Rund um den Michel

Grüne Metropole

Sonntag, 08. September 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 09. September 2019, 01:35 bis 02:20 Uhr

Hamburg gehört zu den grünsten Städten der Welt. Innerhalb Deutschlands ist es die Metropole, die pro Einwohner am meisten Grünflächen zu bieten hat. Ideale Lebensbedingungen auch für viele Tiere. Auf dem sogenannten Grünen Ring, der sich wie ein Band um die Stadt schlängelt, kann man vom Ameisenlöwen bis zur Zwergfledermaus einige besondere Arten treffen.

Clevere grüne Ideen

Das Grün in der Stadt beflügelt aber auch grünes Denken. Deshalb gibt es hier besonders viele Menschen, die clevere Ideen entwickelt haben, wie man sich im Einklang mit der Umwelt kleidet, wäscht oder ernährt. Wir stellen einige davon vor und treffen auch auf diejenigen, denen die Stadt immer noch nicht grün genug ist. Eine Nachbarschaft im dicht besiedelten Eimsbüttel hat vor sieben Jahren mit Urban Gardening begonnen. Mittlerweile sind die ersten zarten Pflanzen zum "Stephanusgarten" herangewachsen.

Der Stephanusgarten

Bereits als Schülerin hat Christine Stecker erfolgreich gegen die Abholzung einer Baumallee gekämpft und dieser Geist hat sie bis heute nicht verlassen. Mit einer Nachbarschaftsinitiative hat sie in Hamburg-Eimsbüttel einen grünen Dorfplatz in der City zum Gärtnern und Kennenlernen geschaffen. Der Stephanusgarten inmitten dichter Bebauung ist eine öffentliche Fläche, die von den Nachbarn in privater Eigenregie umgestaltet wurde. Christine Stecker, ihr Mann Werner und viele Nachbarn treffen sich immer am Sonnabend zum Buddeln und Klönen bei Kaffee und Kuchen. Im Stephanusgarten darf jeder entspannen, und hier sind auch schon viele Freundschaften entstanden. Das Modellprojekt, das von der Bezirksversammlung mit 20.000 Euro gefördert wurde, nimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Stadtgrün ein. Christine Stecker. "Früher war es ein Durchgangsort, heute ist es ein Begegnungsort".

Das kleine Grüne

Wenn man in den Blumenladen "Das kleine Grüne" eintritt, dann fällt einem sofort die Vielfalt und die Einzigartigkeit der Sträuße auf. Die Blumen holt Chefin Laura Blöchl immer frisch vom Hamburger Blumengroßmarkt. Die 29-jährige Floristin kauft vorwiegend bei Händlern aus der Region, um sie zu unterstützen. Das Geschäft ist hart. Laura Blöchl und ihr kleines Team müssen sich gegen die Billigkonkurrenz der Supermärkte und Blumen-Ketten behaupten. Und das gelingt ihnen mit individuellen Sträußen und einem ganz persönlichen Service. Und auch die Bienen haben es gut in diesem kultigen Blumenladen im Stadtteil Hoheluft-West.  Laura Blöchl hat nämlich viele bienenfreundliche Blumen im Angebot, um das Bienensterben ein Stück weit zu stoppen.

Grün Bauen fürs Stadtklima

Angesichts des Klimawandels und der immer häufiger auftretenden Hitzeperioden, stellt sich die Frage wie man Städte daran anpassen kann. So bauen, dass sie kühler und erträglicher im Sommer werden. Doch der Platz für Grünflächen in der Stadt ist begrenzt. Dabei gibt es auch ganz andere Lösungen, um für mehr Grün in der Stadt zu sorgen. Wir begleiten den 21-jährigen Finn Böttle, dessen Familie seit drei Generationen eine Gärtnerei betreibt und sich seit einigen Jahren auf den Bau von "vertikalen", grünen Wänden aus Pflanzen, sowohl Innen als auch an Außenwänden, spezialisiert hat. Wir zeigen zudem konkrete Projekte, wie eine Metropole wie Hamburg grüner wird und zwar auf den bereits vorhandenen Flächen.

Interview mit dem Leiter des Botanischen Sondergartens Helge Masch

Julia-Niharika Sen trifft Helge Masch, den Leiter des Botanischen Sondergartens in Wandsbek, ein botanisches Kleinod, das selbst vielen Hamburgern noch unbekannt ist und erfährt, warum die Tollkirsche das Zeug zur Giftpflanze des Jahres hat und welche Schätze die Hamburger dem Sondergarten schon anvertraut haben.

