Weltreisen

Grönlands starke Frauen

Samstag, 04. April 2020, 12:50 bis 13:20 Uhr

Grönland ist die größte Insel der Erde - sechsmal größer als Deutschland. Weite Teile sind von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt. Der freiliegende Boden ist felsig und karstig, im besten Fall sandig. Straßen und Wege über das Land gibt es nicht. Wer von einem Ort in den anderen will, muss das Boot, den Schlitten oder das Flugzeug nehmen. Ein Land, das starke Bewohner braucht. Und dennoch ist Grönland das Land der Möglichkeiten. Wer will, kann sich etwas aufbauen - aber er muss dafür hart arbeiten.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Pilotin Bente Biilmann hat die Zukunft im Blick. © NDR/Studio Stockholm
Pilotin Bente Biilmann hat die Zukunft im Blick.

Bente Biilmann ist so eine Frau. Sie hat etwas Leuchtendes an sich - wie die meisten emanzipierten Frauen hier. Bente ist Pilotin bei der staatlichen Fluggesellschaft Air Greenland und hat sich nebenher noch eine kleine private Fluggesellschaft aufgebaut. Neben den Kindern und dem Mehrgenerationenhaushalt, den sie mit ihrer Familie führt. Sie liebt ihr Land, den starken Kontrast aus Weite, Isolation, aber auch die Annehmlichkeiten der importierten Luxusgüter mitsamt Internet. Sie sieht positiv in die Zukunft, wie die meisten Frauen, die ARD-Korrespondentin Claudia Buckenmaier auf Grönland begleitet hat.

Weite und Licht - ein Job auf dem Fährschiff

Auch Aka Jensen ist immer unterwegs. Sie ist eine einfache Frau, aber mit der Eintönigkeit ihres Bürojobs wollte sie sich eines Tages nicht mehr abfinden, obwohl die Arbeitslosigkeit auf Grönland hoch ist. Sie wollte Neues sehen, ihr Land entdecken. So heuerte sie auf einer Fähre an, die die abgelegenen Orte auf Grönland miteinander verbindet. Das Leben ist härter geworden, aber Aka ist zufrieden. Ihr gefällt, was sie täglich sieht. Ein Land der grenzenlosen Weite, des gleißenden Lichts, der grauen Tristesse. Alles vorhanden - je nach Wetter und Jahreszeit.

Susanne Christensen an der grönländischen Küste © NDR/Studio Stockholm
Susanne Christensen ist die Einkaufschefin einer Marktkette .

Gelegentlich trifft sie auf dem Schiff Susanne Christensen. Die Einkäuferin einer großen Supermarktkette auf Grönland hat sich ein Ziel gesetzt: Sie will heimische Produkte in die Supermärkte bringen. Ihr neustes Projekt: Kühe auf Grönland. Die Kühe, die das ARD-Team mit Susanne Christensen begutachten darf, unterscheiden sich erheblich von denen in Deutschland. Klein, wollig und zäh. Beste Voraussetzungen für das Überleben auf den felsigen Weiden. Hinter dieser Viehzucht steht die Idee, autarker zu werden. Als ehemalige Kolonie des kleinen Dänemark ist der Nationalstolz groß.

Problemviertel in der Hauptstadt

Die Kehrseite findet man in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. In den Plattenbauten der Problemviertel ist das Leben trist. Der jungen Polizistin Alma Mikkelsen ist kein Elend fremd. Das Zerbrechen der traditionellen grönländischen Fischergemeinschaft in den Städten hat viele Grönländer in den Alkohol getrieben, die schwache Wirtschaft bringt nicht genug Arbeitsplätze. So sind Almas Nächte oft hart. Die Kriminalitätsrate in Nuuk ist sehr hoch, Vergewaltigungen an der Tagesordnung. Die junge blonde Polizistin ist unermüdlich im Gespräch, will vor allem den Jugendlichen Vorbild sein und den Kreislauf aus Armut und Alkohol unterbrechen. Trotz ihrer Jugend eine starke Frau, die zeigt, dass das Leben positiv sein kann. Für Gästeführerin Karen Filskov ist deshalb auch die Ausbildung der jungen Grönländer das Wichtigste. Sie selbst lebte und studierte einige Jahre in Dänemark, bevor sie in ihre Heimatstadt Ilulissat zurückkehrte.

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