Nordseereport

Alte Schätze

Sonntag, 28. Januar 2018, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 29. Januar 2018, 01:35 bis 02:20 Uhr
Montag, 29. Januar 2018, 07:25 bis 08:10 Uhr

In einem Bernstein ist ein Insekt eingeschlossen.

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Es dauert ein bisschen, bis René Bobrink und Christoffer Bohlig sich einen Schluck ihres Whiskys genehmigen können. Denn die beiden lassen den guten Tropfen direkt in der Nordsee vor Sylt lagern. Ja, richtig gelesen: IN der Nordsee. Vor einigen Jahren kamen sie auf die Idee, einen Whisky herzustellen, dessen Flaschen nicht nur nach Nordsee aussehen, sondern der auch so schmeckt. Und so schnappen sie sich jedes Jahr mehrere Fässer Single Malt und 400 Flaschen, die mit Wasser gefüllt sind und versenken sie im offenen Meer in einem Metallkäfig. Ein paar Monate später ernten sie dann, was sie gesät haben und bergen ihren Schatz aus dem Wasser. "Alte Schätze" heißt die neue Sendung des Nordseereports und Bobrinks und Bohligs Whisky ist ziemlich wertvoll.

Wie schmeckt der erste Schluck?

Etwa 60.000 Euro ist der hochprozentige Vorrat unter der Wasseroberfläche wert. Pro Flasche bezahlen die Kunden 169 Euro - immer vorausgesetzt, dass alles heile bleibt. Denn die Fässer und Flaschen müssen Stürme und Wellen überstehen. Eine Versicherung, die dieses Risiko tragen will, haben die beiden mit der Schnapsidee bis dato nicht finden können. Doch sie haben Glück: Ihr Whisky ist unversehrt. "Es ist ein bisschen wie Ostern. Mal sehen, was wir uns von Neptun zurückholen können", sagt Bobrink auf dem Traktor, mit dessen Hilfe sie den Eisenkäfig vom Meeresgrund holen. Dann kommt der große Moment: Das erste Fass wird geöffnet. "Eine leichte Salznote", konstatiert Bohlig. Die beiden sind begeistert vom ersten Schluck. Ein bisschen wie der Geruch nach Meer bei einem Spaziergang am Strand, so schmecke ihr flüssiger Schatz. Der Whisky wird später in die Flaschen gefüllt, die mit Muscheln und Algen überwuchert sind.

"Ein Schatz!"

Einen echten Schatz aus alten Zeiten haben Reg Mead und Richard Miles vor einiger Zeit aufgespürt. Eigentlich war dieser Tag auf der Kanalinsel Jersey alles andere als ein Glückstag. Nur bei ein paar rostigen Nägeln und alten Blechdosen meldete sich der Metalldetektor von Mead und Miles. Sie wollen eigentlich schon Feierabend machen, als es plötzlich noch einmal piept. Die beiden fangen an zu buddeln und fördern fünf Münzen zutage. "Ein Schatz!", ist Miles erste Reaktion. Er sollte Recht behalten: Insgesamt liegen mehr als 70.000 Münzen aus Kupfer und Gold in dem Acker, auf dem die Schatzsucher ihre Runden gedreht haben. Damit sind sie auf den größten Münzschatz aus keltischer Zeit gestoßen - eine echte Sensation. Und: Der wertvolle Fund liegt nur ein paar Spatenstiche tief in der Nähe der Steilküste von Jersey. Nach und nach wird der Schatz komplett gehoben und mittlerweile im Heimatmuseum der Insel wissenschaftlich analysiert.

Harz - kein Stein

Von den Britischen Inseln geht es im Nordseereport zurück nach Deutschland, genauer: nach St. Peter Ording. Dort macht sich regelmäßig das Ehepaar Gröhn auf die Jagd nach dem Juwel von der Nordsee: Bernstein. Wobei es sich beim Bernstein genau genommen gar nicht um einen "Stein" handelt, sondern um fossiles Harz, das Millionen von Jahren auf dem goldenen Buckel hat. Die Gröhns haben vor etwa 30 Jahren ihre Leidenschaft für Bernsteine entdeckt und sind nun häufig am Strand unterwegs, um neue Exemplare aufzustöbern. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist die Suche nach den edlen Stücken heute nicht mehr: Ein Arbeitskreis der Universität Hamburg tagte jüngst in St. Peter-Ording. Die Teilnehmer fachsimpelten mit Gesinnungsgenossen über ihre spektakulärsten Funde und rätselten gemeinsam, welche Einschlüsse im Bernstein seltener sind - Pflanzen oder Tiere. 

Modellschiffchen in der Kirche

Außerdem hat sich ein Team für die Sendung auf den Weg nach Dänemark gemacht. Dort, auf der Insel Fanø, hängt in den Kirchen ein ziemlich seltener Schmuck. Kleine Modellschiffe aus Holz, die sogenannten Votiv-Schiffe, baumeln im Gotteshaus. Diese Schiffchen stammen von Seefahrern, die sich in Momenten großer Not auf dem Meer um Hilfe nach ganz oben gewandt haben - mit dem Versprechen, bei unversehrter Heimkehr der Kirche ein Geschenk zu machen. Und nirgendwo in Dänemark hängen so viele der Schiffe wie in der Kirche Sønderho auf Fanø. Von dort geht es beim Nordseereport am Sonntag weiter nach Helgoland zu Maren Lohmeyer. Auch sie sammelt, ähnlich wie die Bernstein-Jäger von St. Peter-Ording. Doch Lohmeyers Schätze sind farbenfroher: Ihre Leidenschaft gilt Glasscherben, die vom Meer über Jahre und Jahrzehnte geglättet wurden. Die wertvollsten Stücke stammen zum Beispiel von Schiffslaternen oder Apothekerfläschchen und sind bis zu 1000 Euro wert. Lohmeyer sammelt die Scherben aber nicht, um sie zu verkaufen. Sie verarbeitet sie weiter zu Schmuck.

Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Redaktionsleiter/in
Angela Sonntag
Moderation
Antje Wöhnke
Produktionsleiter/in
Thomas Kay