Stand: 25.06.2019 12:00 Uhr  | Archiv

Vorgaben für Audiodeskriptionen

Die neun Landesrundfunkanstalten der ARD, ORF, SRF,  ZDF sowie die Deutsche Hörfilm gGmbH, Hörfilm e.V. und audioskript haben sich auf eine Reihe von Grundsätzen für die Erstellung von Audiodeskriptionen im deutschsprachigen Raum verständigt.

Präambel:

Eine Audiodeskription resultiert aus der Ergänzung der Filmtonspur um eingesprochene Textelemente, die die Bildinhalte des Films wiedergeben bzw. akustisch verfügbar machen. Die Tonspur ist der wertvollste Zugang zum Film für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie enthält für Nichtsehende eine Informationsdichte, die für Sehende nicht unmittelbar nachvollziehbar ist. Aus diesem Grunde ist die  Einbindung von qualifizierten blinden und sehbehinderten Autoren in den Erstellungsprozess der Audiodeskription wünschenswert.

Basis für eine gute Audiodeskription ist eine Analyse der inhaltlichen und formalen Aspekte des Films. Aus dieser Analyse des Films (Bild und Ton) leiten sich in den vier Schritten des Arbeitsprozesses die Entscheidungen über die Ergänzung der Tonspur durch Sprache ab. (Anm.: 1. Auswahl der zu beschreibenden Bildelemente; 2. Art und Umfang; 3. Platzierung; 4. Einbindung in die Tonspur)

Ziel der Audiodeskription ist es, den blinden und sehbehinderten Menschen ein barrierefreies Filmerlebnis zu ermöglichen, das dem Erlebnis der Sehenden entspricht. Dabei soll der Film als Gesamtkunstwerk erhalten bleiben.

Eine Audiodeskription sollte immer von entsprechend ausgebildeten Redakteuren abgenommen werden.

Bei der Abnahme ist auf die Einhaltung folgender Mindestanforderungen zu achten:

 

  • Die Audiodeskription muss Antworten auf die Fragen "Wer, Wo, Was, Wann" in jeder für den Handlungsablauf wichtigen Situation klären.
  • Beschreibungen sollen den Film wenig beeinträchtigen und deshalb in den Dialogpausen, aber dennoch möglichst handlungssynchron erfolgen.

Audiodeskription im Kinderfilm

Bei den Anforderungen an eine Hörfilmbeschreibung für blinde und sehbehinderte Kinder gibt es wichtige Unterschiede im Vergleich zu einer Audiodeskription für Erwachsene. ARD, ORF, SRF, ZDF sowie der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband haben sich auf Vorgaben für kindgerechte Audiodeskriptionen verständigt. Diese Grundsätze ergänzen die Richtlinien von ARD, ORF, SRF, ZDF, Deutsche Hörfilm gGmbH, Hörfilm e.V. und audioskript für die Erstellung von Audiodeskriptionen.

 

 

  • Audiodeskription für Kinder darf orientieren und Hilfestellung beim Verständnis der Handlung geben, aber möglichst ohne zu bewerten und zu interpretieren.
  • Szenen werden "luftiger" beschrieben: Es gibt weniger Text in den Lücken und es wird langsamer gesprochen. So haben Kinder mehr Zeit zur Verarbeitung der Informationen. Die Sprechweise darf für Kinder emotionaler sein als für Erwachsene.

 

Weitere Informationen
Sender-Logos der Sender Das Erste, BR,HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, WDR, ZDF, ORF, und SRF.

Audio description guidelines

Die Landesrundfunkanstalten der ARD, ORF, SRF, ZDF sowie die Deutsche Hörfilm GmbH, Hörfilm e.V. und audioskript haben sich auf Grundsätze für die Erstellung von Audiodeskriptionen verständigt. Hier gibt es den Überblick in Englisch. mehr

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