Weltbilder

Dienstag, 25. Juni 2019, 23:45 bis 00:15 Uhr
Donnerstag, 27. Juni 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen

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China: Pflegekräfte fehlen

Mehr als 240 Millionen Chinesen sind älter als 60 Jahre. Die chinesische Gesellschaft vergreist rasant. Das macht auch der 67-jährigen Wen Juan große Sorgen. Was in ein paar Jahren sein wird, wenn sie zu alt ist, um für sich selbst zu sorgen, daran will Wen Juan gar nicht denken: "Ich fühle mich so hilflos. Früher war die Parole der Partei, jede Familie soll nur ein Kind bekommen. Der Staat wird sich um uns kümmern, wenn wir alt sind. Und jetzt halten sie einfach ihr Versprechen nicht." Es herrscht ein großer Pflegenotstand. Altenheime gibt es bislang kaum und die wenigen, die es gibt, finden nicht genug qualifiziertes Personal. Experten schätzen, dass in den kommenden Jahren sieben bis zehn Millionen Pflegekräfte fehlen werden.
Autorin: Tina von Löhneysen

Israel: Hisbollah-Tunnel entdeckt

Seit Ende 2018 hat die israelische Armee nach eigenen Angaben sechs Tunnel der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah im Grenzgebiet entdeckt. Drei der unterirdischen Anlagen führten bereits bis auf israelisches Territorium. Im Januar hatte Hisbollah-Führer Hassan im libanesischen TV erklärt, einige der Tunnel seien bereits vor mehr als zehn Jahren gegraben worden. Die Tunnel seien nur ein kleiner Teil der Hisbollah-Strategie, Israel anzugreifen, falls es zu einem Krieg kommen sollte. Israel-Korrespondent Mike Lingenfelser durfte nun erstmals gemeinsam mit dem israelischen Militär einen der Tunnel samt Kamerateam besuchen.
Autor: Mike Lingenfelser

USA: Montana kämpft gegen Schüler-Suizide

Katlyn Gillen hat ihren geliebten Bruder verloren. Deon nahm sich als Schüler das Leben. Vorher waren die Geschwister unzertrennlich. Sie teilten alles, nur nicht seine tiefe Traurigkeit. Deon war Angler, Jäger und Wrestler. Seine zur Schau getragene Stärke - offenbar nur Fassade, berichtet Katlyn erschüttert: "Wenn er gesagt hätte, ich brauche Hilfe, dann hätte ich das verstanden. Ich hätte gegen seine Depressionen gekämpft, wie er beim Wrestling gekämpft hat. Der Sport war doch seine Welt. Er hat so viele Hindernisse überwunden. Er war ein unglaublicher Sportler." Katlyn studiert inzwischen in einer größeren Stadt Sozialarbeit. Sie will Notleidenden helfen, angestoßen durch ihr eigenes Schicksal. Das, was ihrem Bruder widerfuhr, kann verhindert werden, davon ist sie überzeugt. Deshalb engagiert sie sich im Kampf gegen Depressionen und für ausreichend Hilfsangebote.
Autorin: Claudia Buckenmaier
Hier bekommen Sie umgehend Hilfe:
Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der
kostenlose Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Guatemala: Gewalt bestimmt den Alltag

Armut führt oft zu Kriminalität und Gewalt. Am Rande von Guatemala-Stadt grassiert sie so sehr, dass sich die Polizei nur selten in die kleinen Gassen hineinwagt. Gabriela Altman von der Hilfsorganisation Sembrar Bien (Sähe Gutes) traut sich und nimmt uns mit. Sie erklärt: "Nach 17 Uhr willst du hier nicht mehr sein, weil es zu gefährlich wird. Dann kommen die Gangs raus und starten ihr Geschäft." Gabriela und ihre Freiwilligen gehen hier auf die Menschen zu, versuchen sie zu Aktivitäten wie Fußball einzuladen. Etwas Gewaltfreies. Dafür braucht es sehr viel Mut. Täglich werden im Viertel Menschen ermordet - in Guatemala insgesamt sind es zehn pro Tag. Südamerika-Korrespondentin Xenia Böttcher und ihr Team treffen Kinder, die schon am Nachmittag mit Drogen vollgepumpt sind. Und was im Drogenrausch passiert, erzählt ein Bandenmitglied: "Du denkst nur an Geld, um dich zu berauschen. Es ist dir egal, ob das ein hart arbeitender Mensch ist oder ein Armer. Ich will ihm ein Messer an die Kehle halten und ihm alles wegnehmen."
Autorin: Xenia Böttcher

Afghanistan: Landrätin mit Mission

Im Norden Afghanistans hat eine Frau das Sagen: Salima Mazari ist Landrätin in Charkint. Und das ist eine Region, die immer wieder hart umkämpft ist. Bis vor kurzem galt ihr Distrikt als relativ sicher. Dann griffen die Taliban an und besetzten ein Dorf. Salima Mazari gründete eine Miliz, um sie zu stoppen. Bauern, Arbeitslose, Jugendliche: Sie alle setzen sich ein für ihr Land, aber auch für ihre Landrätin. Verhandeln, vermitteln, ihr Wort geben - so regiert Salima Mazari. Keine leichte Aufgabe im männerdominierten Afghanistan. Frauen in Führungspositionen sind selten und haben es schwer. Das spürt auch Salima Mazari. Trotz ihres hohen Amtes darf sie in ihrer Funktion als Landrätin nicht alleine das Haus verlassen. Zu jedem Termin kommt ihr Ehemann mit. Salima hat im Iran studiert, einen Masterabschluss in Management. Nach Feierabend warten drei Kinder und der Haushalt auf sie. Weil sie ihren Job offenbar sehr gut macht und den Taliban die Stirn bietet, erhält sie Morddrohungen. Längst braucht sie persönlich den Schutz der von ihr aufgebauten Miliz.
Autor: Jan-Peter Bartels

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