Sendedatum: 08.10.2018 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Klixbüll ist ein Dorf voller Visionen

von Karin Henningsen

Klixbüll ist eine Gemeinde, die viele von der Durchfahrt kennen: auf dem Weg von der A7 zum Autozug nach Sylt. Der Ort hat knapp 1.000 Einwohner und ist das zweitlängste Dorf Nordfrieslands: von Ortsein- bis ausgang etwa fünf Kilometer lang.

Das Ortschild von Klixbüll im Kreis Nordfriesland © NDR

Dorfgeschichte aus Klixbüll

Schleswig-Holstein Magazin -

Ein kleiner Ort mit modernen Ideen: Klixbüll. Der Bürgermeister hat sich vorgenommen, seine Gemeinde zu einem Energie-Vorzeigeort zu machen. Die ersten Schritte sind getan: Es gibt zwei Windparks.

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Viel Leistung für Dörpsmobile

Zwei Windparks in Klixbüll sind in Bürger- und Gemeindehand. 40 Megawatt Leistung, viel Energie, die der Bürgermeister am liebsten vor Ort verwenden will. "Wir versorgen unsere Gemeindeeinrichtungen autonom", berichtet Werner Schweizer (KWG). Aus diesem Grund hat er auch das Dörpsmobil angeschafft. Elektroautos, die sich die Bewohner ausleihen können. An öffentlichen Ladestationen können die Autos gratis aufgeladen werden. Diese Ladestationen sind auch für alle anderen E-Fahrzeug-Besitzer kostenlos nutzbar: "Manchmal kommen Leute aus Dänemark oder Süddeutschland zu uns", berichtet er, "nur, um hier gratis zu laden." Auch das Heizen von Kindergarten, Schule und Freibad regelt die Gemeinde alleine: Das übernehmen die zwei Biogasanlagen im Ort, die von Landwirten betrieben werden.

Geben - und Nehmen für eine kleine Spende

Gleich am Ortseingang gibt es einen kleinen Schuppen mit dem Namen "Geben und Nehmen". Der Betreiber hat eine Absprache mit Versorgungsunternehmen im Umland: Alles, was weggeworfen aber noch brauchbar ist, landet hier. Von Weihnachtsdekokration über Geschirr bis hin zu Fahrrädern und Computern - jeder kann sich bedienen. Dafür lässt man eine kleine Spende für die ortseigene Bürgerstiftung da. "Es hat sich schon mal ein Mann aus dem Ruhrgebiet einen Staubsauger schicken lassen, den er über unseren Internet-Auftritt gefunden hat", erzählt der Betreiber. Der - für ihn selbstverständlich - eine Solaranlage auf seinem Dach installiert hat, wie so viele andere im Ort auch.

Kleiner Ort - große Ideen

Zum Einkaufen müssen die Klixbüller nach Niebüll oder Leck fahren, die beide nur wenige Kilometer entfernt sind. Lediglich ein Bäcker ist noch im Ort. Mit Leck verbindet Klixbüll noch eine ganz besondere Beziehung: Der ehemalige Bundeswehr-Flugplatz liegt auch auf dem Gemeindegebiet von Klixbüll. Hier möchte Bürgermeister Werner Schweizer einen speziellen Flugplatz einrichten. Die ehemaligen Shelter, in denen früher die "Phantoms" untergebracht waren, sollen zur Garage für Reisende werden. Daneben will er Ferienunterkünfte bauen, damit die Gäste neben ihren Maschinen übernachten können. Und dann berichtet der Bürgermeister von seiner größten Vision: Er möchte den Flugplatz zu einem Pilotprojekt für Elektroflugzeuge ausbauen: "Am besten als Shuttle-Platz für Syltpendler, die von Klixbüll aus mit Elektroflugzeugen auf die Insel fliegen." Er ist optimistisch, dass bereits 2020 das erste E-Flugzeug bei ihm in der Gemeinde landet. Aufladen, Reparieren, Warten - geht es nach ihm, soll die Zukunft der Elektro-Fliegerei in Schleswig-Holstein in Klixbüll beginnen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 08.10.2018 | 19:30 Uhr