Stand: 07.05.2020 17:47 Uhr

Zur Sache: Kommt der Tourismus wieder in Fahrt?

von Michael Frömter

"Die Hoffnung stirbt zuletzt", denken in diesen Zeiten Gastronomen und Besitzer von Ferienunterkünften im nördlichsten Bundesland. Ob sie die Folgen der Pandemie für ihr Unternehmen überstehen oder nicht, treibt so manchem die Sorgenfalten auf die Stirn. Verständlich, denn seit März sind Unterkünfte und Gaststätten im Land zwischen den Meeren geschlossen. Dabei hatte das Jahr 2020 für das Tourismusgewerbe aussichtsreich begonnen. So registrierte das Statistikamt Nord noch im Februar mehr als 1,4 Millionen Übernachtungen in Schleswig-Holstein. Das waren etwa 400.000 mehr als fünf Jahre zuvor. Dann kam im März der Lockdown - Übernachtungen und Umsätze im Hotel- und Gaststättengewerbe gingen weitestgehend auf Null zurück. Da halfen auch nicht die wenigen Geschäftsreisenden, deren Übernachtungen in Hotels noch erlaubt waren. Das für den Tourismus wichtige Ostergeschäft fiel flach, mehrere (Kurzzeit-)Beschäftigte verloren ihren Job.

strandkorb © dpa - Bildfunk Foto: Angelika Warmuth

Zur Sache: Kommt der Tourismus wieder in Fahrt?

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Wie bereitet sich die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein auf die Wiederöffnung vor? Das war das Thema in unserer Zur Sache Sendung.

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Erste Lockerungen reichen nicht

Erste Lockerungen für den Tourismus gibt es bereits seit dem 4. Mai. Seither dürfen Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper ihre Zweitwohnungen und Wohnwagen in Schleswig-Holstein wieder nutzen. Das gilt im Falle von Zweitwohnungen auch für die Inseln und Halligen. Ausschließlich für das Festland gilt noch bis Mitte Mai, dass die Zweitwohnungen und Wohnwagen nur mit Kindern und Partnern genutzt werden dürfen, die zusammen im selben Haushalt leben. Diese ersten Schritte reichten der Tourismusbranche nicht, denn wirtschaftlicher Umsatz sieht anders aus. Nun sollen die seit Wochen erwarteten Lockerungen kommen.

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Vom 18. Mai an dürfen jetzt alle Restaurants, Hotels und Ferienhäuser in Schleswig-Holstein unter Auflagen wieder öffnen. Es gebe für die Gastronomie keine Kapazitätsgrenzen, die Betriebe müssten aber für die Einhaltung der Abstandsregeln sorgen und um 22 Uhr schließen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Landtag. Aufgehoben wird auch das Einreiseverbot für Touristen, die nach Schleswig Holstein kommen möchten. Und auch Wohnmobilstellplätze dürfen vom 18. Mai an wieder öffnen. Möglich wurden diese Lockerungen nach dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch. Dabei hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass die Bundesländer die Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen übernehmen. Die Kehrseite der Medaille: Die Länder sind auch für eventuelle negative Folgen verantwortlich. Und die Vereinbarung sieht auch eine "Notbremse" vor. So müssen die Länder sicherstellen, dass in Kreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss.

Experten zu Gast im Studio

Wie bereitet sich die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein auf die Wiederöffnung vor? Sind die Verluste zu Ostern im Gastgewerbe noch wett zu machen? Welchen Herausforderungen müssen sich Gaststätten und Unterkünfte stellen? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt unserer Sendung Zur Sache am Sonntag, den 10. Mai auf NDR 1 Welle. Zu Gast im Studio bei Moderatorin Ulrike Drevenstedt waren Manuela Schütze von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein und der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Stefan Scholtis. Mit dabei war auch wieder der Virologe Prof. Dr. Helmut Fickenscher von der Uni Kiel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 10.05.2020 | 18:05 Uhr