Stand: 07.09.2017 11:01 Uhr

Amrum: Kleine Insel, riesiger Strand

Einkaufen und promenieren in Wittdün

Auf Amrum gibt es fünf Dörfer. An der Südspitze liegt mit Wittdün das Tor zur Insel. Von dort verkehren die Fährschiffe zum Festland und zu den Nachbarinseln. Wittdün ist zugleich der geschäftigste Ort der Insel mit Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, einer Jugendherberge und Cafés. Eine Strandpromenade führt um die Südspitze der Insel.

Inselspaziergang auf Amrum

Etwas außerhalb des Ortes in nördlicher Richtung befindet sich ein Schwimmbad mit Wellenbad und Sauna sowie die bekannteste Kneipe der Insel, die "Blaue Maus", die eine riesige Whisky-Auswahl - rund 400 verschiedene Sorten - bereit hält. Etwa auf gleicher Höhe liegt auf der Wattseite der Insel der Fischer- und Seezeichenhafen, in dem Krabbenkutter, Yachten und Ausflugsschiffe vor Anker liegen.

Steenodde: Frischer Fisch vom Kutter

Ein Fuß- und Radweg führt von dort zu dem kleinen Ort Steenodde im Osten der Insel. Dort gibt es einen Anleger, an dem Urlauber regelmäßig fangfrischen Fisch und Krabben vom Kutter kaufen können. Archäologisch interessant sind die frühgeschichtlichen Grabhügel. Der mit 4,50 Metern Höhe und einem Durchmesser von 26,5 Metern größte heißt Eesenhuuch und stammt aus der Bronzezeit. Auch eine Gruppe von insgesamt 88 Hügeln aus der Wikingerzeit ist noch gut zu erkennen.

Süddorf - kleines Dorf mit Friesenflair

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Die Inselorte Nebel und Süddorf haben sich mit ihren hübschen Friesenhäusern viel von ihrem Charme bewahrt.

Nur wenige Hundert Meter weiter liegt die kleine Ortschaft Süddorf mit mehreren hübschen Friesenhäusern. Berühmtestes Gebäude ist hier das Geburtshaus von Hark Olufs (1708-1754). Der gebürtige Amrumer geriet als junger Matrose bei einem Piratenüberfall vor Nordafrika in Gefangenschaft, wurde als Sklave verkauft. Später gelang es ihm, beim algerischen Militär Karriere zu machen und als reicher Mann auf seine Heimatinsel zurückzukehren, wo er auf dem Nebeler Friedhof begraben liegt. Auf dem Grabstein ist ein kurzer Abriss seines abenteuerlichen Lebens zu lesen.

Malerisch und romantisch: Nebel

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Die mehr als 800 Jahre alte St. Clemens-Kirche beherbergt einen sehenswerten Flügelaltar.

Die "sprechenden Grabsteine" auf dem Friedhof sind eine der Attraktionen des malerischen Dorfes Nebel. Auf den Steinen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sind die Lebensgeschichten von Seefahrern und Walfängern und ihren Reisen bis ins Polarmeer eingemeißelt. Lohnend ist auch ein Besuch der weiß getünchten St. Clemens-Kirche, die einige interessante Kunstwerke beherbergt. Dazu zählen der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, die Kanzel und der Flügelaltar. Bekannt ist Nebel aber vor allem für seine schönen, reetgedeckten Friesenhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, an deren Wänden im Sommer blühende Rosen ranken. Die ältesten Häuser haben sehr niedrige, nach Norden ausgerichtete Türen. Das "Öömrang Hüs" von 1736 - einst Kapitänshaus, heute Museum - ist eines davon.

Am südlichen Ortsrand von Nebel steht eine alte holländische, noch voll betriebsfähige Windmühle, die heute ein Heimat- und Mühlenmuseum beherbergt sowie wechselnde Ausstellungen zeigt. Ein besonderer Ort der Stille liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite - der Friedhof der Heimatlosen. Hier haben unbekannte, von der Nordsee angespülte Tote ihre letzte Ruhe gefunden.

