Sendedatum: 29.10.2018 10:00 Uhr

Vanessas Höllenhunde

von Sarah-Marie Frerichmann

Vanessa Bokr gibt verhaltensauffälligen Hunden ein neues zu Hause. Mit ihrer "Hellhound Foundation" hat sie schon einige Tiere vor der Spritze retten können. Die Hunde, die sie in ihre Stiftung aufnimmt, haben gebissen, sind ängstlich oder aggressiv. Zusammen mit ihrem Team, hat Vanessa eine Therapie entwickelt, mit denen sie den Tieren helfen kann.

Es muss Zeit investiert werden

"Irgendwann sind auch bei einem Tier Grenzen erreicht," sagt Vanessa. Denn oft werden Hunde dann auffällig, wenn sie selbst hilflos sind und nicht mehr weiter wissen. Über viele Wochen hinaus nehmen sich die Tierpfleger Zeit. Sie wollen das Fehlverhalten der Hunde genau analysieren. In dieser Phase werden die Vierbeiner in unterschiedliche Typen eingeteilt. Was bringt die Rasse in das Verhalten des Hundes mit? Hat es womöglich mit der Genetik zu tun? Was war das für eine Situation, in der der Hund auffällig geworden ist? Hat der Hund schlechte Erfahrungen gemacht oder ein falsches Training bekommen? All diese Fragen gilt es zu klären, um für das Tier eine maßgeschneiderte Therapie zusammen zu stellen.

Vanessa geht mit einem Hund spazieren. © NDR

Vanessas Höllenhunde

Vanessa Bokr gibt verhaltensauffälligen Hunden ein neues Zuhause. Ihre "Hellhound Foundation" in Hörpel bei Bispingen hat sie schon einige Tiere vor der Spritze retten können.

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Die Hunde sind nur für Profis

Momentan befinden sich 56 Hunde auf ihrem Hof in Hörpel. Rund zwei Drittel davon sind nach Vanessas Angaben später wieder an Besitzer vermittelbar. Vanessa wählt potentielle Abnehmer ihrer therapierten Hunde sorgfältig aus. Denn nicht jeder kann mit einem so anspruchsvollen Tier umgehen. Interessierte müssen ein "Testverfahren" bestehen. Es gibt sogar eine Warteliste. Wenn neue Besitzer ein Tier adoptiert haben, steht Vanessa ihnen mit Rat und Tat zur Seite. So ist der Start in ein neues Leben für den Hund gewährleistet.

Der Ort für eine zweite Chance

Die Stiftung gibt es seit 2015. Auf 8.000 m² hat das Team die Möglichkeit, den Tieren eine zweite Chance im Leben zu geben. Neben den 46 Zwingern, gibt es eine große Auslauffläche und ein Schwimmteich für die Hunde. Die große Fläche bietet den Vierbeinern genug Platz zum toben, und den Mitarbeiten die Möglichkeit das Verhalten der Tiere genau zu betrachten. Für die Tierheimmitarbeiter und Interessierte veranstaltet die Stiftung Seminare über Gruppentierhaltung und Vergesellschaftung.

Engagierte Mitarbeiter

Das engagierte Team um Vanessa arbeitet ehrenamtlich und ist rund um die Uhr für die Tiere da. Einige verbringen dort sogar ihre Ferien, um der Stiftung zu helfen. Finanziert wird das ganze über eine Hundepension, sowie eine Hundeschule. Dazu kommen die Vermittlungs- und Aufnahmegebühren. Auch Spenden sind immer willkommen.

Vanessas Motivation

Vanessa hat selbst eine Vergangenheit mit einem aggressiven Hund. Sie weiß, wie es ist, Besitzer von so einem Tier zu sein. Lange war sie auf der Suche nach dem richtigen Trainer. "Viele Leute, die an so ein Tier geraten, sei es durch Unwissenheit, oder weil sie irgendwo mal einen Fehler gemacht haben, haben dann echt ein Problem. Und keiner ist da, ihnen zu helfen", so Vanessa. "Wie können wir aus unseren Fehlern lernen, wenn wir alles gleich wegspritzen?" Die Stiftung hatte noch keinen Hund, bei dem sie aufgegeben haben. Rückfälle, bei denen die therapierten Hunde wieder gebissen haben, hat es laut Vanessa bis jetzt nicht gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

29.10.2018 | 10:00 Uhr

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