Nordseereport

Erlebnis Nordsee

Sonntag, 25. Oktober 2020, 18:00 bis 18:45 Uhr

Laura Lange © NDR/Andreas Garrels Foto: Andreas Garrels
Nordseereport Moderatorin Laura Lange erzählt dieses Mal von Menschen und ihren Aktivitäten im und am Wasser.

Die Nordsee ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Menschen in Deutschland, für Badeurlaub und Strandvergnügen, aber auch für aktive und sportliche Unternehmungen. Unterwegs mit dem Fahrrad oder zu Fuß, können Wanderlustige entlang der Nordseeküste Tausende von Kilometern die Regionen erkunden. Immer mit atemberaubenden Blicken auf Wellen und Meer, auf Küste und Dünen.

Auf dem Wasser lässt sich die Nordsee nicht nur per Segelboot erobern. Mit dem Kajak durch die Wellen gleiten, wagemutig und windschnell Kitesurfen oder entspannt und meditativ Yoga auf dem Surfbrett üben. Jeder nach seiner Vorliebe und mit seiner persönlichen Gangart. Und unter Wasser finden Sporttaucherinnen und -taucher ihr Nordseeparadies.

Die beste deutsche Kitesurferin

An einem mangelt es an der Nordsee eher selten: Wind. Kitesurferinnen, wie Leonie Meyer, lieben das. Die 27-Jährige ist die schnellste Deutsche in ihrer Sportart: Mit 40 Knoten - also rund 70 km/h - schießt sie über das Wasser und das am liebsten nahe der Insel Baltrum. Dort verbringt sie mehrere Wochen im Jahr. Dabei ist die sportliche Medizinstudentin eigentlich eine klassische "Landratte": Aufgewachsen ist sie im niedersächsischen Osnabrück, trotzdem ist das Meer ihr Lebensraum. Bei den Europameisterschaften in der Danziger Bucht holte sie Platz Vier in Ihrer Disziplin Kite Foilen - also Kiten mit einer speziellen Apparatur, die das Gleiten über dem Wasser ermöglicht. Erfolg, der nicht von ungefähr kommt: Im Sommer trainiert Meyer bis zu fünfmal die Woche auf Nord- und Ostsee, im Winter gerne in südlicheren Gefilden. Ihr Ziel: Olympia 2024.

Natur pur: Auf dem Nordseeradweg durch die Salzwiesen

Deutlich langsamer ist Gisela Willms unterwegs. Sie radelt am liebsten gemütlich auf dem Nordseeküstenradweg entlang, der 900 Kilometer von Dänemark über Deutschland bis Holland führt. Alles strampelt sie natürlich nicht ab: Der Nordseereport begleitet sie 16 Kilometer vom ostfriesischen Harlesiel bis nach Schillig im Landkreis Friesland. Dabei gilt: Früh aufstehen! Schon kurz nach Fünf radelt die 67-Jährige los und erlebt, wie der Tag erwacht. Und weil der Weg das Ziel ist, lässt sie sich mit dem Ankommen lieber Zeit: Die Radlerin beobachtet Tiere, lauscht dem Vogelzwitschern und besucht den Museumshafen Carolinensiel und die „Woge retour“ - ein Kunstobjekt für den Küstenschutz. Warum? "Ich bin eben ein Küstenkind", sagt Willms.

Drei Freunde und ein Segelkutter

Ein bisschen mehr Action suchen die drei jungen Freunde Jana, Lennart und Leif. Vor ein paar Stunden noch im Büro, finden sie sich auf einem Segelkutter aus Holz wieder. Sie knoten Taue, raffen Segel und spüren die Gischt auf die Haut spritzen. Das Boot: gemietet. Das Ziel: Erst Bremerhaven und dann der Nationalpark Wattenmeer mit seinen Millionen Vögeln und Zehntausenden Seehunden und Kegelrobben. Gelernt haben Sie das Segeln schon als Jugendliche und gleiten seitdem regelmäßig durch die Wellen - auch wenn in ihrem Berufsalltag oft wenig Zeit dafür bleibt.

Yoga am Meer

Umso wichtiger ist Zeit für Entspannung. Eine ausgefallene Form haben Kristin und Maxie Neubacher gewählt: Die beiden Frauen sind Chefinnen von Ankerglück, dem Yoga-Studio auf der Insel Spiekeroog. Ihre Spezialität ist Yoga am und auch auf dem Wasser. Bei fast jedem Wetter. Dank einer Sandbank vor der Insel lässt sich direkt an der Küste sogar Yoga auf dem Board machen - eine wackelige Angelegenheit. Herunterfallen? Erlaubt! Aber was Spirituelles hat das Ganze auch: Am Meer zu sein, sich mit den Elementen verbinden - das sei, sie selbst zu sein, sagt Kristin Neubacher. Ein bisschen, wie Kurzurlaub. Im Winter kommen fast nur Einheimische in ihre Kurse, im Sommer suchen aber auch zahlreiche Touristen Entspannung beim Meeres-Yoga.

Paddeln für den Sonnenuntergang

Wackelig kann es auch auf dem Wasser zugehen: Die kleine Gruppe Kajakfahrer auf dem Wattenmeer bei Norderney, erfährt das hautnah. Immer kräftig paddeln und das oft gegen die Strömung - das geht in die Arme aber macht auch Spaß. Eine Spazierfahrt ist das trotzdem nicht: Da gibt es Strömungen, Fahrrinnen und Seezeichen, die man kennen und beachten muss. Deshalb ist immer ein erfahrener Tourleiter der Surfschule dabei. Doch das Ganze lohnt sich: Der Blick auf die Insel und den Norderneyer Leuchtturm ist außergewöhnlich und mit etwas Glück begleiten sogar neugierige Seehunde die Kajaktour. Nach knapp zwei Stunden paddelt die Gruppe Richtung Westen in den Sonnenuntergang - für die Teilnehmer ein unvergesslicher Moment.

Abtauchen in die Welt der Meerestiere

Unvergessliche Erlebnisse - die gibt es auch unter Wasser. In der Niedersächsischen Provinz Zeeland sind die Bedingungen für Taucher optimal: Zwischen Oosterschelde und Grevelingen herrscht auch in 15 Metern Tiefe oft eine hervorragende Sicht. Kein Wunder, dass die vier Abenteuer Suchenden aus Osnabrück hier besonders gerne abtauchen und dabei schon einmal einige Strapazen auf sich nehmen. Mit 15 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und einem dicken Ganzkörper-Neoprenanzug watscheln sie Richtung Wasser, unten angekommen beobachten sie Hummer, Taschenkrebse, Quallen und jede Menge Fischschwärme. Eine andere Welt. Tauchen sei deshalb, da sind sich die Mitglieder der Gruppe einig, sei die Raumfahrt des kleinen Mannes: Die pure Schwerelosigkeit und Entspannung!

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Joachim Grimm
Redaktion
Angela Sonntag
Moderation
Laura Lange
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidt

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