Weltbilder

Dienstag, 16. November 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 18. November 2021, 02:05 bis 02:45 Uhr

Spanien: erfolgreiche Impfkampagne

Autor: Stefan Schaaf, ARD-Studio Madrid

Wenn die Menschen in Spanien die Debatte um die Impfungen in Deutschland verfolgen, reiben sie sich verwundert die Augen. Die angeblich so gut organisierten Alemánes haben immer wieder Probleme und liegen in der Statistik weit hinten, Spanien dagegen ganz vorne. 89 Prozent aller Spanier*innen über zwölf Jahre sind vollständig geimpft. Und auch die dritte, die Auffrischungsimpfung hat bereits geräuschlos und effizient begonnen. Ein Grund für den Erfolg liegt ausgerechnet in der Organisation: Während sich in Deutschland die Menschen selbst und mit viel Mühe um einen Impftermin kümmern mussten, bekamen die Spanierinnen und Spanier ihren Termin per SMS oder WhatsApp von den Behörden zugeteilt. Das spanische Gesundheitssystem ist gut organisiert, die Daten der Patient*innen werden zentral erfasst.

Spanien: Streit um den Wolf

Autorin: Natalia Bachmayer, ARD-Studio Madrid

2000 bis 3000 Wölfe leben im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, so viele wie in kaum einer anderen Region in Europa. Nach einer kritischen Phase in den 1960er-/1970er-Jahren, in der der Wolf durch Jagd und Futtermangel fast ausgerottet war, ist der Bestand wieder stabil. Trotzdem hat die spanische Regierung beschlossen, den Abschuss von Wölfen landesweit zu verbieten. Jäger und Viehzüchter laufen Sturm gegen das Verbot. Viele Bauern halten Kühe, Ziegen oder Schafe noch auf der Weide. Wölfe reißen immer wieder das Vieh, sehr zum Leidwesen der Landwirte. "Wer sich so ein Abschussverbot ausdenkt, hat keine Ahnung von unseren Dörfern, unserem Leben, unserer Kultur", sagt Bäuerin Marta García. Der Streit um den Wolf spaltet nun auch Stadt und Land.

Australien: mit Kohle zum Klimasünder

Autorin: Sandra Ratzow, ARD-Studio Singapur

Australien steht in der Kritik für die Abhängigkeit von der Kohleindustrie und das Ignorieren der Klimakrise. Politische Diskussionen drehen sich häufig im Kreis. Frustrierend für die Menschen in Muswellbrook. In mehr als 20 gigantischen Minen in der Region um die Bergbaustadt werden elf Prozent der weltweit gehandelten Kraftwerkskohle gefördert. "Es wird viel von Umstieg und Diversifizierung gesprochen, aber dann kommt nichts. Wir können das nicht allein stemmen, wir brauchen Hilfe von den Bundes- und Landesregierungen", klagt die Bürgermeisterin der Nachbargemeinde. Auch Gewerkschafter Cory Wright verurteilt die Politik, denn sie spiele Umweltbelange gegen das Bedürfnis nach Jobsicherheit aus.

Kanada: anpassen oder untergehen

Autorin: Christiane Meier, ARD Studio New York

Der Klimawandel hat auch die selbst ernannte "Eisbärenhauptstadt" Churchill im kanadischen Manitoba ereilt. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Durchschnittstemperatur um zwei Grad gestiegen: Weil das Eis immer später kommt, müssen die Bären länger hungern, bevor sie nach dem Sommer wieder auf Robbenjagd gehen können. Für den kleinen Ort am Rande des Hudson Bay keine guten Aussichten, denn Churchills 900 Einwohnerinnen und Einwohner leben vor allem vom Bären-Tourismus. Seit 2020 gibt es in Churchill eine Klimastrategie: Wenn man das Unvermeidliche nicht ändern kann, dann muss man lernen, damit zu leben. Ein Reporterteam besucht Bären und Menschen, die sich anpassen, um nicht unterzugehen.

Niederlande: tot im "lebenden" Sarg

Autorin: Gudrun Engel, ARD-Studio Brüssel

Bis ein herkömmlicher Holzsarg vollständig zersetzt ist, dauert es mehrere Jahre. Um diesen Prozess nicht nur schneller, sondern vor allem umweltfreundlicher zu gestalten, hat ein niederländischer Wissenschaftler nun eine Art "lebenden" Sarg erfunden. Der aus Teilen von Pilzen bestehende Sarg ist nach der Aussage seines Erfinders Bob Hendrikx eine Weltneuheit. Damit soll eine nachhaltige Begräbniskultur etabliert werden. In den Niederlanden darf der "Pilzsarg" bereits bei Bestattungen eingesetzt werden.

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