Sendedatum: 02.01.2018 07:00 Uhr

Bauernhöfe gegen Demenz

 

Eine alte Dame streichelt eine Katze. © NDR

Bauernhöfe gegen Demenz

Die Eindrücke auf einem Bauernhof können für Demenzkranke wertvoll sein und Erinnerungen wecken. So haben in Schlesweig-Holstein erste Höfe spezielle Angebote entwickelt.

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Fast 1,6 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz, in Schleswig-Holstein sind es knapp 58.000. Seit Anfang 2016 gibt es in Schleswig-Holstein das Projekt "Bauernhöfe als Orte für Menschen mit Demenz" - eine Kooperation des "Kompetenzzentrums Demenz Schleswig-Holstein" und der Landwirtschaftskammer. Insgesamt 12 Bauernhöfe nehmen daran teil.

Erinnerungen wecken auf dem Bauernhof

Viele ältere Menschen haben früher selbst auf einem Hof gearbeitet oder sind auf dem Land groß geworden. Die bäuerliche Umgebung kann bei Menschen mit Demenz Erinnerungen an früher wecken. Der Einsatz von Tieren in der Altenhilfe ist verbreitet: Das Streicheln und Füttern von Tieren kann das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz steigern. Ihre Gefühle und Sinne werden angesprochen, Gespräche angeregt.

12 Bauernhöfe nehmen teil

Eine alte Frau geht mit einem Rollator durch einen Kuhstall.  Foto: Claudio Campagna

Perspektive: Demenzhöfe in Schleswig-Holstein

NDR Info -

Mit einem neuen Projekt wird zurzeit im Norden versucht, Menschen mit Demenz zu helfen. Es geht um den Besuch von Bauernhöfen und das Auffrischen alter Erinnerungen.

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Die Landwirtin Urte Meves lädt seit Anfang 2018 Menschen mit Demenz auf ihren Bauernhof in Eddelak ein. Auf dem Hof von Urte Meves und ihrem Mann im Kreis Dithmarschen leben eine Herde Angus-Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hühner und Katzen. Der Vater von Urte Meves erkrankte vor einigen Jahren an Parkinson-Demenz, seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit der Erkrankung. Die Landwirtin hat außerdem eine spezielle Fortbildung durchlaufen, um Demenzkranke bei sich empfangen zu können. "Die Tiere fragen nicht, ob ein Mensch gesund ist oder ob er Demenz hat, mit den Tieren kann jeder Mensch kommunizieren - auch wenn die Kommunikation vielleicht nicht mehr so gut läuft", sagt Meves.

Betroffene Familien unterstützen

Für Menschen mit Demenz, die von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt werden, übernehmen die Pflegekassen einen großen Teil der Kosten für den Bauernhof-Besuch. Dazu kann ein entsprechender Antrag auf eine zusätzliche Betreuungsleistung gestellt werden. Die Angehörigen vom Demenzerkrankten sollen für die Zeit des Bauernhofbesuchs für einige Stunden entlastet werden. Zugleich schafft das Projekt für die teilnehmenden Landwirte die Möglichkeit, sich neben dem Hofbetrieb ein zweites Standbein aufzubauen.

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Dieses Thema im Programm:

02.01.2018 | 07:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/fernsehen/Bauernhoefe-gegen-Demenz,superpower132.html

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