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Die Äolischen Inseln

Samstag, 07. September 2019, 13:45 bis 14:30 Uhr

Bis in die 1950er-Jahre waren die Äolischen Inseln (auch: Liparische Inseln) vor der nördlichen Küste Siziliens selbst den Italienern kaum bekannt. Es herrschten dort Armut und Hunger, bezahlte Arbeit gab es nicht, wer konnte, emigrierte nach Amerika oder Australien.

Eine Hollywood-Diva und ein Vulkan

Ausgerechnet das Kino brachte die Wende für die Inselgruppe: 1949 drehte Roberto Rossellini dort zusammen mit Hollywood-Diva Ingrid Bergman den Film "Stromboli, terra di Dio" und löste damit die erste große Besucherwelle aus. Filmfans wollten den Schauplatz sehen und das Naturspektakel des Vulkans Stromboli selbst erleben.

Die äolischen Inseln

Nach und nach wurden auf den Inseln Hotels gebaut, ein regelmäßiger Fährverkehr wurde eingerichtet, der Tourismus schuf Arbeitsplätze. Inzwischen ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor auf den Äolischen Inseln. Und doch konnten sie sich ihre Ursprünglichkeit in einem Maße bewahren, das man in Europa kaum vermuten würde.

Regisseurin Ulrike Becker war mit ihrem Team drei Wochen lang dort unterwegs und hat in vielen kleinen Begegnungen ein Porträt der äolischen Seele skizziert.

Fortgehen und Wiederkommen

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Die Insel Salina

Auf Salina trifft sie den passionierten Winzer Nino Caravaglio, der Malvasia-Wein erzeugt. "Diese Rebe hat das Schicksals unserer Inseln bestimmt", sagt Caravaglio, "sie machte Salina so wohlhabend, dass wir im 19. Jahrhundert eine Flotte von rund 100 Handelsschiffen besaßen. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Reblaus kam und die Weinberge vollständig zerstörte, löste sie einen Massenexodus aus. Die Leute mussten emigrieren, sonst wären sie verhungert. Erst als man Mittel fand, die Blattlaus zu bekämpfen, kamen Auswanderer der zweiten oder dritten Generation zurück und bepflanzten die zerstörten Flächen neu."

Das Fortgehen und das Wiederkommen sind die beiden großen äolischen Themen. So auch bei Clara Rametta. Sie kehrte aus Boston zurück und hält den alten Ortskern von Malfa am Leben, weil sie zusammen mit ihrem Mann Michele Caruso verlassene Häuser restauriert und in ein Hotel mit Feinschmeckerlokal umgewandelt hat. Das "Signum" ist eine Oase der Ruhe und der äolischen Lebensart, die sich nicht zuletzt in den leckeren Gerichten zeigt, die Michele in seiner Küche zaubert.

Autor/in
Ulrike Becker
Regie
Ulrike Becker
Redaktion
Ralf Quibeldey