Neuwerk: Hamburgs Außenposten in der Nordsee

Knapp 40 Bewohner, eine Inselschule mit derzeit sieben Kindern und nur drei Quadratkilometer Fläche: Die Insel Neuwerk ist ein Dorf im Wattenmeer. Rund zehn Kilometer nordwestlich vor Cuxhaven gelegen ist sie bei klarer Sicht vom Festland aus gut zu erkennen. Allerdings gehört Neuwerk mit seinen Nachbarinseln Scharhörn und Nigehörn nicht zu Niedersachsen, sondern zu Hamburg. Seit mehr als 700 Jahren ist das so - mit einigen Unterbrechungen. Um die Schifffahrtswege zu sichern, erhielt die Hansestadt 1299 von den Herzögen von Sachsen das Recht, ein Gebäude auf der Insel zu bauen. Noch heute steht das älteste erhaltene Bauwerk Hamburgs rund 100 Kilometer Luftlinie vom Rathaus entfernt: der Leuchtturm von Neuwerk. Er ist das Wahrzeichen der Insel, im Süden gelegen und mit 45 Meter Höhe weithin sichtbar.

Nordseeinsel Neuwerk

Wahrzeichen der zu Hamburg gehörenden kleinen Nordseeinsel ist der 700 Jahre alte Leuchtturm, einer der ältesten an der deutschen Nordseeküste. (Quelle: VIDICOM)

Übernachten im Leuchtturm

Blick auf den Leuchtturm auf der Insel Neuwerk. © dpa Fotograf: Ingo Wagner Detailansicht des Bildes Der Leuchtturm steht seit 1924 unter Denkmalschutz und beherbergt auch eine Pension. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstand zunächst ein Holzturm. Nach einem Brand begann der Bau eines mächtigen viereckigen Backsteingebäudes. Seitdem steht der Turm sicher auf seinem Fundament aus Felsblöcken. Ursprünglich diente er Hamburg zum Schutz vor Piraten in der Elbmündung, später als Leuchtturm. Ein Leuchtfeuer, das 1814 eingerichtet wurde, funktioniert noch immer. Wichtiger für die Schifffahrt ist heute allerdings der weiße Radarturm am Nordwestufer der Insel. Hinter den meterdicken Mauern des Leuchtturms bietet jetzt eine Pension Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen. Von der Aussichtsplattform haben Besucher einen weiten Blick über die Insel und bis zum Festland. In das frühere Haus des Leuchtturmwärters ist 2004 die Nationalpark-Station eingezogen. Neuwerk gehört zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, dem kleinsten der drei Nationalparks im deutschen Wattenmeer. Er wurde 1990 eingerichtet. Vor Ort bieten dessen Mitarbeiter und Mitglieder des Vereins Jordsand Insel- und Wattführungen, Vogelbeobachtungen und Exkursionen auf die Salzwiesen, die weite Flächen Neuwerks einnehmen.

Weitere Informationen
Wattwagen vor der Insel Neuwerk © Freie und Hansestadt Hamburg Fotograf: Peter Körber
 
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Mitten im Watt: Hamburgs Nationalpark

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Autofreies Dorf im Wattenmeer

Rund 120.000 Besucher kommen pro Jahr auf die Insel, für die meisten ist es ein Tagesausflug. Gut zwei Stunden dauert bei Ebbe die Wanderung von Cuxhaven durch das Watt. Wer es nicht rechtzeitig schafft und von der Flut überrascht wird, kann sich auf Rettungsbaken flüchten. Wattwagen brauchen nur etwa eine Stunde für die Tour. Pferde ziehen die hohen, gelben Wagen auf dem Meeresgrund über den markierten Weg. Eine Wattwagenfahrt gilt bei Cuxhaven-Touristen als Ausflugs-Klassiker. Wer die Insel erreicht hat, kann sie in nur einer Stunde zu Fuß umrunden. Private Autos gibt es nicht.

Ein Teil der Neuwerks ist eingedeicht, andere Flächen überflutet die Nordsee, wenn Sturm das Wasser aufwühlt. Verstreut stehen die wenigen Häuser auf dem grünen Land, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Dennoch ist alles vorhanden, was ein Dorf braucht: Briefkasten, Feuerwehr, Kläranlage, Sportplatz und natürlich mehrere Lokale und Unterkünfte für Gäste. Auf dem "Friedhof der Namenlosen" sind Tote begraben, die die See angespült hat. Heute finden Beerdigungen auf dem Festland statt.

Schiffsverkehr ruht im Winter 

Ein Wattwagen, der von der Insel Neuwerk nach Cuxhaven/Duhnen zurückkehrt. Ein Foto von Dirk Weddig aus Reinhardshagen. © NDR Fotograf: Dirk Weddig, Reinhardshagen Detailansicht des Bildes Sieht romantisch aus, kann aber anstrengend sein. Der Weg durchs verschneite Watt im Winter. Im Sommer besteht täglich eine Schiffsverbindung zwischen Cuxhaven und Neuwerk. Die "Flipper" bringt Touristen und Fracht in etwa 1,5 Stunden auf die Insel. Bis zu 500 Menschen passen an Bord des Schiffs, das einen Tiefgang von nur 1,20 Meter hat und damit für das flache Wasser im Wattenmeer besonders geeignet ist. Der Fahrplan richtet sich nach den Gezeiten. So schwankt die Abfahrtszeit zwischen morgens und nachmittags. Die Gezeiten bestimmen den Rhythmus der Insel. Jedes Jahr ab Ende Oktober ruht der Schiffsverkehr: Winterpause. Dann gibt es nur noch den Weg durch das Watt. Traktoren ziehen die Wagen mit Versorgungsgütern auf die Insel. Und bei Notfällen fliegt ein Hubschrauber ein.

Nationalpark
Wattlandschaft in Schleswig-Holstein von oben. © LKN-SH-Nationalparkverwaltung Fotograf: Martin Stock
 

Im Takt der Gezeiten: Welterbe Wattenmeer

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Anreise

bis Cuxhaven (dann mit Wattwagen oder Fähre)
mit dem Auto:
von Hamburg: über B 73, 130 Kilometer
von Hannover: über A 7 und A 27, 220 Kilometer
von Kiel: über A 7 und B 73, 215 Kilometer
von Schwerin: über A 24 und B 73, 230 Kilometer

mit der Bahn:
von Hamburg: 1:45 Stunden
von Hannover: 2:45 Stunden
von Kiel: 3:15 Stunden
von Schwerin: 3:10 Stunden
(schnellste Verbindungen)

Links

Private Seite mit Informationen zu einem Inselbesuch und vielen Bildern.

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Informationen über Naturräume und Veranstaltungen sowie Kartenmaterial.

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Eine Lehrerin und eine Handvoll Kinder: Hamburgs kleinste Schule stellt sich vor.

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Er schützt Seevögel in Norddeutschland und betreibt ein interessantes Informationszentrum auf Neuwerk.

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Die Stadt Cuxhaven informiert ausführlich über verschiedene Wanderungen, wie nach Neuwerk oder Nachwanderungen

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