Weltbilder

Dienstag, 01. September 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 03. September 2020, 01:20 bis 01:50 Uhr

China: Mittelschicht entdeckt das Campen

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Chinesische Mauer © Picture-Alliance / dpa Foto: Wanping Zhou/Transit

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Der Trend zeichnete sich schon vor Corona ab, aber jetzt geht es richtig los: Die chinesische Mittelschicht hat ihre Liebe zum Campingurlaub entdeckt. Die Zahl der Campingplätze und Wohnmobile schnellt in die Höhe. In großen Städten bilden sich Camper-Clubs. ARD-Korrespondentin Tamara Anthony hat sich einer Reisegruppe des größten Pekinger Clubs angeschlossen und fährt mit in die Innere Mongolei. Manches erinnert an deutsche Zeltplätze, vieles aber ist anders. Mit neun Wohnwagen geht es in Kolonne los, die meisten Teilnehmer kennen sich vorher nicht. Einige haben einfach nur einen Schlafplatz in einem Wohnmobil gemietet. Abends darf das gemeinsame Karaoke-Singen nicht fehlen. Und auf dem Gasherd brutzelt das Essen im Wok.
Autorin: Tamara Anthony

VIDEO: China: Mittelschicht entdeckt das Campen (10 Min)

Spanien: Wenig Vertrauen in Corona-Politik

Noch ist Spanien in der Sommerpause, aber die Anzeichen mehren sich, dass die Pandemie das Land schon bald wieder im Würgegriff hält. Die Fallzahlen steigen weiter an. Die Nachverfolgung der Infektionswege gestaltet sich schwierig, auch weil das Personal fehlt. Anfang September sollen Millionen Kinder wieder in die Schule gehen, ohne dass wirklich klar ist, unter welchen Bedingungen: "Wir haben das Gefühl, dass wir komplett alleingelassen werden", schimpft César Pérez, Vater von vier Kindern. Nicht nur er hat das Vertrauen in Politiker und Behörden verloren. Angélica Coria betreut ihre 96 Jahre alte Mutter seit Monaten zu Hause. Im Heim würde die alte Dame eine zweite Corona-Welle wohl nicht überleben, fürchtet sie. ARD-Korrespondentin Natalia Bachmayer analysiert, warum die Pandemie Spanien so hart trifft.
Autorin: Natalia Bachmayer

Mexiko: Schulanfang mitten in Corona-Pandemie via TV

Für 30 Millionen Kinder geht die Schule in Mexiko inmitten der Pandemie wieder los. Aber nicht im Klassenraum, auch nicht via Internet, sondern im TV. Denn nur 34 Prozent der Schüler in Mexiko haben zu Hause einen Zugang zum Internet. Für den Rest wurde das TV-Angebot entwickelt. Die Regierung verspricht die besten Lehrer. Doch viele Fragen bleiben offen. Und die Schere zwischen arm und reich, zwischen denen, die sich Bildung leisten können und denen, die abgehängt werden, wird durch die Pandemie in Mexiko noch deutlicher sichtbar.
Autorin: Xenia Böttcher

Japan: Arbeiten bis ins hohe Alter

Nur nicht einrosten: Kosaku Ishizawa ist 77 und steigt auf sein Fahrrad. Doch er plant keinen Ausflug, sondern macht sich auf den Weg zur Arbeit. Er ist seit langem Rentner, aber er wollte nicht in den Ruhestand: "Also, ich geh’ gerne arbeiten. Der Körper bleibt in Schwung, und das ist doch gut für die Gesundheit. Zeit für mich privat hab’ ich noch genug." Er arbeitet in einem Elektromarkt. Seine Töchter sind längst ausgezogen. Hier findet er Anschluss und die Kolleginnen freuen sich über seine Hilfe. Arbeitskollegin Eri Eguchi meint: "Sein Alter merkt man ihm nicht an. Er ist fitter als ich und trägt auch schwere Waren. Er darf gern bleiben." Japans Gesellschaft altert rasant. Jeder vierte ist schon jetzt über 65. Das belastet Sozialkassen und Gesundheitssystem, die Staatsverschuldung ist exorbitant. Japan tut also gut daran, seine Generation "Silber" länger arbeiten zu lassen.
Autor: Uwe Schwering

Finnland: Kleiner Ort kämpft erfolgreich fürs Klima

Das Städtchen Ii im Nordwesten Finnlands hat den kürzesten Namen des Landes. Auch seine Bevölkerung ist klein, sie besteht gerade mal aus rund 9.000 Einwohnern. Aber die hatten vor 13 Jahren eine große Idee und haben sich ein gemeinsames Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 sollte der CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduziert werden. Und das haben sie geschafft. Eine der treibenden Kräfte von Ii ist Leena Vuotovesi: "Uns in Ii ist klar geworden, dass der Klimawandel nicht erst kommt, sondern bereits da ist. Und wir haben verstanden, dass nicht nur die großen Akteure in der Welt handeln müssen, wir müssen selbst etwas tun. Und dann haben wir überlegt, was wir tun können", erzählt sie. Sie haben bei den städtischen Institutionen angefangen. Wenn Kinder und Erzieher in der Kita Strom gespart hatten, wurden sie dafür belohnt und konnten sich Spielsachen oder Pflanzen kaufen. Das hat funktioniert. Mittlerweile ist der Stromverbrauch um die Hälfte gesunken. Die Ölheizungen wurden abgeschafft, Elektrobusse angeschafft. Nun steht schon das nächste Ziel fest: Ii möchte nicht mehr nur die Treibhausgase reduzieren, sondern auch den Müll abschaffen.
Autor: Philipp Abresch

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