Kurort mit breitem Strand: Norddorf

Der nördlichste Ort Amrums ist, wie der Name schon deutlich macht, Norddorf. In dem kleinen Ort finden Urlauber neben einigen Einkaufsmöglichkeiten Restaurants, Cafés sowie das einzige Kino der Insel vor. Der breite Strand ist von der Ortsmitte über einen Fußweg in etwa zehn bis 15 Minuten zu erreichen. Dort befindet sich auch eine Segel- und Surfschule. In einem kleinen Naturzentrum am Strandweg können Besucher mittels Aquarien und Schautafeln Interessantes über die Natur der Insel und den Lebensraum Wattenmeer erfahren. In Norddorf gibt es mehrere moderne Kureinrichtungen, unter anderem für Mutter-Kind-Kuren. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte der bekannte Pastor Friedrich von Bodelschwingh hier mehrere Seehospize eingerichtet und damit den Aufstieg des Dorfes zum Kurort eingeleitet.

Unterwegs auf Amrum

Wer Amrum genauer erkunden möchte, kann das Auto stehen lassen - nicht nur der lange Strand, auch die übrige Naturlandschaft der Insel lässt sich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. So sind die Zugänge zu den Dünenwegen meist nur ohne Auto zu erreichen. Räder kann man sich bei mehreren Anbietern leihen. Da die Insel relativ klein ist, sind die Strecken kurz und auch für Kinder gut zu bewältigen. So ist der Weg von Wittdün im Süden bis nach Norddorf nur etwa neun Kilometer lang. Eine Rundtour, die auf dem Hinweg über Weiden und Wiesen im Osten der Insel und zurück durch den Wald im Westen führt, ist etwa 22 Kilometer lang. Es verkehren außerdem regelmäßig Busse in Nord-Süd-Richtung. Wer mag, kann auch eine Besichtigungsfahrt mit der schienenlosen Inselbahn unternehmen.

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Praktisch für den Transport zum Strand sind Bollerwagen.

Vor allem für Familien sind die Bollerwagen praktisch, die beim Fahrradverleih oder am Strand vermietet werden, zum Teil aber auch in den Unterkünften kostenlos zur Verfügung stehen. Mit ihnen lassen sich Handtücher, Strandmuscheln und Schaufeln bequem über die oft weiten Wege zum Strand transportieren - von der Ortsmitte von Nebel etwa sind es rund drei Kilometer zur Nordsee.

Für Hauptsaison frühzeitig buchen

Die Zahl der Unterkünfte ist auf Amrum begrenzt. Insgesamt verfügt die Insel nur über rund 12.000 Gästebetten. Zum Vergleich: Auf der Nachbarinsel Sylt sind es etwa 60.000. Wer die Insel während der Hauptsaison im Sommer besuchen möchte, sollte daher relativ früh buchen. Neben Hotels und Pensionen gibt es vor allem viele Ferienwohnungen. Billiger und sehr beliebt ist der Campingplatz nördlich von Wittdün direkt in den Dünen. Ein weiterer, reiner FKK-Zeltplatz befindet sich am Leuchtturm.

Anreise

Nach Amrum kommt man ausschließlich per Fähre entweder von Dagebüll, von Schlüttsiel oder von Hörnum auf Sylt. Wer sein Auto nicht mit auf die Insel nehmen möchte, kann es in Dagebüll auf einem der kostenpflichtigen Parkplätze abstellen. Wer mit der Bahn anreist, fährt entweder direkt nach Dagebüll oder alternativ nach Husum oder Bredstedt und voln dort mit dem Bus nach Schlüttsiel. Einen Flughafen gibt es auf Amrum nicht. Wer fliegen möchte, kann den Sylter Flughafen wählen und mit der Fähre nach Amrum übersetzen.

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