Stand: 11.04.2016 12:29 Uhr

Unberührte Natur erleben an der Wakenitz

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Die Wakenitz lag jahrzehntelang an der innerdeutschen Grenze und hat sich dadurch viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt.

Bei Rothenhusen am Nordende des Ratzeburger Sees nimmt die Wakenitz ihren Anfang. Als natürlicher Abfluss des Sees schlängelt sie sich auf einer Länge von fast 15 Kilometern durch viel urspüngliche Natur bis nach Lübeck. Dort endet sie heute am Falkendamm an einem Überlauf in den Elbe-Lübeck-Kanal. Ursprünglich mündete der kleine Fluss südlich der Hansestadt in die Trave. Nach dem Bau des Kanals wurde die Wakenitz nordöstlich der Lübecker Innenstadt gestaut und umgeleitet. Bereits seit dem 13. Jahrhundert wurden an der Wakenitz Stauanlagen errichtet, um mit der Kraft des Flusses sogenannte Wasserkünste - das sind Systeme zur Entwässerung und Wasserversorgung - und Mühlen anzutreiben. Dadurch entstanden zum Beispiel der Mühlenteich und der Krähenteich.

Urwüchsiges Naturparadies

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Im Norden des Ratzeburger Sees beginnt die Wakenitz und fließt von dort nach Lübeck.

Etwa auf den ersten zehn Kilometern vom Ratzeburger See bis nach Falkenhorst bildet der Flussverlauf die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nicht zuletzt durch die Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist viel von der Ursprünglichkeit des Flusses erhalten geblieben. Insbesondere auf den ersten Kilometern schlängelt sich die Wakenitz malerisch durch Auwälder und lockt regelmäßig Naturfreunde und Paddler an.

Durch die Aufstauungen ist die Wakenitz im nördlichen Verlauf bis zu einige hundert Meter breit und bildet eine kleine Seenlandschaft, die ihrerseits einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten bietet. Dazu gehören nicht nur einheimische Arten. Nach dem Ausbruch von sechs Nandus aus einer Farm südlich von Lübeck im Jahr 2001 haben die südamerikanischen Straußenvögel östlich der Wakenitz eine neue Heimat gefunden. Die Population der flugunfähigen Tiere ist inzwischen auf mehr als 170 Tiere angewachsen.

Wassersport und Badespaß

Im Lübecker Stadtgebiet haben einige Segel- und Yachtklubs ihre Klubhäuser am Ufer der Wakenitz. Ähnlich traditionsreich wie einige der Wassersportvereine ist das bereits 1899 eröffnete Freibad an der Falkenwiese, das mit seinen hölzernen Badestegen und Umkleidekabinen heute denkmalgeschützt ist. Am Westufer der Wakenitz sind aus ehemaligen Fischerhorsten schöne Ausflugslokale entstanden. Dort gibt es nicht nur Stege, an denen Paddler zur Rast anlegen können, sondern auch Haltestellen für die Ausflugsschiffe, die bis Oktober auf der Wakenitz verkehren.

Auch für Radfahrer und Wanderer attraktiv

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Wanderer können an der Wakenitz entlang von Ratzeburg bis nach Lübeck laufen.

Wer mag, kann der Wakenitz von Lübeck bis zum Ratzeburger See auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad folgen. Der nach dem Fabrikanten und Stifter Heinrich Dräger benannte "Drägerweg" verbindet die Hansestadt mit den nördlichen Ausläufern des Naturparks Lauenburgische Seen. Wanderer und Radfahrer können auf der rund 14 Kilometer langen Verbindung die Natur genießen und ungestört vom Fahrzeugverkehr von Lübeck bis Rothenhusen gelangen. Beschriftete Findlinge weisen den Streckenverlauf.

Karte: Die Wakenitz zwischen Ratzeburger See und Lübeck
Tipp

Flussangeln auf der Wakenitz

Die Wakenitz ist der "Amazonas des Nordens". Ein großer Teil des Flusses ist Naturschutzgebiet und deshalb können Sie in diesem kleinen Fluss große Prachtfische fangen. mehr