Rund um den Michel

Ein Sommertag in Hamburg

Sonntag, 18. Juli 2021, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 19. Juli 2021, 02:15 bis 03:00 Uhr

Danach haben sich viele Menschen lange gesehnt: Sonne auf der Haut, eine leichte Brise im Haar und in der Hand ein kühles Getränk. Das fühlt sich endlich wieder nach Freiheit an. Und der Sommer in Hamburg hat viel zu bieten. "Rund um den Michel" genießt einen Tag in dieser Jahreszeit, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Mit der Fähre geht es der aufgehenden Sonne entgegen, ein Frühstück, bei dem man sich wie in Frankreich fühlt, am Vormittag ein Besuch im Freibad Finkenwerder mit Blick auf die Containerriesen, dazu campen, auf Rollschuhen tanzen und segeln. Abends dann die Entscheidung, auf welcher Seite der Mundsburger Brücke eingekehrt werden soll. Bei einem ganz besonderen Konzert dann das Erlebnis des Sonnenuntergangs über dem Harburger Binnenhafen.

Sonnenaufgang auf der Linie 61

Ein Sommertag in Hamburg - der beginnt wohl am beeindruckensten auf Hamburgs Lebensader: der Elbe. Um die Dunkelheit der Nacht zu vertreiben, braucht es ein magisches Schiff - das dachten zumindest die Menschen im Altertum. Darauf ein Sonnengott, der das Licht bringt. So stellte man sich den Sonnenaufgang vor im alten Ägypten und im hohen Norden. Und auch hier in Hamburg gibt es so eine Sonnenbarke: Die Fährlinie 61. Die startet um kurz vor fünf Uhr morgens mit ihrem "Sonnengott": dem Schiffsführer Sascha Haase. Rund um den Michel durfte ihn auf seiner ersten Fahrt des Tages begleiten.

Frühstück in Frankreich

Frühstücken lässt es sich in Hamburg wahrlich vielfältig: Vom traditionellen Franzbrötchen auf die Hand bis zum üppigen Buffett bietet Hamburg alle Varianten für einen perfekten Start in den Sommertag. Wer will, kann dabei auch in die Frühstücks-Welten fremder Länder eintauchen - wie im kleinen französischen Café von Fatima da Silva. Geboren in Portugal, aber aufgewachsen im französischen Burgund, betreibt sie im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel das kleine Café "Delice" - auf Deutsch: "Genuss". Das Café hat Fatima vor sechs Jahren eröffnet - aus Sehnsucht nach ihrer Heimat, weil sie hier in Hamburg nirgendwo so gute Baguettes oder Brioches fand wie in Frankreich. Nach Hamburg war Fatima ursprünglich wegen ihres Jobs in der Modebranche gekommen. Doch ein eigenes Café: Das war schon ihr Kindheitsraum und in Hamburg ergriff sie die Gelegenheit, ihn zu verwirklichen. Für ihr echtes französisches Frühstück kauft Fatima fast nur originalfranzösische Produkte. Selbst Café-Tische und -Stühle sind aus Paris - von ihr eigenhändig mit dem LKW hierhergebracht. Rund um den Michel hat sie einen Sonntagmorgen lang begleitet.

Freibad Finkenwerder

Eis, Wasser, Pommes - was wäre ein perfekter Sommertag ohne Freibäder? Von beeindruckender historischer Bäderarchitektur bis Naturseen haben Hamburgs 17 Schwimmbäder einiges zu bieten. Aber keines davon hat einen so atemberaubenden Blick auf die Elbe, wie das Freibad Finkenwerder. Seit 64 Jahren können Badegäste hier direkt aus dem Becken die vorbeiziehenden Containerriesen bestaunen. Für Bademeister Sascha Hoffmann ist das Freibad auf der Südseite der Elbe einer der besten Orte für einen perfekten Sommertag.

Dog-Fluencerin

Hunde und Katzen waren lange die geheimen Stars des Internets. Mittlerweile haben "Petfluencer" auf Instagram und Tiktok mehr Follower als so mancher Promi. Der 10-jährige Rüde Louis aus Bergedorf hat auf Instagram mehr als 80 0000 Fans. Sein Frauchen zeigt ihn an den schönsten Plätzen Hamburgs.

Elbecamp

Das Elbecamp in Blankenese bietet Strand, Natur pur und einen Blick auf die dicken Pötte. Auf dem Campingplatz werden die Wohnwagen per Trecker über den tiefen Sand zum Stellplatz gezogen. Anders kommen die rollenden Domizile nicht zum Ziel. Freitag ist Hauptanreisetag. Nicht nur Gäste aus aller Welt checken dann ein, sondern auch viele Hamburger. Sie wollen mal ein Wochenende lang dem hektischen Stadtalltag entfliehen. Für die Campingplatz-Mitarbeiter sind es dagegen stressige Tage- es geht quasi von null auf hundert. Von jung bis alt - von Campern in Zelten bis hin zum Luxus-Reisemobil - im Elbecamp kommen alle zusammen. Träger ist übrigens der Kinderschutz und Jugendwohlfahrt e. V.

