Sendedatum: 04.03.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Dahmker

von Karin Henningsen

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Die Bewohner von Dahmke machen es sich nett und verbringen einen gemeinsamen Tag mit gutem Schnack, Bratwurst und Glühwein.

"Wir leben hier in Ruhe und Frieden und haben Spaß dabei", so fasst der Bürgermeister von Dahmker im Kreis Herzogtum Lauenburg das Dorfleben zusammen. Und nach Spaß sieht es tatsächlich aus: Als wir ankommen, haben sich viele Dorfbewohner um einen Grillwagen versammelt, essen Bratwurst und trinken Glühwein: "Wir dachten, wir machen uns das nett mit Ihnen", sagt Bürgermeister Jens Husen.

Treker stehen am Straßenrand eines Dorfes.

Dorfgeschichte: Dahmker

Schleswig-Holstein Magazin -

Im Herzogtum Lauenburg liegt das Dorf Dahmker. Knapp 30 Hunde verteilen sich hier auf die 150 Einwohner. Außerdem spielen Trecker und ein Wurstwagen eine große Rolle.

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Treckerliebe

Was als erstes ins Auge fällt: Mehr als zehn Trecker stehen ordentlich in Reih und Glied am Rande der Veranstaltung. Es gibt in Dahmker mehr als 26 dieser Fahrzeuge, von Oldtimern bis hin zu Hightech-Varianten. Die gehören dann einem der zwei Lohnunternehmer im Ort. Die größte Firma hat rund 50 Mitarbeiter - das sind mehr Arbeitsplätze, als der Ort an Menschen im erwerbstätigen Alter zu bieten hat.

Tierliebe

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Die wolligen Vierbeiner von Katrin Pfennig sind so zottelig, dass man ihre Augen nicht sehen kann.

Und noch eine spektakuläre Zahl: Es gibt 26 Hunde im Dorf - bei 150 Einwohnern. "Entweder einen Hund oder einen Trecker sollte man hier schon besitzen", meint der Bürgermeister, "am besten beides", fügt er grinsend hinzu. Ansonsten gibt es noch Hühner, Pferde und drei Schafe im Ort: Wallisische Schwarznasen, die so zottelig sind, das man ihre Augen nicht sieht. Ihre Besitzerin, Katrin Pfennig, hat sie vor drei Jahren als Rasenmäher angeschafft, jetzt leben sie in ihrem Garten und zählen zur Familie.

Liebe zur Landwirtschaft

Als einer der ersten verlässt Rainer Stapelfeldt die gemütliche Frühschoppen-Runde. Er hat noch zu tun, denn er ist der letzte Vollerwerbs-Landwirt im Ort. Am Samstag Vormittag ist er dabei, ein Biotop am Rande eines seiner Felder auf den Stock zu setzen: Die Rauchfahne seines Feuers ist weit bis Basthorst zu sehen. Er hat seinen Hof von seinen Eltern übernommen, hat aber keine eigenen Kinder. Deswegen setzt er seine Hoffnung auf seinen Neffen, der ihm zur Hand geht: Der fängt in diesem Jahr an Landwirtschaft zu studieren und soll und möchte im Idealfall den Hof übernehmen. Das freut den Bürgermeister, der seit Jahren versucht, das Schlafdorf am Leben zu erhalten. Viele der jungen Leute verlassen den Ort, erzählt er und zeigt im Kreis auf die umstehenden Häuser. Zu jedem kann er aufzählen, wohin welche Kinder hingezogen sind - in Dahmker geblieben ist kaum jemand. Aber die, die hier sind, haben ein gutes Leben miteinander, meint er. Tatsächlich: Erst nach Stunden löst sich das spontane Treffen am Grillwagen wieder auf - mit einer Treckerparade zu Hundegebell. Typisch Dahmker eben.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.03.2019 | 19:30 Uhr