Die Nordreportage: Zu groß für die Tonne

Vom Sperrmüll zur Spanplatte

Dienstag, 23. November 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 25. November 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Im Schnitt fallen pro Jahr über 30 Kilogramm Sperrmüll bei jedem Norddeutschen an. Eine Herausforderung für die Müllwerker*innen, die sperrigen Teile abzutransportieren. Und nicht nur das: altes Holz wird in Braunschweig nicht mehr nur verbrannt, sondern auch recycelt. Aus Holz-Sperrmüll werden teilweise Spanplatten für neue Möbel.

Abholung auf Bestellung

Denny Sondergeld und Andreas Eritz dürfen den Sperrmüll in Braunschweig nur mitnehmen, wenn er richtig steht und die Mengen stimmen. Fünf Kubikmeter kosten zwanzig Euro. © NDR/Filmblick Hannover/Florian Stege
Denny Sondergeld darf den Sperrmüll nur mitnehmen, wenn er richtig steht und die Mengen stimmen.

In Braunschweig kommt die Sperrmüllabfuhr nur auf Bestellung. Oft finden Denny Sondergeld und seine Kolleg*innen auf ihren genau geplanten Touren Dinge an der Straße, die nicht angemeldet wurden und dort eigentlich nicht hingehören: Waschbecken, Zäune oder Kleidung. Immer wieder muss Denny mit seinem Team entscheiden: liegen lassen oder mitnehmen?

Unter vollem Körpereinsatz hieven sie alte Schränke, ausgediente Matratzen und Elektrogroßgeräte von der Straße in die Müllfahrzeuge, pro Tag bis zu 14 Tonnen Müll in XXL-Formaten. Trotz der Vorplanung wird es auf der Tour plötzlich eng im Sperrmüllwagen; im schlimmsten Fall muss Dennys Team einmal durch die ganze Stadt zum Abladen und wieder zurück fahren.

Alternative: Selbst zum Wertstoffhof bringen

Wer in Braunschweig nicht auf eine Abholung warten kann, bringt seinen Sperrmüll selbst zu einem der beiden Wertstoffhöfe der Stadt. Besonders sonnabends und montags sind Wartezeiten an der Tagesordnung. Und "schnell mal abladen", das geht schon gar nicht: David Koch und seine Kolleg*innen kontrollieren genauestens, dass alles in den richtigen Containern landet.

Holzrecycling aus dem Sperrmüll

Im Spanplattenwerk in Nettgau werden auch Altholzanteile aus dem Braunschweiger Sperrmüll für die Spannplattenproduktion verwendet. © NDR/Filmblick Hannover/Florian Stege
Im Spanplattenwerk in Nettgau werden Altholzanteile aus dem Sperrmüll für die Spannplattenproduktion verwendet.

In einigen Sperrmüllabfällen befinden sich noch echte Wertstoffe, ein Großteil davon ist Altholz. Das Recycling von Altholz steckt in Norddeutschland noch in den Anfängen, da Farben, Lacke oder Beschichtungen die Qualität mindern und nur schwer vom Holz trennbar sind. Das Holz aus dem Sperrmüll der meisten norddeutschen Städte wird daher verbrannt und zur Energiegewinnung genutzt. Aus Braunschweigs Sperrmüll werden teilweise jedoch wieder Spanplatten für neue Möbel. Voran steht ein aufwendiger Sortierungsprozess, denn nur das Holz der besten Qualitätsstufen kann weiterverarbeitet werden. Am Ende steht ein neuer Schrank oder Tisch.

"Die Nordreportage" begleitet den Weg des Sperrmülls vom Straßenrand in Braunschweig bis zur neuen Spanplatte und blickt denen über die Schulter, die die Sperrmüllabfälle schleppen, sortieren, schreddern und sogar die Qualität der Holzanteile erriechen können.

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Joachim Grimm
Redaktion
Karoline Grothe
Produktionsleiter/in
Ulrike Gädke
Autor/in
Christina Georgi

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