Weltbilder

Dienstag, 03. März 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 05. März 2020, 01:35 bis 02:05 Uhr

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Japan: Schule aus wegen Corona

Keine Schule? Zu Hause lernen? Aus Angst, dass sich das Corona-Virus weiter ausbreitet, hat Japan die Schulen im Land geschlossen. Kein Unterricht bis Anfang April! Die Kinder freuen sich vielleicht über die verlängerten Ferien, aber die Eltern bringt die Entscheidung der Regierung in Not: Viele sind berufstätig und fragen sich, wie sie ihre Kinder jetzt betreuen sollen. Auch medizinisch seien die Schulschließungen nicht nachvollziehbar, sagen Virologen. Manche in Japan glauben, Premierminister Abe will mit der ungeliebten Maßnahme nur davon ablenken, dass er bisher keinen guten Job als Krisenmanager gemacht hat.
Autorin: Barbara Jung

Brasilien: Zika - die letzte Virus-Welle

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Quiz: Was wissen Sie über Brasilien?

Sie kennen sich aus mit Brasilien? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz! Mit etwas Glück gewinnen Sie Souvenirs unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten. Quiz

Milena kann nicht sprechen. Sie braucht Hilfe rund um die Uhr, beim Waschen, Essen, auf dem Weg zur Schule. Aber Milenas Mutter hofft, dass ihre Tochter doch noch ein zumindest einigermaßen normales Leben führen kann. Milena ist eines von mehreren Tausend Zika-Kindern in Brasilien. Geboren mit Mikrozephalie, also einem verkleinerten Kopf und Gehirn, weil sich ihre Mutter 2015 in der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infizierte. "Zika-Kinder" sind heute zwischen vier und fünf Jahren alt, sitzen im Rollstuhl, tragen Brillen und Hörgeräte und können zum Teil kaum schlucken. Zika war die letzte große Viruswelle, die die Welt in Atem gehalten hat. Damals breitete sich die von Mücken verbreitete Krankheit in Süd- und Mittelamerika aus – am stärksten aber war es in Brasilien. Milenas Mutter hofft inständig, dass sich der Zustand ihrer Tochter noch bessert. Beide wollen den Kampf gegen das Virus unbedingt gewinnen.
Autor: Patrick Halatsch

Indien/Deutschland: Antibiotika werden knapp durch Corona

Der Grundstoff für die Antibiotika-Produktion reicht noch für maximal drei Wochen, meint der indische Pharmaproduzent P.N. Pandey. Und das auch nur, weil sie vergangene Woche noch einmal eine Lieferung aus der Türkei bekommen hätten, doppelt so teuer wie sonst. Denn der Grundstoff für das Antibiotikum kommt aus China, wie rund 80 Prozent aller Vorprodukte, die in Indiens Pharmaindustrie verarbeitet werden. Das Coronavirus führt schon jetzt zu Engpässen und zu Preissteigerungen - in Indien und bald auch bei uns in Deutschland, sagen die Hersteller.
Autoren: Peter Gerhardt und Marie-Kristin Boese

Dänemark: Die Lebensmittel-Retter

Lebensmittel vor der Mülltonne retten - dafür opfern Rasmus und sein Vater beinahe ihre gesamte Freizeit. Die beiden Dänen ziehen von Discounter zu Discounter und sammeln ein, was nicht mehr verkauft werden kann: Obst, Gemüse, Käse, Milch, Fleisch. In der "Oase" werden die abgelaufenen Lebensmittel später verteilt. Nicht nur Bedürftige kommen. Auch Menschen, die lieber ältere Lebensmittel vor dem Verfall bewahren wollen, statt neue zu kaufen. Zehntausende Dänen und auch immer mehr Supermärkte unterstützen inzwischen Initiativen wie die von Rasmus - und zwar ganz ohne gesetzliche Regelung, ganz und gar freiwillig. Eine riesige Erfolgsgeschichte.
Autor: Christian Stichler

Lesbos: Lage der Flüchtlingskinder

An der türkisch-griechischen Grenze spitzt sich die Lage weiter zu. Immer mehr Flüchtlinge haben sich aufgemacht, um endlich in die EU zu gelangen. Dabei sind die Lager auf griechischer Seite schon jetzt hoffnungslos überfüllt. In und um das Lager Moria auf Lesbos sind mehr als 19.000 Menschen untergebracht. Das Camp hat aber nur eine Kapazität von etwa 3.000 Menschen. Die Bürgermeister der Inseln im Osten der Ägäis warnen seit Monaten vor unkontrollierbaren Zuständen. Unter den Flüchtlingen sind viele Kinder.
Autorin: Isabel Schayani

Ungarn: Roma-Kinder? Nein Danke

Über das, was Nelly als kleines Kind erlebt hat, redet sie nicht. Nelly ist ein Roma-Mädchen, 15 Jahre alt. Sie lebt seit acht Jahren bei ihrer Adoptiv-Familie in Debrecen. Ihre leibliche Mutter war bei Nellys Geburt selbst noch minderjährig. Ihre Mutter kümmerte sich kaum um sie. Dem Jugendamt gelang es erst nach Jahren, ihre Mutter davon zu überzeugen, Nelly zur Adoption freizugeben. Nelly ist da bereits sieben Jahre alt. Ihrer Adoptiv-Mutter Susanna Ivanyi erklärt, sie habe keine Vorurteile gegen Roma: "Wir haben uns bewusst für ein Roma-Mädchen entschieden", sagt Susanna. "Als Kind habe ich oft selbst viel mit Roma-Kindern gespielt, ich habe daran nur gute Erinnerungen." Viele andere Eltern in Ungarn aber, die sich zur Adoption eines Kindes entscheiden, sind nicht so offen. "Die Vorurteile, wonach Roma kriminell und gefährlich sind, sind noch immer tief verwurzelt", berichtet Judit Gubcsi vom Verein Romadopt. Auch Nelly spürt das täglich: "In der Schule und auf der Straße beschimpfen mich viele als Zigeuner!", berichtet sie. Kraft, um über solche Beschimpfungen hinwegzuhören, findet sie bei ihrer Familie.
Autor: Christian Limpert

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