Sendedatum: 02.09.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: St. Margarethen

von Thilo Buchholz

Die B431 vor dem Ortseingangsschild St. Margarethen: links Windräder, rechts Kühe und Schafe, auf beiden Seiten der Bundesstraße Marschland. Bei der Anfahrt auf das etwa 840 Einwohner große Dorf schiebt sich die Spitze des Kirchturms durch die vielen Bäume. Die Kirche bildet das Ortszentrum. Viele Schwalben nisten am und mit Sicherheit auch im Kirchturm.

Zwei Männer schauen hinauf zur Kirche

Dorfgeschichte: Sankt Margarethen

Schleswig-Holstein Magazin -

Am letzten "offiziellen" Sommertag spielt sich auch das Leben im Dorf Sankt Margarethen im Kreis Steinburg draußen ab. Das Thema beim Klönschnack vorm Markt-Treff: der Verkehr.

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Ein ganzes Dorf zieht um

Ursprünglich stand die Kirche mal an einem anderen Ort - etwa einen Kilometer entfernt und damit näher an der Elbe. Der Ort hieß damals Elredefleth. In den Chroniken heißt es: "Das alte Elredefleth versank in der Elbe." Um 1500 bauten die Bewohner die Kirche und das gesamte Dorf ab und errichteten es wieder neu an dem heutigen Ort. Er liegt jetzt weiter im Landesinneren, drei Meter über Normalhöhennull (NHN).

Wappen

Der Orts- und Kirchenname geht auf eine Heilige, eine Märtyrerin des frühen Christentums, zurück. Der Legende nach hat Margaretha, bevor sie enthauptet wurde, im Gefängnis einen Drachen mit dem Zeichen des Kreuzes gebändigt. Daraufhin wurde sie heiliggesprochen, erzählt der Pastor der Gemeinde. Die Szene der Margaretha kämpfend mit dem Drachen, prägt das Dorf- und Kirchspiel-Wappen.

Damenlikör

Eine ganz besondere Spezialität, die ihren Ursprung in St. Margarethen hat, ist der Wurzel-Magenbitter mit dem Namen "St. Margarethener Damenlikör". Wer eine Kostprobe nimmt, bei dem zieht sich im Gesicht alles zusammen: Orientalische Kräuter, Ginsengwurzeln und ein Spiritus-Wasser-Mix ergeben nach einem Jahr 40-prozentigen St. Margarethener. Seeleute brachten im 19./20. Jahrhundert aus dem Orient die verschiedenen Zutaten mit. Die Frauen dieser Schiffsmänner mischten daraus den Likör. Deshalb auch der Name „Damenlikör“. Sie verwandten den Wurzel-Magenbitter als Medizin.

Klön-Schnack

Die Eckkneipe „Klön-Eck“ liegt direkt an der B431. Das Lokal gehört Gorden Wieberneit aus Berlin. Seit etwa 20 Jahren lebt er in St. Margarethen. Bei ihm gibt es den „St. Margarethener Damenlikör“, der im Übrigen auch bei Männern beliebt ist. Rustikale Einrichtung, ehrliches Essen und nette Gesellschaft - deswegen kommen die Leute in sein Lokal, sagt er. Eine Ecke weiter gibt es noch den Markt-Treff. Der Supermarkt mit Bäckerei ist immer wieder zufälliger Treffpunkt vieler Nachbarn. Und noch eine Ecke weiter sind die Grundschule und die Kindertagesstätte. Alles gelegen um die Kirche - und damit ist im Grunde genommen das ganze Ortszentrum Treffpunkt für Klön-Schnack.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.09.2019 | 19:30 Uhr