Stand: 24.10.2015 11:28 Uhr

Von Wasser umgeben - Inselstadt Malchow

Bild vergrößern
Einmalige Lage: Malchow ist von Wasser und Wald umgeben, die Altstadt ist eine Insel.

Von Wasser umgeben - zwischen dem Plauer See im Westen und dem Fleesensee im Osten - liegt die Inselstadt Malchow am gleichnamigen See. Malchow ist Teil der Mecklenburgischen Seenplatte und wurde im 10. Jahrhundert auf einer Insel gegründet, die heute die schön sanierte Altstadt bildet. Nach einem Brand im Jahre 1721 entschlossen sich die Bürger, ihre Stadt außerhalb der Insel wieder aufzubauen. So entstanden die Stadtteile Alt-Malchow am Kloster im Südosten und die Neustadt im Nordwesten des Sees. Seitdem ist die Stadt dreigeteilt. Ein Erddamm und eine Drehbrücke verbinden die Altstadt mit dem Festland auf beiden Seiten.

Über die Drehbrücke in die Altstadt

Bild vergrößern
Die Drehbrücke wird bei Bedarf zur vollen Stunde für Schiffspassagen geöffnet.

Die Drehbrücke liegt direkt am Stadthafen in der Altstadt und wird zu jeder vollen Stunde geöffnet, um Schiffen auf der Müritz-Elde-Wasserstraße die Passage in den Malchower See zu ermöglichen. Was für Urlauber ein nettes Spektakel ist, stellt für Autofahrer oft eine Geduldsprobe dar. Bestand die Brücke früher aus Holz und wurde manuell betrieben, ist sie heute eine moderne Stahlkonstruktion.

Klosteranlage mit Kirche und Orgelmuseum

Sehenswert ist neben der Altstadt die Klosteranlage. Das Zisterzienser-Nonnenkloster wurde 1298 gegründet und nach der Reformation 1572 in ein Damenstift umgewandelt. Adlige, unverheiratete Frauen konnten sich in das Stift einkaufen und hatten damit lebenslanges Wohnrecht, eine Rente sowie Einnahmen aus den bewirtschafteten Ländereien. Die letzte Bewohnerin verstarb 1972. Heute dient das Kloster, das noch vollständig erhalten, aber größtenteils renovierungsbedürftig ist, als Kulturzentrum mit einer Dauerausstellung der regionalen Künstler Rudolf Gahlbeck, Sieghard Dittner und Friedrich-Franz Pingel. Um die Anlage dauerhaft zu bewahren, zu restaurieren und das Kulturzentrum auszubauen, wurde eine Stiftung gegründet.

Bild vergrößern
Die neugotische Klosterkirche thront über der Stadt. Sie beherbergt auch ein Orgelmuseum.

Auffälligster architektonischer Bestandteil der Anlage ist die neugotische Klosterkirche, die als Konzertraum und Standesamt dient. In der Kirche, die über eine ausgezeichnete Akustik verfügt, und im ehemaligen Pfarrhaus befindet sich das Mecklenburgische Orgelmuseum. Sieben verschiedene historische Orgeln sind dort derzeit zu hören. Sie werden im Rahmen von Führungen oder Konzerten vorgestellt. Das Museum gibt außerdem Einblicke in die Geschichte des Orgelbaus und die Funktionsweise der Technik. Besucher können sogar selbst an einer Modellorgel spielen.

Zur Klosteranlage gehört auch ein Garten mit altem Baumbestand, der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde und zum Spazierengehen und Verweilen einlädt.

Eine Ausstellung voller Kuriositäten

Nur wenige Schritte vom Kloster entfernt liegt ein besonderes Museum, in dem es eine Menge zu entdecken gibt: das "Kiek in un wunner di" - "Schau rein und wunder dich". Allerlei Kuriositäten und Raritäten aus dem Lebensalltag der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erwarten die Besucher dort. Eine Toilette mit Sandspülung gehört ebenso dazu wie ein Tefifon - ein Aufnahmegerät aus den 50er-Jahren. Anfassen ist übrigens ausdrücklich erlaubt.

Der DDR-Alltag im Museum

Bild vergrößern
Nostalgie im alten Film-Palast: Das Museum zeigt Gegenstände aus dem DDR-Alltag.

Ebenfalls interessant ist das DDR-Museum. Die Ausstellung in einem stillgelegten Kino zeigt Gegenstände aus 40 Jahren DDR-Alltag - von der Waschpulververpackung bis zum kompletten Wohnzimmer. Außerdem gibt es wechselnde Sonderausstellungen zum Beispiel "Rund ums Sandmännchen" oder "Mit dem Trabi auf Reisen". Auch private Sammler können ihre persönlichen Schätze im DDR-Museum öffentlich präsentieren.

Sommerrodelbahn und Affenwald

Wenige Minuten von der Altstadt entfernt werden Urlauber zu Bobfahrern. Von April bis Oktober geht es auf der Sommerrodelbahn steil bergauf und schnell bergab. Die Bahn hat eine Gesamtlänge von 800 Metern, sieben Steilkurven und sechs Schikanen. Der Höhenunterschied beträgt 30 Meter. Bergsteigen muss keiner, denn Rodler werden mit einem Schlepplift nach oben gezogen. Das Tempo kann mit einem Bremshebel gedrosselt werden.

Gleich neben der Rodelbahn lebt eine Großfamilie von Exoten - Berberaffen aus Marokko. In einem speziellen Freigehege können Besucher die Tiere beobachten. Aber Vorsicht: nicht anfassen und Brillen, Jacken und Handtasche gut festhalten, denn sie können schnell mal den Besitzer wechseln. Wer genau hinguckt, findet in den Baumwipfeln so einige Souvenirs, die die flinken Affen den Besuchern weggeschnappt haben.

Weitere Informationen
mit Video

Von See zu See: Radtour von Plau nach Waren

Viel Wasser und Natur: Eine attraktive, gut 60 Kilometer lange Strecke für Radler führt mitten durch die Mecklenburgische Seenplatte - vom Plauer See bis an die Müritz. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 24.10.2015 / 18:00 Uhr