Stand: 10.10.2012 09:20 Uhr

Der Süntel: Schroffe Klippen, weiter Blick

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Hoch über den Bäumen: Der Aussichtsturm auf der Hohen Egge im Süntel sorgt für Weitblick.

Was haben das dänische Padborg, der Schweizer St.-Gotthard-Pass und der niedersächsische Süntel gemeinsam? Alle liegen auf der Route des Europäischen Fernwanderwegs E1. Der Süntel zwischen Hameln und Hannover ist ein attraktives und beliebtes Wandergebiet. Die Gipfel des schmalen Kammgebirges erreichen mehr als 400 Meter Höhe und entsprechend steil führen manche Wege bergauf. Die Mühe lohnt sich, denn wer etwa auf die Hohe Egge gewandert ist, genießt vom 25 Meter hohen Süntelturm einen herrlichen Blick. Er reicht über die Buchen- und Eichenwälder des Süntels bis weit über die Weser, im Norden bis zum Steinhuder Meer und im Südosten bei klarer Sicht bis zum Harz.

Herbstwanderung zum Hohenstein

Beliebtes Revier für Kletterer

Eindrucksvoll ist auch die Perspektive vom Hohenstein mit den Klippen "Grüner Altar", "Teufelskanzel" und "Hirschsprung" im Westen des Süntels. Das 340 Meter hohes Plateau des Hohensteins, das Dachtelfeld, fällt nach Süden mit einer rund 50 Meter hohen Felswand steil ab. Germanen und Sachsen sollen hier einst ihre Götter verehrt haben. Obwohl der Berg unter Naturschutz steht, wurde ein Teil davon für Kletterer freigegeben. Sie finden an der Kalksteinwand ähnliche Verhältnisse wie in den Kalkalpen. Vor Blicken verborgen und durch Einzäunungen geschützt, wachsen in Felsspalten seltene Pflanzen wie Pfingstnelke oder Berglauch.

Eine botanische Besonderheit der Region ist die Süntelbuche. Der letzte Wald mit diesen knorrigen, verdrehten und niedrig wachsenden Buchen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts bei Hülsede im Süntel-Deister-Tal gerodet. Jetzt gibt es nur noch wenige alte Exemplare.

Unterwegs zum Wasserfall und zur Tropfsteinhöhle

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40 Meter unter der Erde: Tropfsteinformationen in der Schillat-Höhle.

Die Wanderwege im Süntel sind gut ausgeschildert: Vom kurzen Rundweg bis zur anspruchsvollen Tagestour finden sich zahlreiche Strecken. Neben dem Fernwanderweg E1 verlaufen der Fernwanderweg Niederlande - Harz (E11) und der Weserbergland-Wanderweg am Süntelturm vorbei. Selbst der Deutsche Alpenverein unterhält am Süntel ein Quartier, die Hohensteinhütte in Zersen. Beliebtes Ziel für Wanderer ist der Langenfelder Wasserfall am nördlichen Rand des Süntels. Das Wasser des Höllenbachs stürzt dort 15 Meter in die Tiefe. Ebenfalls in Langenfeld, einem Stadtteil von Hessisch Oldendorf, kann Deutschlands nördlichste Tropfsteinhöhle besichtigt werden. Besucher fahren mit einem Aufzug 45 Meter in die Tiefe, bevor sie die 180 Meter lange Schillat-Höhle erreichen. Sie war 1992 bei Sprengungen in einem Steinbruch entdeckt worden.

Auch Mountainbiker schätzen die anspruchsvollen Strecken im Süntel. Eine Rundtour von Hameln über den Gebirgszug ist etwa 50 Kilometer lang.

Militärische Stützpunkte

Immer wieder treffen Wanderer im Süntel auf Überreste militärischer Anlagen. Mitte der 1960er-Jahre stationierte die niederländische Armee dort Flugabwehrraketen. Später übernahm die US-Armee die Stützpunkte, zu denen auch ein großes Munitions- und Treibstofflager gehörte. 1991 endete die militärische Nutzung.

Mehr Informationen über die Region auf den Seiten von Weserbergland Tourismus.

Karte: Wandergebiet Süntel
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Dieses Thema im Programm:

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