Stand: 09.05.2019 20:15 Uhr

Die Geschichte der Universität in 100 Objekten

von Annette Matz

Das 100-jährige Jubiläum der Universität Hamburg in diesem Jahr wird auf vielfältige Weise gefeiert. Auch ein Buch ist aus diesem Anlass erscheinen: "Kunstschätze und Wissensdinge - Eine Geschichte der Universität Hamburg in 100 Objekten". Wenn man sich mit ihm beschäftigt, ist man erstaunt, was sich in und um die Uni für Kunst tummelt.

Die Uni in 100 Objekten

Drei Jahre Recherche

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine besondere Reise in die Geschichte der Universität - von den Anfängen bis heute. Es zeigt Bilder der Gründerväter, überraschende moderne Kunst in der Mensa oder in den Instituten. Drei Jahre lang hat sich die Kunsthistorikerin Iris Wenderholm gemeinsam mit Studenten und Studentinnen auf die Suche nach den Kunstschätzen gemacht. Einzige Vorlage: eine Broschüre aus den 90er-Jahren. Damals hatte einer ihrer Vorgänger schon einmal erstaunt festgestellt, dass die Hamburger Universität viel Kunst besitzt: aus Ankäufen, Spenden oder dem Nachlass von Professoren.

Kunstwerke der Universität auf 400 Seiten

Jetzt wurde die optisch wenig einladende schwarz-weiße Broschüre von Hochglanz abgelöst: 400 Seiten mit erklärenden Texten und wunderbaren Bildern. Zu sehen sind Gelehrten-Porträts von unbekannten Malern bis hin zum berühmten Professoren-Konvent Anfang des 19. Jahrhunderts von Max Liebermann. Auch Holzschnitte mit Hafenansichten von Lyonel Feininger, einem der bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne, wurde am Institut für Holzwissenschaften entdeckt.

Auf Spurensuche in der Uni Hamburg

Für die umfangreiche Sammlung wurde unter nahezu jeden Stein und auf viele Büro-Flure geguckt. Gefunden wurde zum Beispiel das farbenfrohe Bild Arnold Fiedlers: Es zeigt den beleuchteten Hamburger Dom bei Nacht, gemalt 1970. Besonders spannend ist das Kapitel über die Insignien der Universität: Talare der Professoren und wertvolle Dekans-Ketten sind zu sehen - von den besten Goldschmieden der Zeit geschaffen. Eine so große Investition, das sie noch heute im historischen Rektor-Zimmer verschlossen aufbewahrt werden. 

Kunstschätze und Wissensdinge

"Eine Geschichte der Universität Hamburg in 100 Objekten"
Herausgeber: Iris Wenderholm und Christina Posselt-Kuhli
Verlag: Michael Imhof Verlag
Seitenzahl: 400
Abbildungen: mehr als 150
ISBN: 978-3-7319-0764-0

Kunstschätze und ihre Geschichte

Wer einmal an der Universität Hamburg studiert hat, hat beim Blättern sicher mindestens einen "Aha-Moment". Die Politologen etwa im sogenannten Pferdestall neben dem Abaton-Kino. An den bunten Wandbildern dort im Treppenhaus und in den Seminarräumen ist mancher sicher schon achtlos vorbeigegangen. Das Buch macht auf Schätze wie diese aufmerksam. Zusätzlich soll im Jubiläumsjahr noch eine Campus-App erscheinen, auf der man alle Kunstschätze findet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 10.05.2019 | 19:10 Uhr