Interview mit der Sängerin Chatharina Boutari von der Gruppe Puder und Corinne Eichner von „Stadtkultur“ zum HHer Kultursommer

Vom 15.Juli bis zum 16.August gibt es in Hamburg ein ganz besonderes Programm: den Hamburger Kultursommer, bei dem vor allem Künstlerinnen und Künstler aus der Hansestadt endlich wieder auftreten werden. Zum Beispiel die Sängerin, Songschreiberin und Opernregisseurin Catharina Boutari, die uns im Interview schon einmal eine Kostprobe ihres neuen Songs „Ghosttown love“ gibt, den sie mit ihrer Band „Puder“ performen wird. Corinne Eichner von „Stadtkultur“ erklärt uns dann, was es beim Kultursommer noch alles zu erleben gibt, und warum diese Sonderaktivität besonders wichtig ist, um die Hamburger Szene wieder gut durchstarten zu lassen.

Eis-Trend: Bubble-Waffle

Ein neuer Eistrend aus Hong Kong ist in Hamburg angekommen: Die Bubble Waffle. Eine Waffel gefüllt mit Softeis, garniert mit süßen Toppings. Für diese Kalorienbombe bilden sich in der Hansestadt inzwischen immer öfter lange Schlangen vor den Eisdielen. Der Michel hat sich hinter die Theke gestellt und beobachtet, was die Faszination der Bubble Waffle ausmacht.

Die Entenwerder Elbpiraten

Segeln in Hamburg verbinden viele mit der Außenalster und mit elitären Segelclubs. Nicht so auf Entenwerder, einer Halbinsel in der Nähe der Elbbrücken. Dort ist das Hauptquartier der „Entenwerder Elbpiraten“, einem gemeinnützigen Verein der Hamburger Modeunternehmer Thomas und Alexandra Friese, die hier nicht nur ein Café (den „Goldenen Pavillon“) auf einem Anleger errichtet haben, sondern auch Kindern die Möglichkeit geben, Segeln zu lernen. So können hier jede Woche Kinder aus sozial schwachen Stadtteilen wie Rothenburgsort in einem von sechs Optimisten auf der Elbe Unterricht nehmen. Wir begleiten eine Gruppe von Kindern, die hier einen herrlichen Sommertag mit anschließendem Bad in der Elbe genießen.

Jam-Skating

Tanzen auf Rollschuhen, das gibt es schon seit den 80-ger Jahren. Heute heißt es Jam Skating und erlebt ein Revival. Die Zahl der Tänzer auf der Rollschuhbahn in Hamburgs Parkanlage "Planten un Blomen" nimmt jedes Wochenende zu. Nadja Borynec tanzt schon seit vier Jahren und gibt inzwischen sogar Unterricht im Jam Skating. Der Michel hat die Rollschuhtänzer an einem Sonnentag begleitet.

Rivalen an der Mundsburgbrücke

Östlich der Alster, wo der Eilbekkanal zum Mundsburger Kanal wird, versteckt sich ein Geheimtipp: die Mundsburger Brücke. Die Gewölbebrücke wurde 1870 erbaut - und ist mit 55 Metern die breiteste Brücke Hamburgs. Sie verbindet die zwei Stadtteile Hohenfelde und Uhlenhorst. Und auf jeder Seite gibt es ein Restaurant mit Alsterblick, direkt an den Treppen der Brücke. Die Mitarbeiter vom „Anleger 1870“ und der „Spanischen Treppe“ können sich über den Kanal zuwinken. Und versuchen natürlich beide, die Gäste von „ihrem“ Stadtteil zu überzeugen.

Das Hafenkonzert

Daniel Kahn und Yeva Lapsker sind ein kosmopolitisches Künstlerpaar, das gerade im Harburger Binnenhafen Anker geworfen hat. Er stammt aus Detroit und ist Multiinstrumentalist, Musiker, Komponist und Theatermacher, sie wurde in St. Petersburg geboren und arbeitet als Tänzerin und Künstlerin. Wir portraitieren die beiden zusammen mit ihrem Sohn Leon auf ihrem Hausboot im Binnenhafen und begleiten Daniel Kahn bei seinem Auftritt auf einer schwimmenden Bühne vor der Harburger Fischhalle, bei dem er den Hafen mit Klezmer, Blues und Arbeiterliedern bis zum Sonnenuntergang zum Klingen bringt.

Produktionsleiter/in
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Redaktionsleiter/in
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Redaktion
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Moderation
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