Stand: 16.06.2019 13:00 Uhr

Sieger beim Wettbewerb op Platt in Hamburg geehrt

Im Ohnsorg-Theater werden die Gewinner des Schreibwettbewerbs "Vertell doch mal" prämiert.

Mehr als 1.000 Geschichten auf Plattdeutsch sind beim NDR und bei Radio Bremen beim Schreibwettbewerb "Vertell doch mal" eingegangen. Das Thema in diesem Jahr: "As 'n Droom" - "Wie ein Traum". Eine Fach-Jury wählte die fünf besten Geschichten aus. Heute trugen in einer Gala im Hamburger Ohnsorg-Theater Schauspielerinnen und Schauspieler des Hauses die besten Geschichten vor. Die Geehrten erhielten Preise im Wert von insgesamt mehr als 5.000 Euro. Das Otto Groote Ensemble aus Bremen sorgte für plattdeutsche Musik vom Feinsten.

Husumer gewinnt "Vertell doch mal"

Den ersten Preis gewann Karl-Peter Kööp aus Husum mit der Geschichte "Sunst nix". Er hat zum ersten Mal mitgemacht, ist aber kein unbeschriebenes Blatt: Der ehemalige Dozent an einer Wirtschaftsakademie veröffentlichte bereits in der "Regionalsprachlichen Beilage" der Husumer Nachrichten oder in "Der Landtag", verfasste das Gedicht "Schobüll-Haff" und übersetzte zum Beispiel Liedtexte von Leonard Cohen und Heinrich Heine ins Plattdeutsche. Gern macht der 67-jährige Husumer Führungen durch seine Heimatstadt. Hierbei hat es ihm vor allem die thematische Führung "Tatort Husum - die dunklen Seiten der Stadt" angetan, die er auch gern op Platt durchführt.

Vater-Sohn-Gespann aus Niedersachsen auf Platz 2

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Durch die Matinée führte NDR Plattschnuut Ines Barber.

An Vater und Sohn, Herbert und Holger Wittschen aus Weyhe in Niedersachsen, ging der zweite Preis mit dem Beitrag "Reis hen na de Steerns". Lokführer a. D. Herbert Wittschen war bis 2018, unter anderem in der "plattdüütschen Runn" aktiv und hat gelegentlich für den "Plattdüütsch Klenner" geschrieben. Hauptsächlich verfasst er Gelegenheitsgedichte anlässlich von Geburtstagen und Jubiläen. An "Vertell doch mal" nahm der 95-Jährige im vergangenen Jahr erstmalig teil, gemeinsam mit seinem Sohn Holger. Der 54-jährige examinierte Krankenpfleger, der ebenfalls in Weyhe wohnt, schreibt normalerweise Kurzgeschichten und Krimis auf Hochdeutsch.

Platz 3 geht nach Ostfriesland

Für "Levensglück“ erhielt Grieta Bottin aus Großheide den dritten Preis. In der plattdeutschen Szene Ostfrieslands ist die 72-Jährige seit Jahrzehnten bekannt. Ihre Texte sind in Anthologien erschienen, sie hat zahlreiche Radiosendungen gestaltet, Lesungen veranstaltet und sich 2013 auch an einem Poetry-Slam beteiligt. Daneben ist die pensionierte Lehrerin auch sportlich aktiv. Sie radelt, walkt, segelt und macht Ski-Langlauf.

Besten Geschichten erscheinen als Buch

Über den vierten Preis freute sich Bruno Mösch aus Verden. Mit der Geschichte „Wenn Herr Müller anröppt ...“ hat er es jetzt zum sechsten Mal in das Vertell-doch-mal-Buch geschafft - dort werden jedes Jahr die 25 besten Geschichten veröffentlicht. Der Malermeister schreibt regelmäßig plattdeutsche Beiträge für den "Boten aus Niedersachsen", auf Hochdeutsch gelegentlich für die "Verdener Allerzeitung". Dazu kommen Beiträge für die Anthologie "Geschichten, die noch keiner kennt". Daneben singt der Vater zweier erwachsener Kinder im Männerchor, unternimmt gern Waldwanderungen und mehrtägige Radtouren.

Schauspieler Harald Maack räumt zum dritten Mal ab

An Harald Maack aus Osterholz-Scharmbeckging der fünfte Preis für "Pingstsünndag". Zum Schreiben von plattdeutschen Geschichten ist der Schauspieler aus Osterholz-Scharmbeck durch Vertell doch mal gekommen. Nach einem dritten Preis 2013 wurde er nun zum dritten Mal mit einem Text ins Buch aufgenommen. Wenn der 63-Jährige nicht mit Dreharbeiten für die Serie "Notruf Hafenkante" beschäftigt ist - er spielt dort den Polizeioberkommissar Jörn "Wolle" Wollenberger - arbeitet er in seinem Garten, schreibt an einem Buch mit eigenen plattdeutschen Geschichten oder geht gern auf Reisen.

Nachwuchs in der Platt-Szene freut sich über "Ü 18"-Preis

Erneut gibt es auch einen „Ü 18"-Preis, eine besondere Würdigung für ganz junge plattdeutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Diesen Preis gewann die 14-jährige Henrikje Anneken Raßmuß aus Jamel in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Text "Ein Alpdroom". In ihrer Freizeit liest sie sehr viel und beschäftigt sich mit griechischer Mythologie.

Die Geschichten aus dem Wettbewerb hören

Die Radio-Landesprogramme des NDR und Radio Bremen senden Auszüge der Gala-Matinée im Hamburger Ohnsorg-Theater.

NDR 1 NiedersachsenMontag, 24.06.
19.05 Uhr bis 20.00 Uhr
NDR 1 Welle NordMontag, 17.06.
21.05 Uhr bis 22.00 Uhr

Montag 24.06.
21.05 Uhr bis 22.00 Uhr
NDR 1 Radio MVMontag, 17.06.
19.05 Uhr bis 20.00 Uhr
NDR 90.3Sonntag, 23.06.
08.30 Uhr bis 09.00 Uhr

Sonntag, 30.06.
08.30 Uhr bis 09.00 Uhr

Im Rahmen der Ausstrahlung des niederdeutschen Hörspiels sendet Bremen Zwei alle zwei Wochen - sonntags, zwischen 18.05 Uhr und 19 Uhr ebenfalls Auszüge der Gala-Matinée im Hamburger Ohnsorg-Theater.

Schreibwettbewerb mit Tradition

Eine Frau sitzt auf dem Boden in schreibt auf einen Block mit einer Müslischale in der Hand. © imago Foto: Westend61

"Vertell doch mal: As´n Droom"

NDR 1 Welle Nord - Hör mal 'n beten to -

Ein Traum: Mehr als 5.000 Euro ist das Preisgeld bei unserem plattdeutschen Schreibwettbewerb "Vertell doch mal". Kerstin Kromminga hat sich Gedanken zum Thema gemacht.

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In diesem Jahr fand der Wettbewerb "Vertell doch mal" zum 31. Mal statt. Alle eingereichten Geschichten, bisher insgesamt mehr als 44.000, werden in der Landesbibliothek Schleswig-Holstein archiviert. Vertell doch mal veranstalten die vier NDR Landesprogramme und Radio Bremen in Zusammenarbeit mit dem Ohnsorg-Theater. Er wird unterstützt von der PNE Wind AG. Das Buch "Vertell doch mal! - As'n Droom" erscheint in der Husum Druck- und Verlagsgesellschaft und kostet 12,95 Euro (ISBN 978-3-87876-960-0).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 16.06.2019 | 10:40 Uhr