Ein Mann und ein Mädchen knien vor einer Kriegsgräberstätte, die nach dem II. Weltkrieg errichtet wurde. © picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa Foto: Revierfoto

Wider das Vergessen: Der Servicetag zum Volkstrauertag

Stand: 13.11.2020 10:18 Uhr

Am Sonntag ist Volkstrauertag - als Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt. Bei NDR 1 Radio MV haben Fachleute Ihnen bei der Suche nach Angehörigen, die seit dem Zweiten Weltkrieg als vermisst gelten, geholfen.

75 Jahre ist das Ende des Zweiten Weltkrieges her. Angesichts dieser langen Zeit scheinen die Verluste in den Familien vergangen. Möglicherweise tauchen aber aus Anlass des Volkstrauertages doch Fragen auf, wie beispielsweise: Was ist mit meinem Onkel geschehen? Wo ist Opa abgeblieben? Rund 23.000 Anfragen dieser Art gab es im vergangenen Jahr beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Er erfasst europaweit die Gräber der deutschen Kriegstoten und pflegt sie. Die Daten und Informationen des Volksbundes helfen herauszufinden, wo Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

"Ich wollte, dass mein Opa nicht vergessen wird."

Klaus Reich aus Burg Stargard ist heute 60 Jahre alt und erinnert sich gut an die Geschichten, die seine Oma über ihren Mann, ihren Erich erzählt hat. Im September 2018 bekommt er nach vielen Jahren der Suche Post. Dieser Brief informierte über Erichs Grabstätte in Russland und "holte den Opa in die Familie zurück". Ein Moment, der Klaus Reich noch heute bewegt. "Ich wollte, dass mein Opa nicht vergessen wird."

Wer hilft bei der Suche?

Ansprechpartner finden Sie nicht nur beim Volksbund, sondern auch bei dem Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz und bei der Deutschen Dienststelle. Sie ist aus der Wehrmachtsauskunftsstelle hervorgegangen und gehört heute zum Bundesarchiv.

Experten zu Gast bei NDR 1 Radio MV

Beim Servicetag, am 12. November 2020 von 20.10 bis 21 Uhr, waren diese Experten im Landesfunkhaus Schwerin:

  • Karsten Richter vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
  • Dr. Marcin Przybysz, Suchdienst-Leiter im Landesverband des DRK

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version des Textes hieß es, dass es im vergangenen Jahr rund 30.000 Anfragen beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegeben habe. Der Verband hat diese Angabe inzwischen auf 23.000 korrigiert.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Forum aktuell | 12.11.2020 | 20:10 Uhr

Livestream NDR 1 Radio MV

NDR 1 - Die beste Musik für den Norden

21:00 - 23:00 Uhr
Live hörenTitelliste