Ein Kind vor einem abgesperrten Spielplatz. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Kita und Corona in MV: Wie haben Kinder die Krise erlebt?

Sendedatum: 08.10.2020 17:40 Uhr

Die Infektionszahlen steigen. Als sie das letzte Mal so hoch waren, mussten die Kindergärten im Land schließen. Wie unterschiedlich haben die Kinder die erzwungene Zeit zu Hause verbracht? Welche Rolle spielte der familiäre Hintergrund?

von Antonia Schindler

Auf dem Hof der Kita "Sonnenkamp" in Neukloster spielen die Kinder Fangen, sie schaukeln, klettern am großen Klettergerüst. Mit Freunden spielen, draußen toben, das war während der Corona-Beschränkungen kaum möglich. "Es gibt Kinder, die die Zeit mit ihren Eltern gut nutzen konnten und auch qualitative Zeit mit ihnen hatten. Natürlich war es von Vorteil, wenn die Eltern ein großes Haus haben mit Garten und das Kind am besten noch Geschwister hat", erklärt Claudia Wiechert, die Leiterin der Kita "Sonnenkamp".

Kinder einer Kindertagesstätte spielen auf einem Klettergerüst. © NDR Foto: Antonia Schindler
Toben auf dem Klettergerüst, spielen mit den Freunden - zeitweise war das nicht möglich während der Corona-Krise.

Die Kinder allerdings, deren Eltern finanzielle Sorgen hatten oder im Homeoffice arbeiten mussten, die hätten es sehr schwer gehabt, vor allem, wenn sie dann auch noch in einer kleinen Neubauwohnung wohnen. Einige Wochen wurden zusätzlich die Spielplätze gesperrt. Auch Einzelkinder waren im Nachteil, so Wiechert. Ihnen habe der soziale Kontakt zu anderen Kindern gefehlt. "Entscheidend war aber meiner Meinung nach, ob die Eltern Zeit hatten. Zeit, um mit den Kindern zu spielen oder raus zu gehen."

Einige haben die gemeinsame Zeit genossen

Als ein paar Eltern ihre Kinder am Nachmittag abholen, erzählen sie, dass sie froh waren, als die Kita wieder öffnete. Ihr Kind brauche einfach die Zeit mit den anderen Kindern. Claudia Wiechert sagt, dass es aber auch Eltern gab, die hingegen gerne noch mehr Zeit mit ihren Kindern gehabt hätten und es richtig genossen haben. Als die Kinder dann wieder in der Kita waren, hätten die Erzieherinnen keinen großen Unterschied zu vorher bemerkt. Heike Biermann betreut eine Kita-Gruppe: "Die Kinder hatten nichts verlernt, sie konnten sich beispielsweise immer noch die Schnürsenkel binden. Sie hatten kurzzeitig einen stärkeren Bewegungsdrang und liefen draußen mehr umher. Aber das war alles."

Auf einmal fragen Kinder: "Muss ich sterben?"

Über die Corona-Pandemie haben sämtliche Medien berichtet. Die Kinder hätten zu Hause einiges aufgeschnappt, so Wiechert. "Es gab Kinder, die uns gefragt haben: Oh Gott, muss ich jetzt sterben? Oder die ihren Tischnachbarn gefragt haben, ob er Corona hat. Nur, weil er kurz gehustet hat. Da waren meine Kolleginnen und ich erschrocken, wie viel die Kinder da mitbekommen." Das Thema sei dann pädagogisch aufgearbeitet worden. Das Virus wurde gemalt und gebastelt. Seitdem seien die Fragen weniger geworden.

Kinder erinnern ihre Eltern an den Mundschutz

In der Einrichtung müssen alle Eltern und Besucher Masken tragen. Das habe am Anfang nicht besonders funktioniert, erzählt Claudia Wiechert. Mittlerweile sei es aber kein Problem mehr. Auch, dank der Kinder. Sie hätten ihre Eltern und Großeltern daran erinnert, die Maske aufzusetzen.

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