Norwegen - Zwischen Fjorden und Fjells

Dienstag, 28. April 2020, 15:15 bis 16:00 Uhr

Die Fjelllandschaften Norwegens sind noch bis weit ins Frühjahr mit Schnee bedeckt. © NDR/Doclights GmbH/NDR Naturfilm/Sebastian Bluhm bzw. Andreas Pump
Das Fjell ist noch bis weit ins Frühjahr mit Schnee bedeckt.

Norwegens Fjorde und Fjells gehören zum Spektakulärsten, was Europas Natur zu bieten hat. Im Frühjahr ziehen Rentierherden aus den Tälern auf die Hochebenen, um dort den Sommer zu verbringen. Auf über 1.000 Meter Höhe im Bereich des Dovrefjells leben auch kleine Herden von Moschusochsen. Die urtümlichen Wesen sind überraschenderweise mit Ziegen verwandt. Sie bringen in der kargen Landschaft ihren Nachwuchs zur Welt, genauso wie die massigen Elche.

Norwegen ist auch das Land der Gletscher. Der Jostedalsbreen ist mit 100 Kilometer Länge und einer Eisdicke von bis zu 500 Metern der größte unter den gefrorenen Riesen.

Bunt und üppig

Noch berühmter sind sicher die Fjorde. Bis zu 200 Kilometer ziehen sie sich von der Atlantikküste ins Land hinein, manche sind über 1.000 Meter tief. Sie sind Relikte der Eiszeit, in der gewaltige Gletscher Täler ausfrästen und selbst härtestes Gestein zermalmten.

Obwohl ihr Wasser kalt und dunkel ist und kaum ein Lichtstrahl in die Abgründe fällt, ist das Leben im Fjord erstaunlich bunt und üppig. Im Reich der Finsternis wachsen zahllose Seeanemonen, in der Strömung suchen Steinkrabben, die mit ihren langen Beinen einen Durchmesser von gut einem Meter erreichen können, und die Kuckuckslippfische nach Nahrung. Bei diesen Fischen sind beide Geschlechter angelegt: Die meisten Individuen beginnen ihr Leben als rotes Weibchen und enden als blau leuchtendes Männchen.

Am Rand der Fjorde ragen schroffe Steilwände empor, die berühmteste Felskanzel ist sicher der über 600 Meter hohe Preikestolen, der im Sommer Scharen von Touristen anlockt.

Die Inseln des Lichts

Im Sommer wandern auch Lachse die Flüsse der Fjorde hinauf, um oberhalb der Wasserfälle und Stromschnellen, fernab ihrer Feinde im Meer, zu laichen. Bis zu fünf Jahre werden die Junglachse in geschützten Buchten ausharren, bevor sie zurück ins Salzwasser der Fjorde wandern.

Berühmt sind auch die Vogelinseln Norwegens, wo Basstölpel, die größten Seevögel Europas, in Kolonien brüten und Papageientaucher in Niströhren ihre Küken aufziehen. Grundlage sind die reichen Fischgründe entlang einer der längsten Küstenlinien der Welt. Weit im Norden liegt schließlich der Archipel der Lofoten, wo es Ende Juni zur Zeit der Mitternachtssonne nicht mehr dunkel wird. Die Inseln des Lichtes, wie sie auch genannt werden, haben Dank des Golfstroms ein erstaunlich moderates Klima.

Der Film zeichnet ein faszinierendes Porträt der Natur Norwegens - dem Land zwischen Fjorden und Fjells.

Producer
Tom Synnatzschke
Autor/in
Sebastian Bluhm
Regie
Sebastian Bluhm
Autor/in
Andreas Pump
Regie
Andreas Pump
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Ralf Quibeldey