Stand: 05.01.2017 12:21 Uhr

Tipps für einen Besuch in Kiel

Bild vergrößern
In der Innenstadt liegt das Binnengewässer Kleiner Kiel, dahinter die Förde, ein Arm der Ostsee.

Kiel liegt nicht nur am Wasser, Wasser prägt auch den Charakter der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Dreh- und Angelpunkt ist die Förde. Dort liegen die Strandbäder, die Sport- und Jachthäfen, die Traditionswerft HDW - heute ThyssenKrupp Marine Systems - und der Fährhafen. Von dort starten täglich Schiffe nach Skandinavien und ins Baltikum.

In Kiel-Holtenau befinden sich die Schleusen in den Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt und Schilksee ist Heimat des sogenannten Olympiahafens. Hier wurden 1972 während der Olympischen Sommerspiele die Segelwettbewerbe ausgetragen. Außerdem ist Kiel ein traditioneller Marine-Stützpunkt. Im Tirpitzhafen hat auch das berühmte Segelschulschiff "Gorch Fock" seinen Standort - wenn es nicht gerade auf den Weltmeeren unterwegs ist.

Dr. Inesz Linke (links) schaut mit Heike Götz nach ihren Kulturalgen in der Kieler Förde. © NDR/Ulrich Koglin, honorarfrei

Kieler Förde: Großstadtflair und Ostseestrand

Landpartie - Im Norden unterwegs -

Moderatorin Heike Götz besucht Menschen aus der Region und ist auf der Suche nach den großen und kleinen Geheimnissen Norddeutschlands.

4,35 bei 52 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Die Stadt vom Wasser aus entdecken

Bild vergrößern
Auf der Kieler Förde ist immer etwas los, nicht nur während der Kieler Woche.

Wer die Stadt kennenlernen möchte, beginnt damit also am besten auf dem Wasser. Eine zweistündige Hafenrundfahrt, ein Ausflug mit der Fähre zum Marine-Ehrenmal Laboe oder ein Tagestörn auf der Förde mit einem Traditionssegler sind ein absolutes Muss. Und natürlich ist die Förde ein Paradies für Segler und andere Wassersportler - auch außerhalb der Kieler Woche. Das größte Segelsportereignis der Welt lockt jährlich - jeweils für neun Tage im Juni - Hunderttausende Sportler und Gäste aus dem In- und Ausland nach Kiel.

Grüne Stadt mit vielen Freizeitangeboten

Bild vergrößern
Markante Gebäude im Zentrum von Kiel sind das Rathaus (hinten links), die St. Nikolaikirche und das Schifffahrtsmuseum.

Da im Zweiten Weltkrieg 80 Prozent der Innenstadt zerstört wurden, prägen Nachkriegsbauten das Stadtbild. Nur die gotische St.-Nikolai-Kirche und Reste des Heiliggeistklosters erinnern daran, dass Kiel mehr als 750 Jahre alt ist. Außerdem gibt es noch einige Straßenzüge mit schönen Gründerzeit-Villen und das große Rathaus, das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Von seinem Turm haben Besucher einen großartigen Blick über die Stadt und die Förde. Kiel ist außerdem eine recht grüne Stadt, die mit mehreren städtischen Tiergehegen, zwei botanischen Gärten sowie zahlreichen Parks gute Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten bietet. Mit dem Kaltenhofer Moor und dem Naturwald Stodthagen liegen zudem zwei außergewöhnliche Naturschutzgebiete ganz in der Nähe.

Kultur und Sport

Weitere Informationen
00:30

HDW-Kran - Wahrzeichen von Kiel

03.01.2017 11:55 Uhr
NDR Info

Er ist blau, 110 Meter hoch, kann 900 Tonnen heben und prägt seit 1975 das Kieler Stadtbild. Audio (00:30 min)

Daneben hat die Stadt auch für Kultur- und Sportfreunde viel zu bieten. Die Ostseehalle ist die größte Veranstaltungshalle in Schleswig-Holstein und Heimat des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel, das Kieler Schloss ein landesweit bedeutendes Zentrum für klassische Musik. Einst eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke in Schleswig-Holstein, fiel das Schloss bis auf den Westflügel Kriegen und Bränden zum Opfer. Heute präsentiert sich der reizvoll zwischen Hafen und Schlossgarten gelegene Bau als Konzerthaus im nüchternen 60er-Jahre-Stil. Kiel ist außerdem Spielstätte des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Kunst und Schiffbau im Museum

Bild vergrößern
Die Kunsthalle zeigt Malerei, Skulpturen und Grafiken sowie wechselnde Ausstellungen.