Die Seifen-Revolution: Terrorists of Beauty

Shampooflaschen, Spraydosen, Cremedosen, Kosmetikverpackungen, Zahnpastatuben: Unsere Badezimmer sind reich gefüllt mit den unterschiedlichsten Verpackungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse unseres Körpers. Natalie und Mar lehnen sich dagegen auf: Zusammen haben sie ihr Startup "Terrorists of Beauty" gegründet und sagen: "Mit nur einem Stück Seife für Körper, Haar und Gesicht wollen wir Shampoos, Duschgel und Gesichtsreiniger ersetzen." Rund um den Michel hat die beiden in ihrem Badezimmer besucht und sich ihre Mission erklären lassen.

Grün und mobil

Die grüne Metropole Hamburg ist einer der Touristen-Magneten Europas: 6,6 Millionen Besucher lockte die Stadt allein im vergangenen Jahr an - Tendenz steigend. Um die Stadt zu entdecken, können Touristen wie auch Hamburger zwischen schier unzähligen Stadtführungen und -touren wählen: Vom Doppeldeckerbus bis zum Straßenkart, vom VW-Bulli bis zum Hot Rod. Aber - wie es sich für eine grüne Metropole gehört: Natürlich lässt sich Hamburg auch vollkommen emissionsfrei erkunden. Wir haben drei solcher Touren gegeneinander ins Rennen geschickt.

Ein Quantenphysiker auf grünem Terrain

Immer wieder gibt es Berichte und Anregungen dazu, dass man sich bewusster ernähren soll - nicht nur gesund, sondern auch mal darüber nachzudenken sollte, woher das Essen eigentlich kommt. Arne Ewerbeck ist Betreiber der ersten veganen Kochschule in Deutschland und macht sich natürlich auch Gedanken darüber. Aber er stellt sich dazu auch noch ein paar Fragen mehr. Auf seinem Blog im Internet gibt er nicht nur Tipps und Rezeptvorschläge, sondern geht den Dingen, die ihm beim Kochen über den Weg laufen, auf den Grund. Denn Arne ist eigentlich Doktor der Quantenphysik. Wir haben uns mit ihm an den Herd gestellt.

Auf der Internetseite von Arne Ewerbek gibt es das Rezept für vegane Mangold-Pasta - zum Nachkochen.

Tiere auf dem Grünen Ring

Ein Band aus Natur schlängelt sich rund um die Hansestadt Hamburg. Dieser "Grüne Ring" ist ein Rad- und Wanderweg, der auf einer Länge von einhundert Kilometern die facettenreichen Natur- und Kulturlandschaften der Elbmetropole verbindet. In den grünen Oasen links und rechts der Strecke können Interessierte dem Ameisenlöwen bei der Jagd zusehen, Fledermäuse in der Dämmerung beobachten oder beim Beringen von Rohrsängern, Heckenbraunelle und anderen Singvögeln zuschauen. Eine Reise rund um Hamburg - immer ganz nah an der Natur.

Leihen statt kaufen

Das ist inzwischen nicht nur bei Autos Trend, sondern auch bei Kleidung. Thekla Wilkening ist Pionierin auf dem Gebiet des Kleider-Verleihens: 2012 hat sie die erste "Kleiderei" Deutschlands in Hamburg eröffnet. Wie in einer Bücherei konnte man sich dort gegen eine feste Gebühr monatlich Kleidung ausleihen. Inzwischen ist ihr Startup online und sie arbeitet mit bekannten nachhaltigen Modelabels zusammen.

Leihen statt kaufen

Das ist inzwischen nicht nur bei Autos Trend, sondern auch bei Kleidung. Thekla Wilkening ist Pionierin auf dem Gebiet des Kleider-Verleihens: 2012 hat sie die erste "Kleiderei" Deutschlands in Hamburg eröffnet. Wie in einer Bücherei konnte man sich dort gegen eine feste Gebühr monatlich Kleidung ausleihen. Inzwischen ist ihr Startup online und sie arbeitet mit bekannten nachhaltigen Modelabels zusammen.

Minitopia

Ein Paradies, inmitten der Großstadt würde man direkt neben der Autobahn, im Industriegebiet, wohl nicht sofort vermuten. Und doch: Biegt man in Wilhelmsburg zwei Mal links ab, dann landet man auf "Minitopia" - einem "Spielplatz urbaner Selbstversorgung". Wild wuchert der Fenchel aus den Palettenhochbeeten, Bienen brummen von Blüte zu Blüte, eine Kinderschaukel baumelt von der Birke hinab und wiegt sich sanft im Wind. Stefanie und Käthe haben "Minitopia" vor drei Jahren gegründet, um im Kleinen auszuprobieren, was im Großen funktionieren soll: gemeinsam nachhaltig leben. Erste Schritte dazu sind "Alles selbst bauen, mit Dingen, die vorhanden sind". Und auch selbst anbauen, nach dem Prinzip der "Permakultur". Ihr Reich unweit der Elbe ist 1.000 Quadratmeter groß - und für keine Idee zu klein.

 

 

Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Julia-Niharika Sen