Wie geht das? Heizen mit Holz

Samstag, 14. November 2020, 17:00 bis 17:30 Uhr

Familie Kränzlin träumt von einem Kamin im Wohnzimmer. Der Ofen soll Geld beim Heizen sparen, wie bei vielen anderen Menschen in Norddeutschland auch. Etwa jeder vierte Haushalt in Niedersachsen nutzt Holz zum Heizen, Tendenz steigend. Dabei wird beim korrekten Verbrennen nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie der Baum beim Wachsen bindet.

Der Film aus der Reihe "Wie geht das?" zeigt den Weg des Brennholzes vom Wald bis zum Ofen, gibt Tipps zum richtigen Heizen und zeigt, wie Bäume fachgerecht gefällt werden.

Hochmoderne Maschinen entasten, entlauben und sägen

Täglich kann so ein Harvester bis zu 200 Bäume umlegen. Mit diesem Spezialgerät werden heutzutage fast alle Bäume im Harz gefällt. © NDR/nahaufnahme medienproduktion/Stefan Radüg
Täglich kann so ein Harvester bis zu 200 Bäume umlegen. Mit diesem Spezialgerät werden heutzutage fast alle Bäume im Harz gefällt.

Am Anfang steht der Baum noch mitten im Oberharz. Bis ihn der PS-starke Holzvollernter von Andreas Truskaller schnappt. Der Waldarbeiter sitzt auf seiner hochmodernen Maschine. Der Harvester entastet, entlaubt und sägt den Baum in nur einem Arbeitsgang. In zwei Wochen schafft Truskaller 800 Bäume. Die riesige Maschine kann sogar an Steilhängen arbeiten. Dafür ist der Harvester mit einer Art Karussell ausgestattet, eine besondere Fahrerkabine, die sich nach allen Seiten neigen kann.

Holzscheite im "Merkel-Maß" verbrennen optimal

Die gefällten Bäume landen im Sägewerk in Bad Harzburg bei einem der größten Hersteller von Scheitholz bundesweit. Hier werden Bäume auf das "Merkel-Maß" gespalten, auf die Größe der typischen Handhaltung der Bundeskanzlerin. In dieser Größe verbrennt das Scheit optimal und es lässt sich gut tragen.

Bevor er verbrannt wird, muss jeder frisch im Wald geschlagene Scheit trocken sein. Etwa eineinhalb Liter Wasser sind in jedem Holzstück enthalten. Dafür kommt das Holz in eine riesige Sauna.

Aus Holzabfällen werden Pellets

Aus gepresstem Sägemehl wird der Heizstoff Pellet hergestellt. Die Abfälle im Sägewerk werden genutzt, um ganze Häuser zu heizen. © NDR/nahaufnahme medienproduktion/Stefan Radüg
Aus gepresstem Sägemehl wird der Heizstoff Pellet hergestellt. Die Abfälle im Sägewerk werden genutzt, um ganze Häuser zu heizen.

Holz kann bis zum letzten Sägespan als Heizmaterial genutzt werden. So werden aus den Abfällen oft Pellets. In einer Firma in Ottersberg bei Bremen werden Tag und Nacht Späne gepresst. Der Kunde erhält die Pellets für seine Heizung in großen Tankwagen ähnlich wie bei einer Heizöllieferung. Über Schläuche werden die Holzschnipsel ins Lager des Hauses "gepustet".

Wer Holz selbst aus dem Wald holen will, der braucht auf jeden Fall einen "Führerschein", denn der Umgang mit einer Kettensäge muss gelernt sein. Zwischen den Bäumen sind die Arbeiten sehr gefährlich. Im Wald passieren mehr tödliche Unfälle als im Baugewerbe.

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Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Redaktion
Thomas Fischer
Autor/in
Stefan Radüg
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke

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