Samt und Seide - Edle Stoffe aus Florenz

Samstag, 25. August 2018, 12:45 bis 13:30 Uhr

Sie sind edel, prachtvoll und schillern in den wunderschönsten Farben: Seidenstoffe aus den historischen Webereien in Florenz. Die Stadt war in der Renaissance das Zentrum der italienischen Seidenindustrie. Und genau wie damals arbeiten dort heute noch zwei Betriebe. Sie stellen Stoffe her, wie wir sie sonst nur auf den Gemälden alter Meister wie Masaccio, Pontorno oder Piero della Francesca bewundern können.

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Stoffballen mit kostbarer Seide in der 'Antico Setificio Fiorentino'.

Die Kundschaft ist ebenso erlesen wie die Ware: Europäische Königshäuser statten mit den feinen Stoffen ihre Paläste aus, amerikanische Millionäre dekorieren damit ihre Villen und Landsitze. Für einen Meter zahlt man schon mal 500 bis 1.000 Euro.

Nur etwa 60 Zentimeter feinsten Seidenstoff schaffen die Handweberinnen am Tag. Dafür können sie auf den alten Handwebstühlen viel feinere Garne verwenden als die moderne Industrie. Der Glanz und die Feinheit dieser Gewebe kann bei maschinell hergestellten Stoffen niemals erreicht werden.

Komplexe Webtechniken

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Ein junger Teilnehmer des "Palio" in Sienna wird in ein kostbares Seidenkostüm eingekleidet.

Eine der Webereien, das Antico Setificio Fiorentino, wird privat geführt. Chefin der Firma ist die Marchesa Cristina Pucci, Witwe des in den 1960er- und 1970er-Jahren sehr bekannten Modeschöpfers Emilio Pucci. Im Antico Setificio Fiorentino verfolgen wir unter anderem, wie einer dieser edlen Stoffe entsteht und später eine südfranzösische Ferienvilla schmückt. Der zweite Betrieb, die Fondazione Lisio, ist eine Stiftung, die sich auf Forschung und Lehre spezialisiert hat. Hier erfahren wir etwas über die Textur der Stoffe. Die Webtechniken der Renaissance waren so komplex, dass sie den Forschern heute noch manches Rätsel aufgeben.

Von der Raupe auf den Webstuhl

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Der Showroom der "Antico Setificio Fiorentino".

Im Süden Italiens, in Kalabrien, besuchen wir eine Seidenraupenzucht, in der noch ganz traditionell Seide produziert wird. Unbehandelte Rohseide, wie sie die historischen Seidenwebereien auch verwenden. Der Film gibt einen Einblick in ein Handwerk der Renaissance, das bis heute überlebt hat. Die Stoffe aus den antiken Webereien sind ein kaum bekanntes Nischenprodukt, das in der Regel nur Fachleute und die sehr wohlhabenden Auftraggeber zu Gesicht bekommen.

Redaktion
Sylvia Nagel
Redaktionsleiter/in
Ulrike Dotzer
Produktionsleiter/in
Nicole Deblaere
Autor/in
Christiane Mannini
Redaktion
Bronnert, Kathrin