Weltbilder

Dienstag, 25. Januar 2022, 23:45 bis 00:15 Uhr
Samstag, 29. Januar 2022, 12:45 bis 13:15 Uhr

Israel: Das friedliche Wüstendorf

Autorin: Susanne Glass

Das Zusammenleben klappt auf berührende Art und Weise in einem kleinen Wüstendorf in der Wüste Negev. Gegründet wurde es von dem Ex-General Doron Almog. Kinder und Erwachsene aller Bevölkerungsgruppen und verschiedener Religionen, Menschen mit und ohne Behinderungen, leben hier friedlich zusammen. Nach der Geburt seines behinderten Sohnes konnte Almog einfach nicht fassen, dass ausgerechnet in Israel nach der Erfahrung mit dem Holocaust, wo das Leben von Menschen mit Behinderung als unwert behandelt wurde, seiner Familie so viel Ablehnung entgegenschlug. Auch aus Deutschland engagieren sich viele Freiwillige im Wüstendorf.

Frankreich: Wie Roubaix sich selbst vor dem Untergang rettet

Autorin: Sabine Rau

Über Jahrzehnte galt die Industriestadt Roubaix im Norden Frankreichs als Zentrum der Textilindustrie. Dann kam die Konkurrenz aus Asien, die billiger produzierte, und viele Menschen in Roubaix verloren ihre Existenzgrundlage. Aus der Industriestadt wurde eine wirtschaftlich abgehängte Kommune. Wer konnte, verließ die Gegend. Irgendwann beschloss der Stadtrat, mit eigenen Initiativen dem Niedergang der Stadt zu begegnen. Vor allem Bildung für diejenigen, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft kaum Chancen auf gute berufliche Perspektiven hatten, wurde der Schlüssel zum Wiederaufbau der Stadt. Inzwischen entwickelt sich Roubaix wieder positiv, die Trendwende scheint geglückt.

Syrien: Kindheit auf der Müllhalde

Autor: Daniel Hechler

Jeden Tag stochert Rakan im Müll nach alten Schuhen, Klamotten, Elektroschrott, nach allem, was er zu Geld machen kann. Dem Elfjährigen fällt das besonders schwer, weil er nach einem Luftangriff syrischer Kampfjets einen Unterarm verloren hat. Er hasst die Arbeit auf der Mülldeponie, aber es ist seine einzige Chance, ein wenig Geld für seine Familie zu verdienen. Nach ihrer Flucht vor den Bomben ist er mit Mutter und drei Geschwistern in einer Zeltstadt im Norden von Idlib gestrandet, der letzten Hochburg der Aufständischen in Syrien. Der Vater fiel syrischen Soldaten in die Hände. In der Provinz gibt es kaum Jobs, die Preise galoppieren in die Höhe, viele Lebensmittel sind unerschwinglich. Nun steht der Winter vor der Tür. Zur Schule kann Rakan nicht gehen, auch wenn er es gerne tun würde. Er ist eines von Tausenden syrischen Kindern, die im Müll großwerden, ohne jede Bildung und Perspektive.

Brasilien: Liebesgedichte gegen Corona

Autor: Matthias Ebert

Eine uralte Tradition modern verpackt und erfolgreich vermarktet, das war die Idee von Maria Delgado und anderen Frauen. Die Weberinnen sind bekannt für ihre Wandteppiche und Tischtücher, bis die Pandemie kam, da brach der Absatz ein. Doch die cleveren Frauen wussten sich zu helfen. Seit jeher leben sie mit der Tradition gesungener Lieder als Vermittlung uralter Geschichten. Und das haben sie genutzt: Im Internet bieten sie jedem Käufer ein persönliches Gedicht für den/die Liebste/n als Bonus zu Teppich oder Tuch. Die Idee zündet, der Verkauf läuft. Mit dem Weben kommen sie kaum nach.

China: Olympia und Corona. Wie passt das zusammen?

Autor: Daniel Satra

Chinas Führung hält am strikten Null-Covid-Kurs fest. In der Hauptstadt Peking gibt es derzeit dennoch ein paar Dutzend Fälle, bei rund 21 Millionen Einwohnern. Pekings Behörden haben sofort alle Schulen für 5 Wochen geschlossen. Schülerin Xie Jingyi stimmt das traurig: "Ich vermisse einige Klassenkameraden und mit Freunden gemeinsam zu Lachen. Und auch den Klassenunterricht mit Lehrern." In Pekings Bezirk Fengtai mussten alle zwei Millionen Einwohner zum PCR-Test, weil es vergangene Woche insgesamt 16 Corona-Fälle gab. Andernorts in China gibt es strikte Lockdowns: So wie in der 13-Millionstadt Xi´an, wo die Menschen nach einem Monat Ausgangssperre erstmals wieder raus und auch die Stadt verlassen durften. Chinas Regierung verteidigt die harten Maßnahmen. Zhao Lijian, der Sprecher des Außenministeriums erklärt: "Der Vergleich mit dem Ausland schockiert. Man kann zurecht sagen, dass China im Kampf gegen COVID-19 einen strategischen Sieg errungen hat." Die Olympischen Winterspiele in Peking sollen streng abgeschottet werden. Doch kann das gelingen, wenn tausende Teilnehmer aus dem Ausland einreisen? Der Epidemiologe der Universität Hongkong, Benjamin Cowling, ist skeptisch: "Bei Omikron reicht ein einziger Fall. Wenn dieser das Virus nach draußen in die Stadt Peking einträgt und das nicht schnell genug entdeckt wird, kann sich das sehr schnell verbreiten und für viele Probleme sorgen.

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