Stand: 11.06.2020 08:09 Uhr

Zur Sache: Corona bringt Ausbildung und Studium ins Wanken

Bis zum Jahreswechsel 2019/2020 schien die Welt für Schüler noch in Ordnung zu sein. Mit mehr oder weniger Engagement verfolgten sie den Unterricht, machten sich in den Abschlussklassen erste Gedanken für den weiteren Lebensweg: Ausbildung, Studium oder doch erst ein Jahr Work and Travel? Doch dann kam das Coronavirus und veränderte auch den Schulalltag. Durch den wochenlangen Shutdown fiel der Unterricht aus, lange Zeit war unklar, ob die Schulabschlussprüfungen überhaupt stattfinden. Dies hat sich inzwischen geklärt. Doch die verspäteten Prüfungen werfen neue Probleme auf, da sie mit deutlicher Verspätung stattfanden oder noch stattfinden. Waren die Oberstufen früher in der Regel Ende Mai mit dem Abitur durch, dauern in diesem Jahr die Prüfungen zum Teil noch an. Die Folge: Die Fristen, um sich rechtzeitig für ein Studium oder einen Ausbildungsplatz zu bewerben, werden kürzer und sind teilweise bereits sogar verstrichen. Ob mittlerer Schulabschluss oder Abitur: Junge Menschen eines ganzen Jahrgangs stehen vor demselben Problem.

Schüler schaut fragend auf seinen Laptop © imago/Westend61

Corona macht es Azubis und Studenten schwer

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Wie finde ich auch in Corona-Zeiten eine Ausbildungsstelle? Wie sicher ist mein Ausbildungsplatz? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt unserer Sendung Zur Sache am Sonntag, den 14. Juni.

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Weniger Ausbildungsverträge wegen strauchelnder Wirtschaft

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Der Azubi Kevin Meier fand seine Stelle auf dem Bau noch vor der Corona-Krise.

Die Corona-Krise hat auch die Wirtschaft ordentlich ins Wanken gebracht. Die Folgen sind Umsatzeinbrüche, Kurzarbeit und manchmal Entlassungen. Obwohl Fachkräfte weiter dringend gesucht werden, überlegt so manches Unternehmen, ob es in diesem Jahr überhaupt Auszubildende aufnimmt.

Dies sei der falsche Weg, meinen Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer. Sie appellieren an die Unternehmen, sich gerade in der Corona-Krise um Auszubildende zu bemühen. Das Ausbildungsjahr pausiere trotz Corona nicht, heißt es in einer Mitteilung der IHK. Bislang wurden zum Beispiel im Handwerk etwa zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge gezählt als im Vorjahr. Bei anderen Berufen sei das Minus noch größer, heißt es bei den Kammern. "Mir ist bewusst, dass die Corona-Krise viele Betriebe aktuell vor große Probleme stellt", sagte jüngst Wirtschaftsminister Buchholz. Dennoch dürfe die Zeit danach nicht aus dem Blick verloren werden: "Die Sicherung des Fachkräftebedarfs war vor der Krise ein zentrales Thema für die Zukunftsfestigkeit der Unternehmen und wird es auch danach sein", so der Wirtschaftsminister.

Orientierungsprobleme für Schulabgänger

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Solch eine volle Erstsemester-Veranstaltung wird es an der Uni Kiel wohl vorerst nicht mehr geben.

Ob Berufs- oder Studien-Informationstage, Ausbildungsmessen, Tage der offenen Tür in Unternehmen und Hochschulen: Das alles fiel in diesem Jahr aus. Auch fehlte die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen persönlich auszutauschen, da man sich in der Schule nicht mehr traf.

Bei den Unis und Hochschulen fand und findet die Studienberatung weitestgehend telefonisch oder über das Internet statt. Unabhängig davon, dass dafür die Bewerberinnen und Bewerber über die entsprechende digitale Ausstattung verfügen müssen, fehlt vielen Schulabgängern nach eigenen Angaben das direkte persönliche Gespräch. Auch, wer sich für eine Ausbildung interessiert, wird bei vielen Unternehmen den virtuellen Weg beschreiten müssen. Direkte Bewerbungsgespräche sind eher die Ausnahme. Somit wird der ein oder die andere Auszubildende bereits bei der Bewerbung mit der verstärkten Digitalisierung der späteren Berufswelt konfrontiert.

Viele Frage rund um Ausbildung und Studium

Wie finde ich auch in Corona-Zeiten die für mich richtige Ausbildungsstelle? Wie sicher ist in Corona-Zeiten mein Ausbildungsplatz? Wer kann mich worüber wie beraten? Wie läuft es mit einem Studium? Welche Fristen muss ich beachten? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt unserer Sendung Zur Sache am Sonntag, den 14. Juni. Zu Gast im Studio bei Moderatorin Ulrike Drevenstedt waren unter anderem die Vizepräsidentin der Kieler Christian-Albrechts-Universität, Prof. Dr. Ilka Parchmann, und der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, Andreas Katschke. Mit dabei war auch Thore Hansen, er ist Bildungsexperte der IHK zu Kiel. Für die betroffenen Jugendlichen nahm Florian Juhl an der Diskussion teil. Er ist Abiturient der Klaus-Groth-Schule in Tornesch und war mehrere Jahre Mitglied der Landesschülervertretung für Gemeinschaftsschulen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 14.06.2020 | 18:05 Uhr

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