Konzerte und Veranstaltungen unterschiedlichster Art finden auch in der Halle 400 statt, einer ehemaligen U-Bootmontagehalle direkt am Ostufer der Kieler Förde. Neben dem Theater Kiel mit Opernhaus, Schauspielhaus und Ballett gibt es die Kunsthalle, die - wie könnte es anders sein - direkt am Meer liegt. Sie zeigt wechselnde Ausstellungen in drei großen Räumen. Interessant ist auch das Schifffahrtsmuseum, das in einer ehemaligen Fischhalle untergebracht ist. Dort gibt es neben mehreren alten Schiffen zahlreiche Modelle, Galionsfiguren und nautische Geräte zu bestaunen.

Universitäts- und Wissenschaftsstandort

Bild vergrößern
In Kiel hat auch das Institut für Weltwirtschaft seinen Sitz.

Kiel ist die bedeutendste Universitätsstadt in Schleswig-Holstein. An der Christian-Albrechts-Universität, der Fachhochschule und der Muthesius Kunsthochschule sind etwa 30.000 Studierende eingeschrieben. Zur Universität gehören auch einige renommierte Institute, zum Beispiel das international anerkannte Institut für Weltwirtschaft (IfW). Es analysiert und prognostiziert unter anderem regelmäßig die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und weltweit.

Eine enge Zusammenarbeit unterhält die Uni mit dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, das sich mit Meeresforschung und der Geologie des Meeresbodens beschäftigt. Dabei gehen die Wissenschaftler auch der Frage nach, inwieweit sich Klimaerwärmung und Umweltzerstörung auf das Ökosystem Meer auswirken. In diesem Zusammenhang kommt das Institut - noch unter seinem früheren Namen Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften - auch in dem Bestseller "Der Schwarm" von Frank Schätzing vor und hat an der ARD-Dokumentation "Der Zustand der Meere" mitgewirkt.

Aquarium Kiel: Einblicke in die Unterwasserwelt

Bild vergrößern
Im Aquarium können Besucher unter anderem Heringe beobachten.

Zum Helmholtz-Zentrum gehört auch das Aquarium Kiel. Wer die Bewohner unserer Meere, Seen und Flüsse aus nächster Nähe beobachten möchte, ist hier richtig. Es bietet in Schaubecken Einblicke in Flora und Fauna der Unterwasserwelt. Die kleinen Becken ermöglichen es den Besuchern, Fische, Krebse, Korallentiere und viele andere Lebewesen genau zu studieren. Zu sehen gibt es unter anderem Anemonenfische, Heringe, Seewölfe, Dorsche, Seepferdchen und Tintenfische.

Eine besondere Attraktion sind die Seehunde, die hier leben und täglich außer freitags zweimal täglich öffentlich gefüttert werden. Der Eintritt ist mit 3 Euro (Kinder und Jugendliche ab sechs Jahre 2 Euro) übrigens sehr günstig. Das Institut bietet auch Führungen an, sowohl für Schulen und Kindergärten als auch für private Gruppen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, Telefon (0431/600 16 37).

Echte Kieler Sprotten - reine Handarbeit

Eine weltweit bekannte kulinarische Spezialität aus der Stadt an der Förde sind Kieler Sprotten. Die echten Sprotten werden - im Gegensatz zu den industriell gefertigten - in alten sogenannten Altonaer Öfen über Buchen- und Erlenholz geräuchert. Auch an der Verpackung von einst hat sich nichts geändert: Die schmackhaften Fische stecken in kleinen Holzkisten. Wer lieber Süßes mag, kann die Sprotten auch aus Schokolade kaufen. Die sogenannten Schokosprotten haben die gleiche Verpackung wie das Original.

Karte: Markante Punkte in Kiel
Weitere Tipps

Freilichtmuseum Molfsee: So lebte Uroma

Reetdachkaten und Windmühlen, Handwerker und ein historischer Jahrmarkt: Das Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel zeigt Landleben von einst als Erlebnis für die ganze Familie. mehr

Stadtgeschichte

Die Stadt am Keil

Kiel wird 1233 gegründet. Aufschwung und Niedergang bestimmen über Jahrhunderte das Schicksal der Stadt an der Förde. Die Marine spielt dabei eine wichtige Rolle. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Landpartie Kieler Förde | 13.11.2016 | 14:00 Uhr

Mehr Ratgeber

06:03
02:53
04:05

Interview: Was tun bei Rückenschmerzen?

15.08.2017 20:15 Uhr
Visite