Nordseereport

Naturgewalten

Sonntag, 31. Januar 2021, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 01. Februar 2021, 01:55 bis 02:40 Uhr

Das Leben an den Küsten und auf den Inseln ist eng verbunden mit den Gezeiten, mit Wind, Wetter und Wellen. Der Nordseereport berichtet vom alltäglichen Kampf gegen diese Naturgewalten.

Seit Jahrhunderten wappnen sich die Menschen gegen Sturmfluten, Hochwasser, Deichbrüche und Überschwemmungen. Und das inzwischen mit immer besseren Lösungen. Der Nordseereport und Moderatorin Britta von Lucke machen Station am Eidersperrwerk in Tönning, wo die Nordsee mit aller Kraft gegen die Mündung von Schleswig-Holsteins längstem Fluss drückt. Hier verhindert seit 1973 Deutschlands größtes Küstenschutzbauwerk eine Überflutung der Flussniederungen - und bietet damit zuverlässigen Schutz vor Sturmfluten. Nach der verheerenden Hamburger Sturmflut war 1967 damit begonnen worden, ein Bollwerk zur Nordsee zu bauen, um so das Hinterland zu schützen. Inklusive des neu gebauten Deich entstand ein 4,9 Kilometer langes Sperrwerk, das 8,5 Meter über Normalhöhennull und 7 Meter über dem mittleren Tidehochwasser liegt.

VIDEO: Helgolands Dünenfähre: Zwischen Wellen und Kegelrobben (6 Min)

Helgoland: Katamaran pendelt auch im Winter zur Düne

Besonders eindrucksvoll lässt sich die Kraft der Nordsee in den Herbst- und Wintermonaten erfahren. Wenn der Wind meterhohe Wellen auftürmt, sind nur wenige Touristen an der Küste unterwegs, die Insulaner sogar meist ganz unter sich. Auf der Hochseeinsel Helgoland ruht der Schiffsverkehr zur Düne, der vorgelagerten kleinen Insel, dennoch nicht. In der Nebensaison setzt der Katamaran "Witte Kliff" stündlich über und tanzt auf der unruhigen See. An Bord: der Ranger und die Leute der Dünenverwaltung. Im Sommer pendelt die kleine Fähre bis zu 50 mal hin und her. Jetzt im Winter, wenn nur wenige Menschen zur Düne gelangen, gehört die Insel vor allem den Kegelrobben. Die beanspruchen dann sogar den Anleger für sich.

Videos
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Immer wieder unterschätzt: das Watt

Im Sommer dagegen haben es die Einsatzkräfte der Cuxhavener Wattrettung mit ganz anderen Naturgewalten zu tun. Sie müssen zur Hilfe eilen, wenn Touristen sich eigenmächtig auf Wattwanderung begeben - ohne die Gefahren der wechselnden Tide zu kennen. Wenn dann die Flut naht, beginnt für Wanderer und Retter ein Wettlauf gegen die Zeit: Denn nicht nur schneidet das Wasser den Weg ab oder steigt unvermittelt schnell. Auch das Fortkommen wird im tiefen Schlamm zur Kraftprobe. "In Grimmershörnbucht ist das Watt sehr weich", weiß Retter Dirk Reichenbach. Es gebe deshalb diverse Hinweisschilder, dass das Wattlaufen hier verboten ist. "Leider werden diese Schilder nicht wahrgenommen oder nicht ernst genommen, sodass es in den Sommermonaten immer wieder zu diesen Einsätzen kommt", so Reichenbach. Im vergangenen Jahr wurden die Retter 18 Mal gerufen, um Urlauber aus dem Wasser und dem Watt zu holen.

Tide, Strömung, Wind und Wetter formen die Landschaft

Weitere Geschichten vom Kampf gegen Tide, Strömung, Wind und Wetter in diesem Nordseereport: die Marker Wadden, künstlich aufgeschüttete Inseln im niederländischen Markermeer, die Pfahlbauten von Sankt Peter-Ording, die Insel Baltrum in den 50er- und 60er-Jahren und eine Sandbank-Tour, die von Spiekeroog aus startet.

Weitere Informationen
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Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktion
Angela Sonntag
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidt
Moderation
Britta von Lucke