Sendedatum: 17.03.2019 18:05 Uhr

Zur Sache: Kita-Reform - Großer Wurf für die Kleinen?

Nachdem die schleswig-holsteinischen Landesregierung die Neuordnung der Kita-Finanzierung vorgestellt hat, mit der Eltern finanziell entlastet werden sollen, soll die Reform noch weiter gehen. Auch der Personalschlüssel soll erhöht werden. Doch es fehlen die Pädagogen. Schleswig-Holsteins Familienminister Heiner Garg (FDP) machte am Sonntag in der Sendung Zur Sache klar, dass er an dieser Stelle die Bundesregierung in der Pflicht sieht. Das Modellprojekt praxisintegrierte Ausbildung, das im Moment laufe und für rund 30 angehende Erzieher ausgelegt sei, könne nicht die Lösung sein, so Garg. Für die Kita-Reform müsse das Land zusätzlich eine halbe Milliarde Euro ausgeben. Damit sei es finanziell am Limit.

Kinder in einer Kindertagesstätte © picture-alliance/ ZB Foto: Jens Büttner

Kita-Reform - Großer Wurf für die Kleinen?

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Der Personalschlüssel in den Kitas soll erhöht werden. Doch es fehlen die Pädagogen. Familienminister Heiner Garg (FDP) sieht an dieser Stelle die Bundesregierung in der Pflicht.

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Zu Gast bei Moderatorin Michaela Assmann waren am Sonntag neben Familienminister Garg noch Axel Briege (Sprecher der Landeselternvertretung) sowie Heike Staben-Söth (Leiterin Kindergarten Aukrug).

Anmerkung der Redaktion: Herr Briege hat darauf hingewiesen, dass es zu einem Ablesefehler bei seinen Notizen bezüglich des Verhältnisses von Investition zu Mehreinnahmen der einzelnen Ebenen gekommen ist. Korrekt ist das folgende Verhältnis von Erträgen zu Kosten insgesamt:
Bund: 53,44 / Land: 2,74 / Kommunen: 1,17. Laut Herrn Briege, werde dadurch deutlich, dass es keine Verlierer bei Investitionen in frühkindliche Bildung und deren niedrigschwellige Zugänglichkeit gebe.

Bisher große Unterschiede bei Elternbeiträgen

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Kita-Reform in Schleswig-Holstein: Eltern werden entlastet.

Bisher gibt es bei den Elternbeiträgen in Schleswig-Holstein riesige Unterschiede - und im bundesweiten Vergleich sind sie am höchsten. So kostet in Stormarn die Kinderbetreuung zum Teil fast 400 Euro mehr als in Nordfriesland. Das soll sich ändern. Familienminister Heiner Garg hat am vergangenen Donnerstag die Eckpunkte der geplanten Kita-Reform in Schleswig Holstein vorgestellt. Ein wichtiger Punkt dabei: Die Elternbeiträge sollen vom kommenden Jahr an gedeckelt werden. Die Ganztagsbetreuung eines Kindes unter drei Jahren in einer Krippe wird dann maximal 288 Euro und in einer Kindertagesstätte höchstens 233 Euro im Monat kosten. Die neuen "gedeckelten" Sätze sollen für ganz Schleswig-Holstein gelten - auch für alle Träger, also zum Beispiel auch für Kindergärten der Kirchen.

Bessere Qualität in den Kitas geplant

Als ein weiteres Hauptziel nannte Garg, die Qualität der Kitas zu verbessern. In Schleswig-Holsteins 1.780 Kindergärten werden nach Angaben des Ministers künftig landesweit einheitliche, verbindliche Mindest-Qualitätsstandards festgelegt. Unter anderem ist geplant, den Fachkräfteschlüssel von 1,5 Erziehern pro Gruppe auf zwei zu erhöhen - bei einer Kindergartengruppe von maximal 22 Kindern.

Außerdem sollen die Kommunen entlastet werden. Sie bekommen vom Land in den kommenden Jahren 481 Millionen Euro zusätzlich. Kommunen und Wohlfahrtsverbände, die die Eckpunkte mit verhandelt haben, lobten zwar die Bemühungen als ersten Schritt - meldeten aber auch Kritik an. So wünschen sich die Kommunen mehr Geld und die Träger einen höheren Personalschlüssel.

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Ihre Themenvorschläge für die Sendung

Haben Sie eine Idee für "Zur Sache"? Über welche Themen sollten wir diskutieren? Senden Sie uns gerne Ihre Themen aus Schleswig-Holstein an zursache@wellenord.de.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 17.03.2019 | 18:05 Uhr

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