mareTV Classics

Galicien - Über den Jakobsweg zum Atlantik

Sonntag, 30. Mai 2021, 14:30 bis 15:15 Uhr

In Galicien gibt es schroffe Felsküsten, häufig Nebel und Dudelsäcke, nicht gerade das, was man gemeinhin mit Spanien verbindet. Die Region im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ist für einige Überraschungen gut: Menschen mit keltischen Wurzeln und südländischer Lebensart, Wildpferde, die mit bloßen Händen gebändigt werden, einsame Inseln mit nur fünf Bewohnern und das "wahre" Ziel des Jakobswegs: Cabo Fisterra, das Kap an der Westküste Galiciens, das "Ende der Welt" am Atlantik.

Schroffe Felsküsten am Atlantik: Galicien im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ist eine raue Fjordlandschaft. © NDR/Torsten Silbermann
Schroffe Felsküsten am Atlantik: Galicien im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ist eine raue Fjordlandschaft.

MareTV besucht Einheimische von Galicien, manchmal schroffe, aber liebenswerte Eigenbrötler. Auf der Isla de Ons leben nur fünf Bewohner, alle sind auf der kleinen Insel aufgewachsen und über 60 Jahre alt. Mit dem hektischen Treiben auf dem Festland wollen sie nicht allzu viel zu tun haben. Sie gehen lieber auf Tintenfischfang – so wie vor 100 Jahren.

Die Galicier sind stolz auf den Artenreichtum ihres Meeres. Die Miesmuscheln aus den Küstengewässern gelten als die besten der Welt. In dem idyllischen Küstenort Cambados treffen sich jeden Morgen 250 Frauen des Ortes, um mit Harken und Eimern bewaffnet gemeinsam ins Watt zu ziehen – auf Muschelsuche. In den Bergen nahe der Küste leben noch Wildpferde. Einmal im Jahr treiben hart gesottene Gallegos die Tiere zusammen und bändigen sie mit ihren bloßen Händen – ganz ohne Lasso.

Keltische Riten und gute Hexen

Glaube und Aberglaube spielen noch heute in Galicien eine Rolle. In vielen Ecken der Region sind keltische Riten verbreitet. Gute Hexen, die Meigas, helfen angeblich vielen Gallegos bei Zipperlein und Ungemach. Und auf fast allen Festen ist die Gaita zu hören, der galicische Dudelsack.

Außerdem begleitet MareTV einige Pilger auf dem berühmten Jakobsweg. Für viele von ihnen endet er nämlich nicht in Santiago de Compostela, sondern an der galicischen Steilküste: in Cabo Fisterra, dem "Ende der Welt". Hier verbrennen die Gläubigen am Ziel ihres beschwerlichen Marsches traditionell ihre Wanderkleidung am Fuße des Leuchtturms – gar nicht so einfach bei Wind und Wetter.

Redaktion
Barbara Denz
Carola Meyer
Alexander v. Sallwitz
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
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Autor/in
Rainer Blank
Regie
Rainer Blank
Redaktion
Quibeldey, Ralf