Sendedatum: 18.11.2018 15:30 Uhr

Klosterküche: Erntezeit in Nette

Kann man sein Glück hinter Klostermauern finden? Die Antwort auf diese Frage sucht Annette Behnken im Osnabrücker Land. Hier liegt inmitten einer idyllischen Wald- und Wiesenlandschaft das katholische Frauenkloster Nette. Doch mit der Glückssuche ist das so eine Sache, denn der Pastorin steht zunächst mal ein arbeitsreicher Tag bevor. Herbstzeit - das heißt in Nette Erntezeit. Dass so etwas nicht gut mit leerem Magen geht, versteht sich von selbst. Gemeinsam mit Klosterköchin Andrea Ranft bereitet Annette Behnken wieder ein schmackhaftes Kloster-Menü zu: Passend zur Jahreszeit gibt es als Hauptgang eine herzhafte Kürbis-Hack-Suppe mit Kürbisbrötchen, zum Nachtisch süßes Apfel-Tiramisu mit Äpfeln aus eigener Ernte.

Karotten und Kürbis putzen und schälen - für den herbstlichen Eintopf haben Klosterköchin Andrea Ranft und Annette Behnken alle Hände voll zu tun. © NDR/Kirche im NDR/Christine Raczka

Erntezeit im Kloster Nette

Klosterküche -

Annette Behnken besucht das katholische Frauenkloster Nette im Osnabrücker Land. Dort gibt es als Menü Kürbis-Hack-Suppe und süßes Apfel-Tiramisu mit Äpfeln aus eigener Ernte.

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Im Kloster entfallen manche Zwänge

Weil die erst mal herunter müssen von den Bäumen, führt der erste Weg die Moderatorin auf die große Apfelwiese des Klosters. Hier warten schon die beiden Ordensfrauen Schwester Andrea und Schwester Karola, um Annette Behnken beim Obstpflücken zur Hand zu gehen. Eigentlich haben die beiden ganz andere Aufgaben: Schwester Andrea leitet den Orden, dem das Kloster angehört, und Schwester Karola ist so etwas wie die Finanzmanagerin der Gemeinschaft. Doch es ist gerade die Mischung aus den großen und den kleinen Aufgaben, die für die beiden fröhlichen Frauen die Würze des Klosterlebens ausmacht. Glück? Ja, sagt Schwester Andrea, das kann man im Kloster finden. "Vorausgesetzt, dass es die richtige Lebensform für einen ist. Dann macht Klosterleben frei." Schwester Karola stimmt zu: "Es ist ein erfüllendes Leben." Viele Zwänge entfallen, zum Beispiel die Sorge um Geld oder Karriere. Im Kloster gebe es das nicht. "Wir leben hier wirklich in der Freiheit der Kinder Gottes.“

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Gut Nette - Vom Bauernhof zum Kloster

Gut Nette ist seit dem Zweiten Weltkrieg Heimat für katholische Schwestern. Heute ist es ein Kloster für 18 Bewohnerinnen. Platz ist außerdem für Gäste, die Ruhe und Stille suchen. Bildergalerie

Kartoffelernte steht an

Bequem hat man es deshalb noch lange nicht in Nette. Hausmeister Andreas Kleine ist so etwas wie das Mädchen für alles im Kloster. Er kümmert sich um die Obst- und Gemüsegärten, erledigt kleine Reparaturen und arbeitet sogar als Friedhofsgärtner und Totengräber. Heute steht die Kartoffelernte an. Annette Behnken sitzt mit auf dem Trecker, wenn der Hausmeister seinen Kartoffelroder über den Acker zieht. Rund 50 Zentner wirft das kleine Feld ab. Genug, um den Jahresbedarf des Klosters zu decken. Die Schwestern packen mit an und sammeln die Knollen ein, die die Maschine aus der Erde holt. Auch für Andreas Kleine, der gleich gegenüber wohnt, ist das Kloster mehr als ein Arbeitsplatz: "Ich fühle mich hier zuhause. Darum können mich die Schwestern auch in meiner Freizeit anrufen." Dann lässt er alles stehen und liegen, geht eben über die Straße und fragt, was anliegt.

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Kloster Nette bei Osnabrück war ursprünglich ein landwirtschaftliches Gut.

Bevor am Abend das leckere Klostermenü auf den Tisch kommt, ist noch einiges zu tun: Äpfel schälen im Klosterhof, Einlagern der Kartoffeln im Keller. Dann ist es endlich so weit und die Netter Schwesterngemeinschaft versammelt sich um den festlich gedeckten Tisch der Klosterküche. Auch bei diesem Besuch hat Annette Behnken wieder viel gelernt: Ja, man kann im Kloster sein Glück finden und dieses Glück hat - zumindest in Nette - viel mit einem arbeitsreichen und bodenständigen Leben zu tun.

Rezepte

Kürbis-Hack-Suppe

Mit Hackfleisch wird die Kürbissuppe deftiger und sättigender. Für Aroma sorgen viel Schnittlauch und Petersilie. Als Beilage gibt es selbst gebackene Kürbisbrötchen. mehr

Apfel-Tiramisu

Ein italienischer Klassiker norddeutsch zubereitet: Für das Tiramisu Löffelbiskuits, Apfelmus und Mascarpone-Joghurt-Creme abwechselnd schichten. Das Ganze einige Stunden kühlen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Klosterküche | 18.11.2018 | 15:30 Uhr