Wie geht das? Lupine - Neue Power vom Acker

Mittwoch, 16. Oktober 2019, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 18. Oktober 2019, 11:30 bis 12:00 Uhr

Lupinenkaffee-Verpackungen stehen auf einem Tresen.

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Gemeinsam wollen Bauern und Tüftler aus Mecklenburg-Vorpommern den Ernährungsmarkt revolutionieren und Soja durch Lupinen ersetzen. Die in Weiß und Blau blühenden Pflanzen gedeihen gut auf den trockenen norddeutschen Böden. Aus den Samen wollen sie Brot, Eis oder Kaffee herstellen. Die Kunst besteht darin, das Lupineneiweiß zu nutzen und die Bitterstoffe zu neutralisieren. "Wie geht das?" - das zeigt dieser Film.

Saftiges Eiweißbrot mit Lupinenmehl

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Biobäcker Christian Fries backt in seiner Schweriner Mühlenbäckerei auch Lupinenbrot.

Biobäcker Christian Fries sucht ständig nach neuen Möglichkeiten, seine Brote mit heimischen Aromen zu verfeinern. Zum ersten Mal hat er Lupinen aus Mecklenburg-Vorpommern im Teig verknetet. Das Ergebnis hat ihn selbst überrascht: sein saftiges, ballaststoffreiches Eiweißbrot geht auf dem Schweriner Markt weg wie warme Semmeln.

Lupine in der Rösterei

Michelle Roth wollte mit ihrer Biorösterei auch Getränke anbieten, die nicht auf weiten Wegen nach Deutschland importiert werden müssen. Sie ist ebenfalls auf die Lupine gekommen. Und Tüftler aus Grimmen planen den ganz großen Wurf: Mit einem streng geheimen Verfahren haben sie es geschafft, die Bitterstoffe der Lupine zu eliminieren, ohne das wertvolle Eiweiß zu zerstören.

Heimischer Ersatz für Soja

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Die Samen der Lupine reifen in Hülsen aus.

Bundesweit sollen ihre Molkereiersatzprodukte die Kühlregale erobern. Denn nur wenn überall im Land die Kundinnen und Kunden die Lupine auch als Lebensmittel entdecken, hat die Pflanze das Zeug, das importierte Soja zu ersetzen. Die Ausgangslage ist günstig. Die Pflanzen gedeihen eigentlich auch auf den trockenen Böden in Mecklenburg-Vorpommern. Und Brigitte Roost-Krüger von der Agrargemeinschaft Holthusen sieht viel Potenzial in der Lupinenpflanze, nur die extreme Trockenheit bereitet auch ihr Sorgen. Die Ernte droht schlecht auszufallen.

Trotzdem macht Forscherin Christel Baum von der Universität Rostock den Bauern Mut. Die Wurzeln der Pflanzen düngen die Böden fürs Folgejahr. Langfristig bringt die Lupine also garantiert neue Power auf die Äcker.

Gesundheit

Die Lupine - Wertvoller heimischer Eiweißlieferant

Die Lupine ist als schöne Gartenblume bekannt. Doch die Samen der Blauen Süßlupine stehen auch als Lebensmittel hoch im Kurs. Sie schmecken als Eis, Kaffee oder Fleischersatz. mehr

Autor/in
Torsten Mehltretter
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke