Stand: 03.08.2017 09:00 Uhr

Insel Hiddensee: Kleinod in der Ostsee

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Der nur zehn Meter hohe Leuchtturm am Gellen steht im Süden der Insel.

Ein autofreies Stückchen Erde, ruhig, ursprünglich und von Wasser umgeben: Hiddensee ist ein Ort für Romantiker. Die kleine Ostseeinsel liegt - nur durch eine Sandbank getrennt - westlich von Rügen. Sie ist knapp 17 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle nur 250 Meter breit. Rund 1.000 Einwohner leben in den vier Orten Kloster, Grieben, Vitte und Neuendorf. Die Natur bestimmt das Leben der Menschen und ist zugleich Magnet für rund 50.000 Touristen, die die Insel pro Jahr besuchen.

Hiddensee

Hiddensee - Rügens kleine Schwester

mareTV -

Hiddensee gilt als Inspirationsort für Intellektuelle und Künstler. Auf der autofreien Insel hat nicht nur jede Menge Kultur Platz, auch traditionelle Berufe gibt es hier noch.

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Naturparadies mit verschiedenen Vegetationszonen

Landschaftlich lässt sich die Insel in drei Abschnitte unterteilen: Im Norden liegt das Hochland Dornbusch mit dem gleichnamigen Leuchtturm und der bis zu 60 Meter hohen Steilküste Dornbuschkliff, in der Mitte das Flachland mit Dünenheide und langen Sandstränden und im Süden der "Gellen" - ein sandiges Schwemmland, das zum größten Teil Vogelschutzgebiet und deshalb nicht zugänglich ist.

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Die Dünenheide prägt einen Teil der Insel, Sandwege führen hindurch.

Die Dünenheide zählt zu den letzten großen Küstendünenheiden an der deutschen Ostseeküste. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 120 Hektar zwischen den Orten Vitte und Neuendorf. Auf zahlreichen kleinen Sandwegen können Besucher diese Landschaft zu Fuß erkunden. Die meterhohen Dünen sind mit Besenheide, Kriechweide und Krähenbeere bewachsen. Besonders schön anzusehen ist die Heide im August und September, wenn sie in voller Blüte steht.

Führungen mit dem Ranger

Große Teile der Insel gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Viele Vogelarten, darunter auch bedrohte, finden hier Brut- und Rastplätze. Außerdem gibt es Wildkaninchen, verschiedene Bienenarten und viele Schmetterlinge. Auch für mehrere Hundert Blütenpflanzen, Moose und Flechten bietet die Insel ein ideales Habitat. Das Nationalparkhaus in Vitte informiert in einer Ausstellung über den Park und seine Ziele. Von Juni bis September werden außerdem regelmäßig naturkundliche Führungen angeboten. Der neue Erlebnispfad "De lütt Küst" erklärt Besuchern spielerisch die Küstendynamik, der die Landschaft auf Hiddensee ausgesetzt ist.

Wanderung zum Leuchtturm Dornbusch

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Der Leuchtturm Dornbusch im Norden ist das Wahrzeichen von Hiddensee.

Auch der Weg zum Leuchtturm am Dornbusch führt die letzten Meter durch den Nationalpark. Der Turm - das wohl beliebteste Fotomotiv auf der Insel - liegt auf einem etwa 70 Meter hohen Hügel. Der 27 Meter hohe Turm wurde 1888 in Betrieb genommen. Er ist Wahrzeichen und aktives amtliches Seezeichen zugleich. Wer den Aufstieg zur Aussichtsplattform geschafft hat, wird mit einem schönen Rundblick über Hiddensee belohnt.

Gerhart Hauptmanns Vermächtnis

Hiddensee wird oft als Künstlerinsel bezeichnet, denn zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verlebten zahlreiche Maler, Schriftsteller, Tänzer und Schauspieler den Sommer auf der Insel: Käthe Kruse und Stummfilm-Diva Asta Nielsen, Albert Einstein und Carl Zuckmayer, Thomas Mann, Sigmund Freud und vor allem Gerhart Hauptmann. Der Schriftsteller kaufte 1930 das Haus "Seedorn" in Kloster, in dem er zuvor viele Jahre die Sommermonate mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Margarete Marschalk verbracht hatte.

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Das Haus "Seedorn", in dem Hauptmann meist den Sommer verbrachte, ist heute ein Museum.

Das Haus diente später als Sommerresidenz des Paares, dort schrieb Hauptmann viele seiner Werke. Seit 1956 ist es als Erinnerungsstätte und Literaturmuseum geöffnet. Die Wohnräume des Schriftstellers sind noch im Originalzustand erhalten. Unweit seines ehemaligen Domizils liegt Hauptmann begraben - auf dem kleinen Friedhof von Kloster. Heute wird das Gerhart-Hauptmann-Haus auch als Veranstaltungsort für Lesungen und Konzerte genutzt. Die Dänin Asta Nielsen verbrachte mehrere Sommer in einem Haus am Nordende von Vitte, das sie 1929 gekauft hatte. 2015 wurde das "Karusel" grundlegend saniert und ist nun für Besucher geöffnet.

Hintergrund

Gerhart Hauptmann auf Hiddensee

Der große Dramatiker und Schriftsteller des Naturalismus ist auf Hiddensee begraben. Die Ostseeinsel war jahrzehntelang seine Wahlheimat im Sommer. mehr

Dieses Thema im Programm:

mareTV | 03.08.2017 | 21:00 Uhr

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