Weltbilder

Dienstag, 10. September 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 12. September 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Inka Schneider

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Italien: Land ohne Kinder

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Quiz: Was wissen Sie über Italien?

Sie kennen sich aus mit Themen rund um Italien? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz! Mit etwas Glück gewinnen Sie Überraschungs-Souvenirs unserer Korrespondenten. Quiz

Die Geburtenrate Italiens ist im Rekordtief. Der Jugend fehlt das Vertrauen in die Zukunft. Gerade bildet sich die 66. Regierung in nur 73 Jahren. Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit sind hoch. Da denken immer weniger über "Bambini" nach. Mit durchschnittlich 33 Jahren sind Italienerinnen, wenn sie ein Kind bekommen, heute älter als alle anderen Europäerinnen. Viele Frauen und Männer sehen Kinder nicht mehr als Segen für ihr Leben, sondern als Bürde. So wie der Angestellte Enrico Ottaviani: "Das Leben ist schon kompliziert genug zwischen Arbeit, Steuern und Abgaben. Die wenigen freien Stunden am Tag willst du dich erholen, an dich denken, mit Freunden ausgehen. Ein Kind macht dir da einen Strich durch die Rechnung."
Autor: Philipp Zahn

Großbritannien: Meer schluckt Küstenorte

Immer mehr Küstenorte in Großbritannien kämpfen gegen die Erosion ihrer Küsten. So auch der walisische Küstenort Fairbourne mit seinen rund 1.000 Einwohnern. Nach Meinung von Experten liegt das am Klimawandel. Viele Millionen Euro sind bereits in Dämme und Deiche geflossen, um die Menschen vor dem Meer zu schützen. Doch jetzt kapitulieren die walisischen Behörden - sie fordern die Dorfbewohner auf, sich ein neues Zuhause zu suchen. Doch gerade viele der älteren Dorfbewohner können sich nicht einfach irgendwo anders ein neues Haus kaufen. Sie fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. So wie Rentnerin Angela Thomas: "Fakt ist: Sie haben keine Antworten für uns. Sie wissen weder wohin sie uns umsiedeln können, noch wann das geschehen soll. Es gibt keinerlei finanzielle Hilfe, keine Entschädigung. Und was uns besonders hart trifft: Falls man darauf besteht, dass wir alle den Ort verlassen, dann müssten Mike und ich die Kosten für den Abriss des Hauses selbst bezahlen."
Autor: Michael Altenhenne

Frankreich: Der Stadtschäfer von Paris

Wie viele Metropolen der Welt leidet auch Paris zuweilen unter Lärm, Stress und einem drohenden Verkehrsinfarkt. Mehr Ruhe, Land und Beschaulichkeit für das geplagte Zentrum - das ist das Ziel von Guillaume Leterrier. Er stammt aus der Normandie und ist ein sogenannter Stadtschäfer. Regelmäßig führt er seine Schafherde in die Hauptstadt. Viele Pariser Bürger finden das ungewöhnlich und erfrischend.
Autorin: Sabine Rau

Syrien/Irak: Der Sklavenhandel des IS

Vor fünf Jahren überrennen Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" den Nordirak. Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden werden getötet, vor allem Männer. Viele jesidische Frauen werden vom IS als Sklavinnen verkauft. Lamiya ist eine von ihnen. Im nordsyrischen Rakka "kaufte" sie ein deutsches IS-Mitglied, Martin Lemke. Er nennt sich Abu Yasir und ist mit drei Frauen verheiratet, darunter einer Deutschen. Sie schickt irgendwann eine Audionachricht an ihre Angehörigen in Deutschland. Ihr Mann habe gesagt "ich habe jetzt eine Sklavin gekauft. Für 800 Dollar. Sie ist Jesidin. Sie ist 30. Sie hat zwei Kinder." Nach mehreren Wochen verkauft Martin Lemke Lamiya weiter. Später bezahlen Angehörige 24.000 Dollar, um sie zu befreien. Menschenhandel, mit dem sich IS-Mitglieder finanzieren.
Autoren: Britta von der Heide, Volkmar Kabisch

Litauen: Wo die NATO den Bündnisfall übt

Gleich neben dem Ort Pabrade in der Nähe der weißrussischen Grenze liegt der größte Truppenübungsplatz Litauens. Hier trainiert die NATO den Bündnisfall und seit zwei Jahren leitet Deutschland in dem baltischen Land ein multinationales Bataillon. Litauen liegt zwischen der russischen Enklave Kaliningrad und dem autokratisch regierten Weißrussland. Auch Bundeswehr-Soldaten und -Soldatinnen üben hier am "schweren Gerät". Durch Pabrade mit seinen 5.500 Einwohnern, fahren fast täglich Panzer. Die meisten hier finden es gut, dass die Truppen da sind, auch wenn keiner direkte Angst vor einer russischen Invasion hat. Aber seit der Annexion der Krim sind alle hier wieder hellhörig geworden. Aber es gibt auch Leute - vor allem die, die russische Wurzeln haben - die von "Besatzern" sprechen. "Die sollen nach Hause fahren", sagen sie.
Autor: Christian Stichler

Rumänien: Kahlschlag in den Karpaten

Ein Drittel der Fläche Rumäniens ist bewaldet. Im Fagaras-Gebirge in den Karpaten sind die Wälder zum Teil mehrere hundert Jahre alt. Doch das kann sich bald ändern. Illegale Holzfäller dringen immer weiter und höher in die Wälder vor, dort wo die Tier- und Pflanzenwelt besonders schützenswert ist. Es hat ein rücksichtsloser Kahlschlag begonnen. Die Holzfäller nehmen sich die besten Bäume, schlagen große Löcher in den Wald und reduzieren damit seine Schutzkraft, erklärt Gabriel Paun von der Umweltschutzorganisation Agent Green Rumänien. Es sind oft Gebiete betroffen, für die nach EU-Recht besonderer Schutz besteht und in denen ein Abholzen nur nach strengen Regeln erlaubt ist. Die staatliche Forstverwaltung kontrolliere dies zu wenig, so der Vorwurf der Umweltschützer.
Autor: Christian Limpert

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