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Auf der Kurischen Nehrung

Donnerstag, 19. Juli 2018, 21:15 bis 22:00 Uhr

Feldstation der alten Vogelwarte auf dem russischen Teil der Kurischen Nehrung. © © NDR/Eduard Botchanov, honorarfrei

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Die Kurische Nehrung ist eine grandiose Landschaft: 98 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle gerade einmal 380 Meter breit. Eine Landzunge voller Kontraste: mit Dünen, Wäldern, sturmumtostem Ostseestrand und stillem Haff. Mitten in den Dünen von Nida hat der jüngste Oberförster Litauens sein Revier. Der "Dünenförster" ist ein angesehener Mann auf der Kurischen Nehrung.

Eldorado für Bernsteinsucher

Erst Bäume, gepflanzt von den Preußen, stoppten die wandernden Sandmassen und machten die "ostpreußische Sahara" bewohnbar. In der Kolchose der "Werktätigen der Meere" herrscht Aufbruchstimmung. Der Direktor des Fischerkollektivs krempelt im russischen Rybatschi, dem ehemaligen Rossitten, alles um. Erste revolutionäre Tat: ein neuer Umkleideschuppen. Doch die Freundin des jungen Fischers Andrej Karankjewtisch ist nicht begeistert. Ihr Liebster muss immer sehr früh aufstehen, und sein Beruf ist gefährlich. Am Strand von Nida sucht Kazimieras Mizgiris nach dem Gold des Meeres: Bernstein. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Kurische Nehrung ein Eldorado für Bernsteinsucher. Kazimieras sammelt, schleift und verkauft die versteinerten Harzbrocken. Bernstein in Wodka aufgelöst bietet er als Hochprozentigen an: "Bernsteinwodka", eine goldfarbene Wundermixtur, mit angeblich Potenz steigernder Wirkung.

Eine Landzunge voller Kontraste

Der "Herr der Ringe"

Versteckt im Dünenwald des russischen Teils der Kurischen Nehrung befindet sich die älteste Vogelwarte der Welt. Mikhail Markovjetz ist hier der "Herr der Ringe". Mit riesigen Netzen fangen er und seine Mannschaft Vögel, zählen, beringen und katalogisieren die Tiere. Die Nehrung ist Rastplatz und Lebensraum für rund 300 Vogelarten. In 25 Dienstjahren hat Mikhail schon fast 400.000 Vögel beringt. Am liebsten würde er die Million voll machen.

Tracht, Gesang und Tanz

Auf der litauischen Seite versucht Ausra Feser alte Traditionen unters junge Volk zu bringen. Die Heiratsplanerin organisiert einen Junggesellinnen-Abschied und zwar typisch für die Nehrung: in Tracht, mit Gesang, Tanz und Bootspartie. Zehn Freundinnen sind eingeweiht; nur die Braut ahnt noch nicht, was ihr blüht.

In Rybatschi hat Julia Karnavina den Posten der Direktorin des Kulturhauses inne. Mit ihren 36 Jahren will sie frischen Wind in den "Ort der Fischer" bringen. Sie plant eine "Jeans-Party" für die Jugend, mit Tanz und Tombola.

Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Till Lehmann
Redaktion
Ralf Quibeldey