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Starkregen: Die unterschätzte Gefahr

Montag, 21. September 2020, 22:20 bis 23:05 Uhr

Schlagartig verdunkelt sich der Himmel, innerhalb kürzester Zeit entlädt er sich: Starkregen. Immer häufiger werden norddeutsche Kommunen von solchen Unwettern heimgesucht. Und die Gemeinden sind kaum darauf vorbereitet.

Bürgermeisterin: "Man fühlt sich nirgendwo mehr sicher"

Das hat sich auch im Sommer 2019 wieder gezeigt: Teile der Samtgemeinde Elm-Asse bei Wolfenbüttel beispielsweise wurden zwei Mal in kürzester Zeit von Wassermassen überflutet und zusätzlich mit Schlamm von den Feldern verdreckt. "Das ist schon ein komisches Gefühl und man fühlt sich eigentlich auch nirgendwo mehr sicher", sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Regina Bollmeier.

Blick von einer Brücke auf eine Straße, die zu einem reißenden Strom geworden ist. Sturzflut im bayerischen Ort Simbach im Sommer 2016. © NDR/SpiegelTV Blick von einer Brücke auf eine Straße in dem bayerischen Ort Simbach. © NDR/SpiegelTV
Wenn Regen zu Sturzfluten führt: Der Ort Simbach am 1.6.2016 (links) und zwei Jahre danach. Zum Vergleich einfach den Schieberegler nach links oder rechts ziehen.

Gefährdung durch Starkregen in Norddeutschland

Der Deutsche Wetterdienst hat durch die Auswertung von Radardaten ermittelt, dass die Gefahr von Starkregen insbesondere in Norddeutschland bisher "deutlich unterschätzt" worden ist. Seit dem Jahr 2001 erfassen Radardaten alle Starkregenereignisse in Deutschland. Zuvor wurden nur die betroffenen Messstationen ausgewertet.

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Durch die neuen Daten zeigt sich für Meteorologen ein verändertes Bild: Intensiver Starkregen, der zwei, drei Stunden anhält, mit Gewittern und Unwetter verbunden ist, ist gleichmäßiger im Land verteilt als die Meteorologen bisher angenommen hatten. Auch in Norddeutschland gibt es eindeutig eine Gefährdung durch Starkregen. Es müsse mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit von Starkregen gerechnet werden als bisher angenommen, so die Experten.

Kommunen oftmals überfordert

Autor Sebastian Bellwinkel zeigt, dass kleine Kommunen mit den Herausforderungen durch den Klimawandel oftmals überfordert sind: Wegen der hohen Verschuldung fehlt meistens das Geld. Und das wenige Personal kann die Mammutaufgabe kaum stemmen. In der Not analysieren Bauamtsleiter und freiwillige Feuerwehr neuralgische Punkte in der Kanalisation, wo Rohre die Regenmengen nicht mehr fassen konnten und dann überlaufen.

Der Autor hat außerdem das Ehepaar Schrader im Harz besucht, dessen Haus vor zwei Jahren nach einem Starkregen unter Wasser stand und das zusehen musste, wie sich der Bau eines Regenrückhaltebeckens immer wieder verschob. Der nächste Starkregen kann das Anwesen, das die Schraders bis heute nicht fertig saniert haben, wieder unter Wasser setzen.

Was können Kommunen tun?

Prominente Meteorologen wie Sven Plöger und Frank Böttcher erläutern die durch den Klimawandel bedingten Hintergründe. Experten raten, Kommunen sollten mit professioneller Hilfe analysieren, wo bei Starkregen Gefahren drohen und ob dagegen zum Beispiel Regenrückhaltebecken oder größere Kanalrohre Abhilfe schaffen könnten.

Die Dokumentation zeigt auch, dass sich im Großraum Hildesheim/Goslar mehrere Landkreise und Städte in einem Verbund organisieren, um entlang von Flussläufen über Gemeindegrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. So teilen sie sich die Aufgaben und die Kosten.

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Redaktionsleiter/in
Kathrin Becker
Redaktion
Kathrin Becker
Regie
Sebastian Bellwinkel
Autor/in
Sebastian Bellwinkel
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg

Die ganze Doku

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