wegen synthetischer Drogen, meist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Bunte Ecstasy-Pillen in einem Glas. © NDR Foto: Oliver Gressieker

Gefährliche Party-Pillen für wenig Geld

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Sie kosten nur ein paar Euro: Pillen wie Ecstasy. In der Sendung Zur Sache warnte Henrik Greve vom LKA vor Substanzen, die mitunter in die Drogen gemischt werden - darunter Rattengift.

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Polizei konzentriert sich auf organisierte Rauschgifthändler

Im Kampf gegen Drogen konzentriert sich die Polizei in Schleswig-Holstein auf die Drogenhändler, die mit Rauschgift viel Geld verdienen. Ziel ist es dabei, die organisierten Strukturen aufzudecken. Spürbar eingedämmt werde die Rauschgiftkriminalität dadurch nicht, heißt es in einer Antwort des Landeskriminalamtes in Kiel. Dennoch werde die Szene verunsichert und das Geschäft der Rauschgifthändler deutlich erschwert. Treffen die Ermittler bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität auf Drogenkonsumenten, wird auch gegen sie ermittelt. Schwerpunkt jedoch bleibt die organisierte Kriminalität. Erst am vergangenen Dienstag gelang Spezialeinsatzkräfte der Polizei in Norderstedt und in Hamburg ein Schlag gegen einen Drogenhändlerring. Dabei wurden mehrere Kilo synthetischer Drogen beschlagnahmt. Acht Männer und Frauen wurden festgenommen.

Es gibt Drogenschwerpunkte in Schleswig-Holstein

Drogen werden zwar auch auf dem Land gehandelt, die Schwerpunkte liegen aber in den Städten. Laut LKA werden beispielsweise im Kieler Schützenpark alle Sorten von Drogen gehandelt: Heroin, Kokain, Marihuana, Betäubungsmittel und synthetische Drogen. Umschlagsplätze in der Landeshauptstadt sind aber auch die Bergstraße und das Karlstal im Stadtteil Gaarden. In Neumünster gilt der Rencks Park als Ort, an dem vor allem Marihuana gehandelt wird. In Lübeck sind der Krähenteich und der ZOB die Hotspots. Zudem tauchen in der Hansestadt zunehmend Amphetamine und Ecstasy auf.

Unberechenbar: Synthetische Drogen

Das Gefährliche an synthetischen Drogen ist, dass kaum einer weiß, was in den Pillen und Pulverchen drin ist. Nach Angaben von Experten haben vor allem sogenannte Partydrogen unterschiedliche Inhaltsstoffe. Oft sind sie auch gepanscht oder gestreckt und ihre Wirkung ist unklar. Außerdem ist der "Trip" vom körperlichen Zustand abhängig - es kann einige Male "gutgehen", beim nächsten Mal ist es ein Horrortrip. Auch das Risiko für Folgeschäden wie Angstzustände und Depressionen oder auch Organschädigungen ist nicht kalkulierbar.

Ihre Themenvorschläge für die Sendung

Haben Sie eine Idee für "Zur Sache"? Über welche Themen sollten wir diskutieren? Senden Sie uns gerne Ihre Themen aus Schleswig-Holstein an zursache@wellenord.de.

Kampf den Drogen

Während  die Polizei vor allem Rauschgifthändler bekämpft und verfolgt, versuchen Suchtberatungsstellen Jugendliche auch auf Partys, in Schulen und in Jugendzentren zu erreichen. Was kann ich tun, wenn ich in meinem persönlichen Umfeld Drogenkonsum beobachte? An wen kann ich mich wenden? Dies Fragen standen im Mittelpunkt unserer Zur Sache Sendung am Sonntag, den 3. März 2019.

Zu Gast bei Moderatorin Rebekka Merholz waren Henrik Greve vom Landeskriminalamt. Er ist zuständig für die Drogen- und organisierte Kriminalität. Außerdem waren Tim Bennewitz, Projektleiter des "Party-Projektes Odyssee" in Kiel, sowie Sina Dietze von der Drogenhilfe im Studio.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 03.03.2019 | 18:05 Uhr

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Jeden Sonntag diskutieren Experten in der Sendung "Zur Sache" von 18 bis 20 Uhr über das Thema der Woche. Auch die Meinungen und Fragen der Hörerinnen und Hörer sind gefragt. mehr

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