Die Akte Zarah Leander

Samstag, 23. Februar 2019, 12:00 bis 12:45 Uhr

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Gefeierte Diva und verhasster Star: Zarah Leander ist bis heute beides.

Zarah Leander war der größte weibliche Filmstar des Dritten Reiches. Sie war die höchstbezahlte Filmdiva, die je bei der UFA unter Vertrag stand. Von 1937 bis 1942, in nur sechs Jahren, drehte sie zehn Filme in Nazideutschland. Ihr Markenzeichen: die ungewöhnlich tiefe Stimme, die Männer und Frauen gleichsam verwirrte. Ihre Platten verkauften sich millionenfach. Ihre Lieder gehören noch heute zur musikalischen DNA der Deutschen.

Verachtet und verehrt

Mithilfe der Expertise der Biografin Jutta Jacobi, des Filmwissenschaftlers Georg Seeßlen, des schwedischen Theater- und Drehbuchautors Richard Rosengren und der Professorin für Gender Studies, Tiina Rosenberg, überwindet die Dokumentation das eindimensionale Klischee der Nazidiva.

Entlang ihrer Biografie und Wirkungsgeschichte bis hin zu den verschiedenen Spionagegerüchten zeichnet sie ein komplexes und widersprüchliches Bild von Zarah Leander. Was ist Mythos? Was Wirklichkeit? Dieser Mythos wandelt sich immer weiter. Heute wird die ehemalige Primadonna, die am Ende ihrer Karriere auf Butterfahrten gesungen hat, als queere Diva von der schwul-lesbischen Szene geliebt. Was sich nicht verändert hat: Zarah Leander polarisiert die Menschen nach wir vor - sie wird genauso intensiv verachtet wie sie verehrt wird.

Schillernde Person aus einer finsteren Zeit

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Zarah Leander auf dem Weg zu Goebbels ins Propagandaministerium (Animation von Ali Soozandeh).

Der Film "Die Akte Zarah Leander" zeigt eine Frau, die in ihrer Ambivalenz vielen Menschen bis heute ein Rätsel geblieben ist. Die Filmemacher Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier zeichnen das Bild einer schillernden Person aus einer finsteren Zeit, die vor allem eines war: Projektionsfläche der Sehnsüchte und Ängste der Menschen im 20. Jahrhundert. Und sie stellen sich der Frage, ob man diese Künstlerin bewundern darf, obwohl sie das Idol der Nazizeit war.

Mithilfe von kunstvollen Animationen von Ali Soozandeh ("The Green Wave") taucht der Film ein in die geheimnisvolle Welt der Gerüchte und widersprüchlichen Geschichten. Teilweise bis dato unveröffentlichtes Archivmaterial aus Schweden und Deutschland zeigen Zarah Leander bei ihren Auftritten in den 1960er- und 1970er-Jahren.

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Redaktion
Alexander v. Sallwitz
Dagmar Mielke
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Autor/in
Torsten Striegnitz
Regie
Torsten Striegnitz
Autor/in
Simone Dobmeier
Regie
Simone Dobmeier
Redaktion
Christoph Mestmacher
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